Krankheit FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene Virus-Erkrankung, die in verschieden schweren Stadien verlaufen kann. Im Jahr 2015 wurden 219 klinische Fälle in Deutschland gemeldet.

Rund zwei Prozent der Zecken sind in Risikogebieten mit dem Virus infiziert.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch das FSME-Virus ausgelöst. Das Virus kann die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen. Es befindet sich im Speichel der Zecke und kann bei einem Stich auf den Menschen übertragen werden. Auch wenn man eine Zecke sofort nach dem Stich entfernt, schützt das nicht gegen eine FSME. Es gilt aber: Je länger die Zecke saugt, umso höher ist das Risiko, sich mit weiteren Erregern zu infizieren.

Die Gefahr, nach einem Zeckenstich in den Risikogebieten an FSME zu erkranken, liegt Schätzungen zufolge bei bis zu 1:150. Hintergrund dieser Berechnung: Es wird angenommen, dass rund zwei Prozent der Zecken in FSME-Risikogebieten mit dem Virus infiziert sind.

Nicht jede FSME-Infektion führt zu einem schweren Krankheitsverlauf. Wissenschaftler haben bisher noch nicht herausfinden können, warum es bei einigen Menschen zu schweren Erkrankungen und sogar zu Todesfällen kommt, während andere FSME-Infizierte nur leicht oder gar nicht erkranken. Sicher ist, dass das Alter der Infizierten eine wesentliche Rolle spielt. Es gibt zwar auch bei Kindern schwere Krankheitsverläufe, in der Regel gilt aber: Je älter die Person, umso schlimmer kann die FSME verlaufen. Auch das Geschlecht scheint einen Einfluss zu haben: Die FSME trifft Männer ungefähr doppelt so häufig wie Frauen. Noch deutlicher ist das Verhältnis bei den schweren Verläufen der FSME: Männer sind rund dreimal so oft betroffen.

Symptome und Verlauf der FSME

Die FSME-Viren sind im Speichel der Zecke. Nach dem Stich können sie sofort in die Wunde übergehen.

Durchschnittlich zwei Prozent der Zecken sind in Risikogebieten mit dem Virus infiziert.

Die Gefahr, nach einem Zeckenstich in den Risikogebieten an FSME zu erkranken, liegt Schätzungen zufolge bei 1 zu 150.

Ein FSME-Patient erlebt im typischen Fall die Krankheit in zwei Stadien.

Stadium I:
Typische anfängliche FSME-Symptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich einer Sommergrippe. Unter Umständen ist die Erkrankung damit überstanden.

Stadium II:
Bei einem Teil der Infizierten befällt das FSME-Virus die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem. Die mildeste Form ist in diesem Fall eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Die Symptome: hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und häufig ein steifer Nacken.

Eine schwere Form der FSME ist die Gehirn- und Rückenmarkentzündung. Dabei sind nicht nur die Hirnhäute, sondern das ganze Gehirn und die Nervenwurzeln von der Erkrankung betroffen.
Es kann neben den Symptomen einer Hirnhautentzündung auch zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zu psychischen Veränderungen oder bestimmten Lähmungen am Körper kommen.

Spätfolgen einer FSME

Die FSME kann nicht ursächlich behandelt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, die Erkrankung zu verhindern.

Bislang ging man davon aus, dass rund 10 bis 20 Prozent der Patienten nach einer schweren klinischen Verlaufsform der FSME lang anhaltende oder bleibende neuropsychologische Schäden davontragen.

Medizinische FSME-Behandlung

Das FSME-Virus kann bisher nicht mit Medikamenten bekämpft werden, die Behandlung einer Infektion beschränkt sich auf die Linderung der Symptome. Es werden vor allem fiebersenkende und schmerzstillende Mittel eingesetzt. Letzten Endes muss der Körper aber selbst mit dem Virus fertig werden. Deshalb ist es besonders wichtig, die Erkrankung zu verhindern. Zum einen sollte man versuchen, Zeckenstiche zu vermeiden. Zudem kann eine Impfung gegen FSME dazu beitragen, die Gefahr einer Infektion nach einem Zeckenstich zu verringern.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Bewohnern von FSME-Risikogebieten und Personen, die in ein solches reisen und dort mit Zecken in Kontakt kommen könnten, sich gegen FSME impfen zu lassen.

Die Gefahr, nach einem Zeckenstich in den Risikogebieten an FSME zu erkranken, liegt Schätzungen zufolge bei 1 zu 150.

FSME-Risikogebiete

In einigen Regionen Deutschlands ist die Gefahr, von einer mit FSME-Viren infizierten Zecke gestochen zu werden, höher. Diese Regionen bezeichnet man als FSME-Risikogebiete. In Deutschland ist vor allem der Süden betroffen.

Aber: Es gibt immer mehr Risikogebiete in Deutschland: 2015 waren bereits 146 Stadt- und Landkreise im gesamten Bundesgebiet als FSME-gefährdet eingestuft.

Jährlich neu eingestuft werden diese Risikogebiete vom Robert Koch-Institut (RKI).