FSME durch Zecken: Zahl der Risikogebiete in Deutschland steigt

FSME ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Bei einem Zeckenstich kann die Infektionskrankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen werden. Die Zahl der FSME-Risikogebiete ist laut dem Robert Koch-Institut (RKI) auf 145 gestiegen. 2015 ist in Bayern der Stadtkreis Hof und der Landkreis Ostallgäu sowie in Thüringen der Landkreis Greiz hinzugekommen.1 Alle drei Kreise grenzen an bereits bestehende FSME-Risikogebiete. 

2015 ist die Zahl der FSME-Risikogebiete auf 145 gestiegen. Auch in Hof, Greiz und dem Ostallgäu besteht jetzt Zeckengefahr. (Foto: André Hirtz / Pfizer)

In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion hauptsächlich in Baden-Württemberg und Bayern, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Sachsen.1 2014 wurden in Deutschland 265 FSME Fälle gemeldet, die meisten davon in Bayern (123) und Baden-Württemberg (95).2

Behörden empfehlen: FSME mit der Impfung vorbeugen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung Kindern und Erwachsenen, die in FSME-Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind. Entweder, weil sie dort leben oder sich kurzfristig aufhalten, zum Beispiel im Urlaub.3 Besonders jetzt vor den Sommerferien, wenn Kinder viel Zeit in der freien Natur verbringen, sollte an den verbeugenden FSME-Impfschutz gedacht werden. Die Impfung ist für Erwachsene und Kinder in der Regel gut verträglich.

Die STIKO-Empfehlung gilt auch für Reisende in Risikogebiete außerhalb Deutschlands, die etwa in beliebten Urlaubregionen wie Österreich, Schweden oder dem Baltikum liegen.3,4 Wer in einem FSME-Gebiet wohnt, hat einen Anspruch auf Kostenübernahme für die Impfung durch die Krankenkassen.3 Viele Kassen zahlen die Impfung auch bei Reisen in deutsche und ausländische FSME-Risikogebiete.

FSME-Fälle könnten durch Anstieg der Impfquote verringert werden

Nach einem Anstieg der Impfquoten in den Risikogebieten bis zu den Jahren 2009/2010 stagniere die Quote in den letzten Jahren oder nehme sogar ab, teilt das RKI im aktuellen Epidemiologischen Bulletin „FSME: Risikogebiete in Deutschland“ mit. Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnte durch eine Steigerung der Impfquoten - insbesondere in Kreisen mit besonders vielen FSME-infizierten Zecken - verhindert werden.1

FSME kann in zwei Phasen verlaufen. Die erste ähnelt einer leichten Sommergrippe mit erhöhter Temperatur, Kopf- und Gliederschmerzen. Für manche Betroffene ist die Krankheit danach überstanden. Bei einem Teil der Patienten schließt sich eine zweite, gefährliche Krankheitsphase an. Hierbei kommt es zur Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung.5,6  50 Prozent der schwer an FSME erkrankten Patienten leiden unter dauerhaften Folgeschäden wie Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche.5,6,7

 

Literaturverzeichnis

1) Epidemiologisches Bulletin: FSME: Risikogebiete in Deutschland, 26. Mai 2015 / Nr. 21, Robert Koch-Institut.

2) SurvStat@RKI: FSME-Fälle Deutschland, Bayern, Baden-Württemberg; Stand: 01.06.2015.

3) Epidemiologisches Bulletin: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, 25. August 2014 / Nr. 34.

4) Süss J. 2011. Tick-borne encephalitis 2010: Epidemiology; endemic areas; and virus strains in Europe and Asia - an overview. Ticks Tick Borne Dis ;2 (1):2-15.9.

5) Kaiser R, Vollmer H, Schmidtke K et al. Verlauf und Prognose der FSME. Nervenarzt 1997; 68: 324–330.

6) Leitlinie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), S1, Stand: September 2012, AWMF-Registernummer: 030/035.

7) R. Kaiser (2011) „Langzeitprognose bei primär myelitischer Manifestation der FSME,“ Der Nervenarzt.