FSME-Verbreitungsgebiete in Europa

Wo kommt das FSME-Virus in Europa vor?

Albanien
Naturherdgebiete sind offensichtlich über das ganze Land diffus verteilt, wie aus serologischen Daten zu erkennen ist. Die Datenlage ist dürftig.

Aserbaidschan
FSME kommt vor, genauere Daten fehlen.

Bosnien-Herzogowina
Risiko hauptsächlich im Norden in den Flussniederungen der Save und ihrer Nebenflüsse.

Dänemark
Risiko nur auf der Insel Bornholm.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Dänemark 1 4 8 4 0 2 1 1 ? ?
  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Deutschland 226 278 274 426 546 238 285 313 260 423

Estland
Sehr hohes Risiko landesweit. Estland hat wie die anderen baltischen Staaten europaweit die höchsten Inzidenzen.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Estland 90 237 182 164 171 140 90 179 201 250

Finnland
Risikogebiete befinden sich in Küstennähe und auf den vorgelagerten Inseln. Einige Fälle wurden auch in der Nähe des Sees Saimaa gefunden. Wichtige Gebiete befinden sich auch im Archipel von Turku, in der Kokkola und Lappeenranta Region.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Finnland 38 16 31 17 18 20 23 26 ? 60

Frankreich
Einzelne autochthone Fälle bisher nur im Elsaß und Lothringen (Nancy).

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Frankreich 2 6 7 0 6 6 10** ? ? ?

Griechenland
Griechenland ist praktisch frei von FSME, lediglich in der Umgebung von Thessaloniki, im Norden, sind wenige Fälle beobachtet worden.

Italien
Virusnachweise bei Zecken sprechen für kleinere Naturherde im Nordosten in den Provinzen Trentino, Belluno und Goriza sowie in Mittelitalien in den Provinzen Florenz und Latium, Seroprävalenzstudien für das Vorkommen in der Provinz Piemont im Nordwesten. Die übrigen Landesteile sind offenbar frei.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Italien 6 14 23 22 14 4 34 32 20 6**

Kroatien
Risikogebiete befinden sich im Norden zwischen den Flüssen Sava und Drava.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Kroatien 30 36 38 28 20 12 ? ? ? ?

Lettland
Sehr hohes Risiko landesweit. Zeckendurchseuchung höher als in anderen Ländern. Übertragung auch alimentär (ernährungsbedingt) über Rohmilch bzw. Rohmilchprodukte. Neber der FSME (Überträger Ixodes ricinus) kommt auch die östliche Variante RSSE mit Ixodes persulcatus als Überträger vor.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Lettland 153 365 251 142 170 171 181 328 494 429**

Litauen
Sehr hohes Risiko landesweit. Hochrisikogebiete finden sich vor allem zentral sowie im Norden und Süden. Übertragung auch alimentär über Rohmilch- bzw. Rohmilchprodukte.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Litauen 168 763 425 242 462 234 220 617 612 365

Moldawien
FSME kommt vor, genauere Daten fehlen.

Norwegen
Geringes Risiko mit autochthonen Einzelfällen. Alle Fälle traten in den sog. Agder Counties auf, an der Südpitze von Norwegen.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Norwegen 2 1 3 0 5 12 9 8 ? 11

Österreich
Hochrisikogebiete entlang der Donau, insbesondere Niederösterreich, ferner in Teilen des Burgenlandes, von Kärnten und der Steiermark entlang der ungarischen und slowenischen Grenze. Dazwischen liegen Areale mit niedrigem Risiko.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Österreich 60 82 54 100 84 45 86 79 63 111

Polen
Risikogebiete befinden sich im Nordosten (Gdansk, Elblag, Olsztyn), im Osten (Suwalki, Bialystok) und im Süden (Opole). Areale mit geringem Risiko sind über das ganze Land verteilt.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Polen 126 339 262 174 316 233 202 335 294 191**

Rumänien
Offenbar geringes Risiko, auch durch alimentäre Übertragung; genauere Daten liegen nicht vor.

Russland
Mit einem Risiko landesweit ist zu rechnen. Höchste Fallzahlen in Europa und Asien.  Besonders betroffen ist der gesamte eurasische Waldgürtel von Kaliningrad im Westen bis Wladiwostok im Osten. Die höchste Inzidenz wird aus dem sogenannten FSME-Gürtel (Ural, Sibirien, Fernost) berichtet.
Bemerkung: Neben dem mitteleuropäischen FSME-Virus (Überträger Ixodes ricinus, gemeiner Holzbock) kommt vor allem in den östlichen Landesteilen eine Variante, die Russische FSME (Überträger Ixodes persulcatus, Taigazecke) vor. Die Impfung schützt gegen beide Subtypen.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Russland 5150 4470 4156 4551 3510 3098 2817 3623** ? ?

Schweden
Die FSME tritt im südlichen Drittel des Landes in einer Reihe von Risikogebieten auf, daüber hinaus werden in diesem Landesteil überall Einzelfälle beobachtet.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Schweden 105 105 185 130 163 190 224 211 174 287

Schweiz
Betroffen sind die Kantone Zürich, Thurgau, Schaffhausen, Bern, Aargau, St. Gallen, Graubünden, Luzern sowie das Fürstentum Liechtenstein.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Schweiz 53 116 138 206 246 112 127 118 96 178**

Serbien und Montenegro
Westlich von Belgrad sollen Einzelfälle aufgetreten sein, an der Adria auch solche von alimentärer FSME.

Slowakei
Wichtige Endemiegebiete befinden sich im Westen, Süden und Osten des Landes. Die Risikogebiete befinden sich in den Westkarpaten und im Donaubecken in Pannonien.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Slowakei 62 72 70 28 91 46 77 66 90 110**

Slowenien
Slowenien ist die Teilrepublik des früheren Jugoslawien mit dem größten FSME-Problem. Die aktivsten Herde befinden sich in den tiefen Bergtälern der Gebirgsregion und in Zentralslowenien. Innerhalb der Endemiegebiete liegen die aktivsten Herde in den Ljubljana- und Celje-Bassins. Die Foci in der alpinen Region befinden sich bei Kranje und Trzic, im Süden nahe Ribnica und Kocevje und im Nordosten nahe Maribor.
Zwischen Sava und Drava befinden sich wie in Kroatien sehr aktive Herde.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Slowenien 262 275 204 257 445 196 246 307

Tschechische Republik
Hohes Risiko landesweit, vor allem in den Flussniederungen. Im Norden erstrecken sich die Risikogebiete bis zur sächsischen, im Süden bis zur österreichischen Grenze. Besonders hohe Inzidenzen im Süden von Böhmen am Ostrand des Böhmerwaldes (Schwerpunkt Lippen-Stausee), im Süden und Norden von Mähren, im Osten um Ostrava sowie in der Umgebung von Prag.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Tschechien 647 606 500 642 1028 542 630 805 589 862**

Ukraine
Die FSME ist auf der Krim und im Gebiet des Volinskij Oblast (Wolhynien) endemisch.

Ungarn
Ausgedehnte Risikogebiete befinden sich in Westungarn, westlich der Donau. Das Areal um den Balaton bis zu den Grenzen von Österreich und Kroatien sowie westlich und nördlich von Budapest entlang der Grenze zur Slowakei sind wichtige Endemiegebiete. Einzelerkrankungen treten auch an der Theiß sowie östlich von Miskolc auf. Die meisten Fälle wurden in der Umgebung von Zala, Somogy und Nograd beobachtet.

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Ungarn 80 114 59 90 115 170 53 55 51 43**

Weißrussland
Mit Ausnahme des Nordens befinden sich Risikogebiete im gesamten Land. Genau Daten über Erkrankungsfälle liegen nicht vor. 

Frei von autochthoner FSME sind die Iberische Halbinsel, die Beneluxstaaten, das Vereinigte Königreich und Irland, eine geringe Bedeutung hat die FSME in Italien (bei steigender Tendenz), Griechenland und Dänemark. In Kroatien, Schweden, Finnland und der Slowakei hat die FSME eine gewisse Bedeutung, eine wichtige Erkrankung ist sie in Österreich, Deutschland, Polen und Ungarn und z.T. dramatische Auswirkungen hat sie in Russland, Litauen, Estland und besonders in Lettland. Aus den gegenwärtig bekannten FSME-Risikogebieten wurden in den letzten 10 Jahren zwischen 8000 und fast 13000 klinische Fälle gemeldet, die Dunkelziffer ist allerdings z.T. sehr hoch.

Quelle: Süss, J.: Epidemiological Update Europe. (präsentiert auf einem Poster auf dem 14. jährlichen Treffen der ISW-TBE, 2. bis 3. Februar 2012, Wien.)

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Wieviele FSME-Erkrankungen kommen in Europa vor?

Aus folgenden Ländern liegen Erkrankungszahlen vor:
  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Dänemark 1 4 8 4 0 2 1 1 ? ?
Deutschland 226 278 274 426 546 238 285 314 260 423
Estland 90 237 182 164 171 140 90 179 201 250
Finnland 38 16 31 17 18 20 23 26 ? 60
Frankreich 2 6 7 0 6 6 10** ? ? ?
Italien 6 14 23 22 14 4 34 32 20 6**
Kroatien 30 36 38 28 20 12 ? ? ? ?
Lettland 153 365 251 142 170 171 181 328 494 429**
Litauen 168 763 425 242 462 234 220 617 612 365
Norwegen 2 1 3 0 5 12 9 8 ? 11
Österreich 60 82 54 100 84 45 86 79 63 111
Polen 126 339 262 174 316 233 202 335 294 191
Russland 5150 4470 4156 4551 3510 3098 2817 3623** ? ?
Schweden 105 105 1185 130 163 190 224 211 174 287
Schweiz 53 116 138 206 246 112 127 118 96 178**
Slowakei 62 72 70 28 91 46 77 66 90 110**
Slowenien 262 275 204 297 445 196 246 307 163 94**
Tschechien 647 606 500 642 1029 542 630 805 589 862**
Ungarn 80 114 59 90 115 170 53 55 51 43**

?   : keine Daten
*   : nicht gemeldet
** : vorläufige Werte

Stand: März 2012

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Kommt das FSME-Virus außerhalb Europas vor?

Neben dem außereuropäischen Teil Russlands liegen Berichte über FSME-Erkrankungen aus Nordchina und Hokkaido (Japan) vor.

Russland: nach den bisher vorliegenden Daten finden sich Gebiete mit höchstem Risiko in Fernost, so am Unterlauf des Amur und in der Primorskyi- Provinz nördlich von Wladiwostok, in Südsibirien vom Ural bis zum Baikalsee, besonders in den Regionen Altai, Krasnoyarsk, Kemerovo und Irkutsk, mit Ausbreitungstendenz nach Norden und Westen.

GUS-Staaten (asiatische): Vorkommen von FSME/RSSE gesichert in Kasachstan, von RSSE (Russische FSME) in Kirgisistan und Usbekistan. Aus den übrigen Staaten liegen keine Daten vor.

Japan: Ein Subtyp der RSSE mit Ixodes ovatus als Vektor wurde auf der Insel Hokkaido entdeckt.

China: In China existieren bei nicht sehr sicherer Datenlage zwei FSME-Foci, einer liegt in der Provinz Jilin, im Gebiet von Hunchun und der andere in subtropischem Gebiet im Westen von Yunnan in der Nähe der Grenze zu Myanmar.

Mongolei: Neue Serosurveillance-Daten vom Menschen sichern Endemiegebiete in der Mongolei. Diese befinden sich in der Nähe der russischen Grenze (sibirische Risikogebiete) im zentralen Norden des Landes in den Distrikten Selenga und Bulgan. Auch das Umfeld von Ulan-Bator ist betroffen.

Quelle: Centrum für Reisemedizin: Infodienst Nr. 5, 2004 und RKI Epidemiologisches Bulletin, Nr. 16, 2005

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