Informationsdienst zecken.de - Newsletter April 2007

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Golden Agers vernachlässigen Impfschutz

Impfskepsis ist unbegründet  – Komplikationen sind extrem selten

FSME-Fälle steigen stark in Osteuropa

Neuer Auftritt von zecken.de

Weidende Kühe verringern die Borreliose-Gefahr

Golden Agers vernachlässigen Impfschutz

Menschen über 50 Jahren, die so genannten Golden Agers, lassen sich deutlich seltener gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen als jüngere Menschen. Je älter eine Person ist, umso seltener erfolgt eine Impfung. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GFK).

Deutschlandweit liegt die Impfrate gegen FSME zurzeit bei zwölf Prozent. Während 16 Prozent der bis 18-Jährigen über eine vollständige Grundimmunisierung verfügen, sind es von den 50- bis 59-Jährigen 11 Prozent. Die Impfrate sinkt bei den 70- bis 79-Jährigen auf 9,5 Prozent. Von den über 80-Jährigen verfügen fünf Prozent über ausreichenden Impfschutz.

Doch gerade bei älteren Menschen ist das Risiko hoch, dass die FSME-Erkrankung in schwerer Form verläuft. Die Viren werden von Zecken übertragen und können eine Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarkentzündung auslösen.

In einer Studie von Professor Reinhard Kaiser vom Klinikum Pforzheim vergleicht der Neurologe den Krankheitsverlauf bei über 50-Jährigen mit dem Verlauf bei unter 50-Jährigen. Nach einer FSME-Erkrankung müssen Golden Agers mehr als doppelt so häufig Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Zudem leiden sie sechs Monate nach einer Erkrankung mehr als dreimal so häufig an Folgeschäden – angefangen bei gestörter Körpermotorik bis hin zu Lähmungen.

Schwere Formen der FSME treten bei älteren Menschen deshalb häufiger auf, weil die Kraft des Immunsystems mit fortschreitendem Alter abnimmt. Die Thymusdrüse, die für die Immunabwehr wichtige T-Zellen bildet, entwickelt sich zurück. Das Risiko einer Infektion steigt. Daher sollten Golden Agers alle drei Jahre den FSME-Impfschutz auffrischen.

(Sie können diese Grafik in drucktauglicher Form hier herunterladen. Die Nutzung ist kostenlos.)

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Impfskepsis ist unbegründet – Komplikationen sind extrem selten

Impfungen schützen vor schweren Krankheiten.

Seit es Impfungen gibt, haben viele Infektionskrankheiten ihren Schrecken verloren. Viele Menschen fürchten sich nicht mehr vor schweren Krankheiten, sondern vor den möglichen Nebenwirkungen der Impfungen. So betonten in einer Umfrage zum FSME-Impfschutz der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Baden-Württemberg und Bayern rund ein Viertel der Befragten ihre Angst vor solchen Nebenwirkungen. Diese Skepsis ist weitgehend unbegründet. Zwar können nach einer Impfung gelegentlich Reaktionen wie leichte Schmerzen, Rötung der Einstichstelle oder leichtes Fieber auftreten. Man spricht dann von Impfreaktionen. Diese Impfreaktionen sind jedoch ein Zeichen dafür, dass sich der Körper und das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzen.

Nur in sehr seltenen Fällen kann es zu so genannten Impfkomplikationen kommen: Eine gesundheitliche Schädigung, die über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgeht. Ärzte, Heilpraktiker und pharmazeutische Unternehmen sind nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet, Verdachtsfälle von Impfkomplikationen an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI)  zu melden. Dort werden die Fälle erfasst und wissenschaftlich bewertet.

Nur drei Verdachtsfälle pro 100.000 Impfstoffdosen

Die Überprüfung der Verdachtsfälle von Impfkomplikationen aus den Jahren 2004 und 2005 ergab, dass pro 100.000 verkauften Impfstoffdosen nur zirka drei Verdachtsfälle gemeldet wurden. Grundlage dieser Melderate ist die Gesamtzahl der Verdachtsfälle in Beziehung zur Gesamtzahl der in Deutschland verkauften Impfdosen nach den Angaben der pharmazeutischen Unternehmen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Impfstoffe, die es auf dem deutschen Markt gibt. Bei der Hälfte der gemeldeten Verdachtsfälle handelt es sich lediglich um vorübergehende Reaktionen, die keine bleibenden Schäden verursachen.

Nur bei 0,6 Prozent der gemeldeten Verdachtsfälle von Impfkomplikationen schätzte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) den ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfung und unerwünschten Ereignissen als gesichert ein.

Den Zusammenhang einer Krankheit mit einer Impfung eindeutig zu beweisen, ist medizinisch schwierig. Zur Bewertung eines Verdachtsfalles nutzt das Paul- Ehrlich-Institut die Kriterien der Weltgesundheitsbehörde (WHO), die auch bei Nebenwirkungen von Medikamenten angewendet werden. Es gibt sechs Kriterien – von „gesichert“ (certain) bis „nicht zu beurteilen“ (unassessible/unclassifiable).

Lediglich bei 0,6 Prozent der Verdachtsfälle kommen keine anderen Ursachen als die Impfung für die Krankheit in Frage. Bei acht Prozent der Verdachtsfälle liegt ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Impfung und Krankheitsausbruch vor: Hier wurde die Reaktion wahrscheinlich nicht durch eine andere Ursache ausgelöst. Diese Fälle werden als „wahrscheinlich“ (probable / likely) eingestuft.

Fast zwei Drittel (62 Prozent) der gemeldeten Verdachtsfälle können  verschiedene Ursachen haben – zum Beispiel auch andere, gleichzeitig auftretende Erkrankungen oder die Einnahme weiterer Medikamente. Sie sind unter dem dritten Kriterium „möglich“ (possible) eingeordnet.  Um diese Ergebnisse bekannt zu machen, können die Daten über Verdachtsfälle von Impfkomplikationen in den Jahren 2004 und 2005 auf der Webseite von jedem eingesehen werden. In den nächsten Wochen wird dort eine Datenbank frei geschaltet, um auch gezielte Recherchen von Verdachtsfällen mit aktuellen Daten möglich zu machen.

Paul-Ehrlich-Institut - Informationen zu Impfstoffen und Impfungen

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FSME-Fälle steigen stark in Osteuropa

Großflächige FSME-Risikogebiete sind in Osteuropa.

Die Zahl der FSME-Erkrankten ist im Jahr 2006 in vielen europäischen Ländern stark angestiegen. Nicht nur in Deutschland mit 547 Fällen von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wurde ein neuer Rekord gemeldet, auch in der Tschechischen Republik, in Polen und Litauen sowie in der Schweiz und in Slowenien sind die Steigerungen gravierend. Das meldet die Ärztezeitung mit Bezug auf das Jahrestreffen der International Scientific Working Group on Tick-Borne Encephalitis (ISW-TBE) in Wien.

In der Tschechischen Republik wurden 1113 FSME-Fälle gemeldet, im Jahr 2005 waren es 642 – die Zahl hat sich damit mehr als verdoppelt. Polen hatte 2006 insgesamt 316 FSME-Patienten und damit 80 Prozent mehr als im Jahr zuvor (174 Erkrankungen).

FSME-Verbreitungskarte in Europa

Die Ursachen für die steigende Zahl der FSME-Erkrankungen sind vielfältig. Zum einen tragen Klimaänderungen zu einer stärkeren Verbreitung der Zecken bei, die diese Krankheit übertragen können. Zum anderen halten sich immer mehr Menschen in ihrer Freizeit gerne in der Natur auf. Das erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenstichs und einer möglichen Infektion. Die Wissenschaftler des ISW-TBE empfehlen als Schutz eine Impfung gegen FSME.

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Neuer Auftritt von zecken.de

Zecken.de im neuen Design

Das Informationsportal zecken.de präsentiert sich ab sofort in neuer Gestaltung. Die Internetseite  informiert über das Thema Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten. Sie spricht den Besucher sowohl auf der intellektuellen als auch auf der spielerischen Ebene an.

Mit neuem, frischen Design und einer optimierten Navigation startet zecken.de in die „Zeckensaison 2007“. Der Besucher findet noch schneller Antworten auf seine Fragen zur Zecke, die gefährlichen Erreger, die von Zecken übertragen werden können und wie man sich am besten davor schützt.  „Auf unserer Startseite haben wir nun zusätzlich ein kleines Nachrichtenportal integriert, auf dem wir aktuelle Meldungen rund um das Thema Zecken anbieten“, sagt Martin Komorek, verantwortlicher Redakteur für zecken.de.

Auch viel Bewährtes ist weiterhin auf zecken.de zu finden: der 3D-Zeckenviewer, Videos und Bilder zum Leben der Zecke sowie  die aktuellsten Karten der FSME-Risikogebiete in Deutschland und Europa. FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine durch Zecken übertragene Krankheit, die bei Menschen eine gefährliche Hirnhaut- oder Gehirnhautentzündung auslösen kann.

Der Besucher kann auf einer interaktiven Karte Landkreise gezielt anklicken oder durch Eingabe einer Postleitzahl schnell herausfinden, ob diese Region zu einem FSME-Risikogebiet zählt.

In einem Video erfährt der Besucher, wie man Zecken richtig entfernt. Auch über Irrtümer klärt zecken.de auf, etwa dass Zecken nicht vom Baum fallen oder dass beim Entfernen einer Zecke kein Klebstoff zu verwenden ist.

Im Service-Bereich kann der Besucher spielerisch bei einem Quiz sein Wissen über Zecken testen oder die Zecke in 3D von allen Seiten virtuell kennen lernen.

Zecken.de schnitt in früheren Tests von renommierten Computerzeitschriften, wie ComputerBild oder c’t mit guter Bewertung ab.

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Weidende Kühe verringern die Borreliose-Gefahr

Zecken übertragen gefährliche Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder die Borreliose. Parasitologen von der Berliner Charité haben jetzt herausgefunden, dass weidende Kühe das Borreliose-Risiko für den Menschen verringern können.

Bei ihren Blutmahlzeiten saugt die Zecke an verschiedenen Tieren, kann sich dabei mit Borreliose-Bakterien infizieren und diese auf andere Tiere übertragen. Doch gibt es auch Wirte, in denen sich diese Bakterien nicht vermehren. Dazu gehören Rinder.

Saugt nun eine mit Borrelien infizierte Zecke an einer Kuh, wandern zwar die Bakterien in deren Körper, können sich aber dort nicht weiter vermehren. Es ist sozusagen eine Sackgasse. Nachfolgende Zecken, die sich an der Kuh laben, infizieren sich nicht mit Borrelien.

Auf Kuhweiden sind somit viel weniger Zecken mit den krank machenden Bakterien infiziert, als auf unbeweideten Flächen. Das Borreliose-Risiko für Menschen sinkt entsprechend.

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