Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Elektronenmikroskopische Aufnahme eines FSME-Virus

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit. Das Virus greift das zentrale Nervensystem des Menschen an.

Das FSME-Virus wird in erster Linie von Zecken auf den Menschen übertragen. Es sind jedoch auch einige wenige Fälle bekannt, bei denen der Genuss roher Milch von FSME-infizierten Kühen oder Ziegen die Krankheit ausgelöst hat.

Die Gefahr, nach einem Zeckenstich in den Risikogebieten an FSME zu erkranken, liegt neuen Erkenntnissen zufolge bei 1 zu 150. Hintergrund dieser Berrechung: Rund zwei Prozent der Zecken sind in Risikogebieten mit dem Virus infiziert. Allerdings führt nicht jede Infektion zu einer Erkrankung: Von den Menschen, die von einer FSME-infizierten Zecke gestochen werden, erkrankt etwa jeder Dritte. Bei den anderen verläuft die Infektion ohne merkliche Krankheitszeichen.

Im Jahr 2011 wurden 406 klinische Fälle in Deutschland gemeldet. Nicht jede FSME-Infektion führt zu einem schweren Krankheitsverlauf. Die Mediziner haben bisher noch nicht herausfinden können, warum es bei einigen Menschen zu schweren Erkrankungen kommt und diese sogar daran sterben, während andere FSME-Infizierte nur leicht oder gar nicht erkranken. Sicher ist, dass das Alter der Infizierten eine wichtige Rolle spielt. Je älter die Person, umso schlimmer kann die FSME verlaufen. Auch das Geschlecht scheint einen Einfluss zu haben: Die FSME trifft Männer ungefähr doppelt so häufig wie Frauen. Noch deutlicher ist das Verhältnis bei den schweren Verläufen der FSME: hier sind Männer rund dreimal so oft betroffen. 

 

Symptome und Verlauf der FSME

Wie kann man sich anstecken?

Medizinische Behandlung

FSME-Risikogebiete

Bestimmung des Risikogebiets

 

Symptome und Verlauf der FSME

Eine schematische Darstellung des FSME-Erregers

Ein FSME-Patient erlebt im typischen Fall die Krankheit in zwei Stadien.

Stadium I:
Die FSME beginnt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich einer Sommergrippe. Unter Umständen ist die Erkrankung damit überstanden.

Stadium II:
Bei einem Teil der Infizierten befällt das Virus das zentrale Nervensystem. Die mildeste Form ist in diesem Fall eine Hirnhautentzündung (Meningitis).  Die Symptome: hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und häufig ein steifer Nacken.

Eine schwere Form der FSME ist die Gehirnentzündung. Hier sind nicht nur die Hirnhäute, sondern das ganze Gehirn von der Erkrankung betroffen.

Es kann neben den Symptomen einer Hirnhautentzündung auch zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zu psychischen Veränderungen oder bestimmten Lähmungen am Körper kommen.

Auch das Rückenmark, beziehungsweise die entsprechenden Nervenwurzeln können vom FSME-Virus geschädigt werden.

 

Je älter die Person ist, um so größer ist das Risiko an einer Gehirn- und Rückenmarksentzündung zu erkranken.

Nach oben

Spätfolgen

Bislang ging man davon aus, dass rund 10 bis 20 Prozent der Patienten nach einer schweren klinischen Verlaufsform der FSME langanhaltende oder bleibende neuropsychologische Schäden davontragen. 

Aktuelle Studienergebnisse der neurologischen Klinik des Klinikums Pforzheim belegen die möglichen Langzeitfolgen erstmals mit festen Zahlen: Zwischen 1994 und 1999 erkrankten in Baden-Württemberg 731 Personen an FSME. 81 Patienten entwickelten einen schweren Verlauf mit Beteiligung des Rückenmarks (Myelitis). Davon nahmen 57  über 10 Jahre hinweg an einer Langzeitstudie teil. Die Ergebnisse der Studie: 50 Prozent der schwer erkrankten FSME-Patienten litt dauerhaft unter den Folgeschäden der Krankheit, wie z.B. Lähmungen der Extremitäten sowie der Atem- und Halsmuskulatur, Atemschwäche, Gleichgewichtsstörungen, Schluck- und Sprechstörungen. 30 Prozent der schwer erkrankten Studienteilnehmer starben während des Beobachtungszeitraumes. Nur knapp 20 Prozent wurden wieder vollständig gesund. 

Quelle: Prof. Dr. R. Kaiser: Langzeitprognose bei primär myelitischer Manifestation der FSME – eineVerlaufsanalyse über 10 Jahre, Der Nervenarzt 2011

 

Nach oben

Wie kann man sich anstecken?

Der FSME-Virus in 3D

Die FSME-Viren sind im Speichel der Zecke. Nach dem Stich können sie sofort in die Wunde übergehen.

Auch wenn man eine Zecke sofort nach dem Stich entfernt, schützt das nicht gegen eine FSME. Es gilt aber: Je länger die Zecke  saugt, umso höher ist das Risiko sich mit weiteren Erregern zu infizieren.

Nach oben

Medizinische Behandlung

Die FSME kann nicht behandelt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, die Erkrankung zu verhindern. Zum einen sollte man versuchen, Zeckenstiche zu vermeiden. Zum anderen sollte man durch eine Impfung gegen FSME geschützt sein.

Die Gesundheitsbehörden empfehlen allen, die in Risikogebieten wohnen oder Urlaub machen und sich in der Natur aufhalten, eine Impfung gegen die FSME.

 

FSME-Risikogebiete

FSME-Verbreitung in Deutschland

Nur in bestimmten Regionen sind Zecken mit FSME-Viren infiziert. In Deutschland ist vor allem der Süden betroffen. Regionen, in denen regelmäßig FSME-Erkrankungen auftreten, in denen also die Zecken das Virus tragen, bezeichnet man als Risikogebiete.

Es gibt immer mehr Risikogebiete in Deutschland: Waren 1998 noch 63 Landkreise im gesamten Bundesgebiet als FSME-gefährdet eingestuft, so sind es 2011 schon 137 Stadt- und Landkreise.

Ist meine Region FSME-Gebiet? Geben Sie ihre Postleitzahl ein!

Animation: FSME-Verbreitung in Deutschland seit 1998

 

Verbreitung der FSME - Erfahren Sie mehr ...

Nach oben

Bestimmung des Risikogebiets

Ein Risikogebiet definiert sich durch eine bestimmte Anzahl an FSME-Erkrankungen in einem Landkreis in einer Fünf-Jahresperiode. Dabei muss der Infizierte auch in diesem Landkreis von einer Zecke gestochen worden sein. Zudem wird das Infektionsrisiko in umliegenden Kreisen berücksichtigt, da die Bevölkerung mobil ist und Naturherde auch grenzüberschreitend sein können.

Weiterhin wird für eine bessere Risikoabschätzung die direkte Untersuchung von Zecken auf FSME-Viren herangezogen. Dies geschieht in Speziallabors wie dem Referenzlabor für durch Zecken übertragene Erkrankungen in Jena. FSME-Viren können durch molekularbiologische Methoden (z.B. Polymerase-Kettenreaktion, PCR) direkt in Zecken nachgewiesen werden.

Zecken fangen – Erfahren Sie mehr ...

Zusätzlich kann das Blut der typischen Wirtstiere, wie etwa Füchse oder Mäuse, auf FSME-Viren untersucht werden. Je mehr Zecken mit FSME-Viren in einem Gebiet gefunden werden und je mehr Tiere das FSME-Virus haben, desto größer ist hier auch für Menschen die Gefahr, sich anzustecken.

Nach oben

 

Wie bewerten Sie unseren Internetauftritt? sehr gut

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6

schlecht