Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit. Das Virus greift das zentrale Nervensystems des Menschen an.
Das FSME-Virus wird in erster Linie von Zecken auf den Menschen übertragen. Es sind jedoch auch einige wenige Fälle bekannt, bei denen der Genuss roher Milch von FSME-infizierten Kühen oder Ziegen die Krankheit ausgelöst hat.
Im Jahr 2007 wurden 238 klinische Fälle in Deutschland gemeldet (Stand April 2008). Nicht jede FSME-Infektion führt zu einem schweren Krankheitsverlauf. Die Mediziner haben bisher noch nicht herausfinden können, warum es bei einigen Menschen zu schweren Erkrankungen kommt und diese sogar daran sterben, während andere FSME-Infizierte nur leicht oder gar nicht erkranken. Sicher ist, dass das Alter der Infizierten eine wichtige Rolle spielt. Je älter die Person, um so schlimmer kann die FSME verlaufen.
Symptome und Verlauf der FSME
Ein FSME-Patient erlebt im typischen Fall die Krankheit in zwei Stadien.
Stadium I:
Die FSME beginnt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich einer Sommergrippe. Unter Umständen ist die Erkrankung damit überstanden.
Stadium II:
Bei einem Teil der Infizierten befällt das Virus das zentrale Nervensystem. Die mildeste Form ist in diesem Fall eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Die Symptome: hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und häufig ein steifer Nacken.
Eine schwere Form der FSME ist die Gehirnentzündung. Hier sind nicht nur die Hirnhäute, sondern das ganze Gehirn von der Erkrankung betroffen.
Es kann neben den Symptomen einer Hirnhautentzündung auch zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zu psychischen Veränderungen oder bestimmten Lähmungen am Körper kommen.
Auch das Rückenmark, beziehungsweise die entsprechenden Nervenwurzeln können vom FSME-Virus geschädigt werden.
Spätfolgen
Rund 10 bis 20 Prozent der Patienten haben nach einer schweren klinischen Verlaufsform der FSME langanhaltende oder bleibende neuropsychologische Schäden.
Relativ häufig treten bei einer FSME psychische Veränderungen wie beispielsweise Antriebsschwäche oder Depressionen auf.
Vor allem Erwachsene leiden unter Langzeitschäden – zirka 40 Prozent der Betroffenen. Kinder sind mit zwei Prozent sehr selten betroffen.
Auch Todesfälle durch FSME sind bekannt. Es sterben etwa ein bis zwei Prozent der Patienten, bei denen das Virus das zentrale Nervensystem befällt.
Wie kann man sich anstecken?
Die FSME-Viren sind im Speichel der Zecke. Nach dem Stich können sie sofort in die Wunde übergehen.
Auch wenn man eine Zecke sofort nach dem Stich entfernt, schützt das nicht gegen eine FSME. Es gilt aber: Je länger die Zecke saugt, umso höher ist das Risiko sich mit weiteren Erregern zu infizieren.
Medizinische Behandlung
Die FSME kann nicht behandelt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, die Erkrankung zu verhindern. Zum einen sollte man versuchen, Zeckenstiche zu vermeiden. Zum anderen sollte man durch eine Impfung gegen FSME geschützt sein.
Die Gesundheitsbehörden empfehlen allen, die in Risikogebieten wohnen oder Urlaub machen und sich in der Natur aufhalten, eine Impfung gegen die FSME.
FSME-Risikogebiete
Nur in bestimmten Regionen sind Zecken mit FSME-Viren infiziert. In Deutschland ist vor allem der Süden betroffen. Regionen, in denen regelmäßig FSME-Erkrankungen auftreten, in denen also die Zecken das Virus tragen, bezeichnet man als Risikogebiete.
Es gibt immer mehr Risikogebiete in Deutschland: Waren 1998 noch 63 Landkreise im gesamten Bundesgebiet als FSME-gefährdet eingestuft, so sind es 2007 schon 132 Stadt- und Landkreise.
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Animation: FSME-Verbreitung in Deutschland seit 1998
Bestimmung des Risikogebiets
Ein Risikogebiet definiert sich durch eine bestimmte Anzahl an FSME-Erkrankungen in einem Landkreis in einer Fünf-Jahresperiode. Dabei muss der Infizierte auch in diesem Landkreis von einer Zecke gestochen worden sein. Zudem wird das Infektionsrisiko in umliegenden Kreisen berücksichtigt, da die Bevölkerung mobil ist und Naturherde auch grenzüberschreitend sein können.
Weiterhin wird für eine bessere Risikoabschätzung die direkte Untersuchung von Zecken auf FSME-Viren herangezogen. Dies geschieht in Speziallabors wie dem Referenzlabor für durch Zecken übertragene Erkrankungen in Jena. FSME-Viren können durch molekularbiologische Methoden (z.B. Polymerase-Kettenreaktion, PCR) direkt in Zecken nachgewiesen werden.
Zecken fangen – Erfahren Sie mehr ...
Zusätzlich kann das Blut der typischen Wirtstiere, wie etwa Füchse oder Mäuse, auf FSME-Viren untersucht werden. Je mehr Zecken mit FSME-Viren in einem Gebiet gefunden werden und je mehr Tiere das FSME-Virus haben, desto größer ist hier auch für Menschen die Gefahr, sich anzustecken.








