Mit Miniwespen Zecken bekämpfen
Die Miniwespen werden auch Erzwespen genannt und haben äußerlich nichts mit gewöhnlichen Wespen gemein: Sie sind nur ein bis zwei Millimeter groß und schwarz. Die Miniwespen sind so genannte Parasitoiden. Das bedeutet, dass sie zur Fortpflanzung wie normale Parasiten einen Wirt benötigen. Parasitoiden haben im Laufe ihrer Entwicklung aber nur einen Wirt, den sie am Ende töten. Miniwespen befallen ausschließlich Zecken – das macht diese Insekten interessant für Biologen, denn mit ihnen könnten Zecken auf biologische Art bekämpft werden.
Wespenlarven fressen die Zecken von innen auf
Die Miniwespen stechen ihren Legestachel, den so genannten Ovipositor, durch die Außenhaut der Zecke. Der Legestachel ist ein röhrenförmiges Organ, mit dem die Wespe ihre Eier ablegt. Etwa fünf bis sechs Eier legt eine Miniwespe in den Zeckenkörper. Sobald die Zecke beginnt, Blut zu saugen, schlüpfen aus den Eiern Wespenlarven. Diese Larven fressen die Zecke von innen auf.
Über die Wespen ist nur wenig bekannt
„Entdeckt wurden die Wespen schon im Jahr 1908 in Nordamerika, in den 20er und 30er Jahren gab es erste Forschung mit ihnen“, sagt Jana Collatz. Die Biologin untersucht das Zusammenspiel von Miniwespen und Zecken in einem Forschungsprojekt an der Universität Hohenheim. Obwohl die Miniwespen bereits vor 100 Jahren entdeckt wurden, weiß man noch nicht viel über diese Insekten. „Das liegt auch daran, dass die Zucht dieser Wespen sehr aufwändig ist“, erläutert Collatz. Die Wespen sind zwar in Deutschland heimisch, sie sind jedoch sehr klein und nicht wie andere Wespenarten in einem Staat organisiert. Sie leben außerdem nur kurze Zeit, nach ein bis zwei Wochen sterben sie.
Die Zucht der Wespen ist aufwändig
An der Universität Hohenheim werden die Miniwespen gezüchtet, dazu brauchen die Forscher nicht nur viele Wespen, sondern müssen auch Zecken und Mäuse als Wirtstiere für die Zecken halten. Die Forscher sammeln Zecken ein und untersuchen, ob sie von Wespenlarven befallen sind. Die Wissenschaftler stehen mit ihrer Forschung erst am Anfang. Dazu sagt Jana Collatz: „Wir wollen mehr über die Wespen herausfinden, zum Beispiel ist noch nicht bekannt, wie die Wespen Zecken finden. Wir vermuten, dass Duftstoffe eine Rolle spielen. Wie das genau funktioniert, wissen wir allerdings noch nicht“. Ob die Miniwespe gezielt zur Zeckenbekämpfung eingesetzt werden kann, ist ebenfalls noch nicht klar. Doch genau das wollen die Biologen herausfinden.


