Zähe Zecken
Der Biologe Dr. Hans Dautel aus Berlin hat im Auftrag von Baxter die Überlebensfähigkeit der häufigsten Zeckenart in Deutschland, Ixodes ricinus, wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse der Studie belegen: Zecken überstehen einen Schleudergang bei 40 Grad, können wochenlang unter Wasser leben, ertragen Minusgrade und überleben mehrere Tage in einer Wohnung.
München, 10. Juni 2010 - Zecken gibt es seit 350 Millionen Jahren. Sie haben sich im Laufe der Evolution kaum verändert. Denn schon von Beginn an waren Zecken vor allem mit einer Fähigkeit gesegnet: Zähigkeit. Wie zäh sie wirklich sind, hat Dautel mit einem „Zeckenhärtetest“ auf die Probe gestellt. Die Studie beschäftigte sich unter anderem mit einer pragmatischen Frage: „In einer der Testreihen ging es darum herauszufinden, was mit Zecken passiert, die an Kleidungsstücken haften und in der Waschmaschine landen“, so Dautel. Sind die kleinen Blutsauger in der Lage einen Waschgang zu überleben? Weitere Experimente untersuchten die Überlebensfähigkeit der Zecke in Wohnungen, unter Wasser und im Tiefkühlfach bei minus 12 Grad Celsius.
Wer sich vor Zecken schützen möchte, trägt bei einem Aufenthalt im Freien meist lange Hosen und steckt die Hosenbeine in Socken oder Gummistiefel. Das macht es einer Zecke schwer, ein Stückchen Haut zum Saugen zu finden. Die Folge: Auf der Suche nach einer geeigneten Stelle krabbelt die Zecke eine ganze Weile herum. Im Zweifelfall so lange, bis die Kleidung in der Waschmaschine landet. Hier, so könnte man meinen, ist für die Zecke Endstation.
Echte Überlebenskünstler
Dautel hat diese Vermutung jetzt einer wissenschaftlichen Prüfung unterworfen. „Waschgänge bei 40 Grad sind – inklusive Schleudergang – für Zecken kein grundsätzliches Problem“, erklärt der Biologe. Getestet wurden nicht vollgesogene Exemplare aller drei Entwicklungsstadien von Ixodes ricinus, also Larven, Nymphen und adulte Zecken. Die Mehrzahl der Zecken überlebte den Waschgang. Vor allem bei den Nymphen und den weiblichen Zecken war die Überlebensrate extrem hoch – in zwei der insgesamt drei Versuchsreihen lag sie bei 100 Prozent. Dies ist insofern bedeutend, da diese Stadien für den Menschen am gefährlichsten sind – nicht nur als lästige Blutsauger, sondern vor allem als Überträger von Krankheiten wie FSME und Borreliose.
Temperatur als entscheidender Faktor
Als entscheidenden Faktor für das Überleben der Zecken hat Dautel die Temperatur des Waschgangs identifiziert. Wassermenge, Umdrehungsanzahl und die Wahl des Waschmittels sind demgegenüber wenig relevant. Klar ist für Dautel auch: „Zecken ertrinken nicht in der Waschmaschine“. Dies wird zusätzlich von einer weiteren Testreihe gestützt: Um die Überlebensfähigkeit von Zecken unter Wasser zu untersuchen, steckte Dautel sie in ein Aquarium. Das Ergebnis: Zecken überleben bis zu drei Wochen. Und damit nicht genug: „Die überraschendste Beobachtung war die Tatsache, dass sich vollgesogene Larven unter Wasser häuten können, also von einem Entwicklungsstadium zum nächsten übergehen.“
Kritisch wird es für sie erst, wenn die Temperatur des Waschganges über 40 Grad ansteigt. „Bei 60 Grad waren alle Testzecken hinüber“, berichtet Dautel. Gleiches gilt für eine Runde im Wäschetrockner: Auch hier liegt die Sterblichkeit der Zecken bei 100 Prozent. „Wer wirklich sicher gehen möchte, muss seine Wäsche nach einem Aufenthalt im Freien also mit 60 Grad waschen oder in den Wäschetrockner geben. Bei geringeren Waschtemperaturen ist dagegen nicht auszuschließen, dass selbst nach dem Waschen noch lebendige Zecken in der Kleidung verbleiben“, rät Dautel.
Kalte Temperaturen dagegen sorgen bei Zecken für weit weniger Probleme als erwartet: Im Tiefkühlfach bei minus 12 Grad Celsius gibt es nach 24 Stunden immer noch überlebende Zecken. In der freien Natur dürfte es noch einfacher sein: Unter einer geschlossenen Schneedecke sind die Temperaturen selbst bei Dauerfrost noch moderat. Und auch in Wohnungen gehen Zecken nicht sofort zugrunde: Der „Zeckenhärtetest“ hat vielmehr ergeben, dass ungesogene Exemplare, die zum Beispiel von einem Spaziergang mit nach Hause gebracht werden können, mehrere Tage in der Wohnung überdauern. Hierbei konnten Nymphen – das Zeckenstadium, welches Menschen am häufigsten befällt – bei 55 Prozent relativer Luftfeuchte drei bis fünf Tage und erwachsene Zecken sogar 10 Tage überleben. Dieses Zeckenstadium kann unter Umständen durch Haustiere in Wohnungen eingebracht werden.
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Über Baxter Vakzine
Baxter ist einer der führenden internationalen Impfstoffhersteller, der Vakzine gegen FSME, Meningokokken-Meningitis und Influenza anbietet. Der Prävention der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), für die bisher keine kausale Therapie zur Verfügung steht, fühlt sich das Unternehmen in besonderem Maße verpflichtet. Vor über 30 Jahren führte Baxter den ersten FSME-Impfstoff im europäischen Markt ein. Heute werden die FSME-Impfstoffe von Baxter in 24 Ländern Europas eingesetzt und haben ihre Wirksamkeit und Sicherheit in zahlreichen klinischen Studien belegt.
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