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137 FSME-Risikogebiete in Deutschland

Zecken entfernen - so geht's richtig

Schneller Schutz: Mit zwei Impfungen sicher durch die Zeckensaison

 

 

 

137 FSME-Risikogebiete in Deutschland

Die Anzahl der Verbreitungsgebiete für die von Zecken übertragene Viruserkrankung FSME steigt auf 137: Das Robert-Koch-Institut (RKI) deklariert den hessischen Stadtkreis Offenbach 2011 erstmals als offizielles FSME-Risikogebiet. In den 136 „alten“ Risikogebieten bleibt die Gefahr nach Einschätzung des RKI weiterhin bestehen.

 

Seit der ersten Verbreitungskarte im Jahr 1998 ist die Anzahl der vom RKI ausgewiesenen Risikogebiete damit kontinuierlich von 63 auf aktuell 137 gestiegen. Für Einwohner, Pendler und Urlauber in den betroffenen Gebieten gilt eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI: Wer sich beruflich, privat oder auf Reisen in einem Risikogebiet aufhält und dort dem Risiko eines Zeckenstiches ausgesetzt ist, sollte sich vorbeugend gegen FSME impfen lassen.

 

Die Anfangsbuchstaben der größten Städte in den Bundesländern mit mehreren Risikogebieten stehen auch für die hier verbreitete Krankheit

 

Die Verteilung der betroffenen Land- und Stadtkreise auf die Bundesländer lautet wie folgt:

 

·         42 Kreise in Baden-Württemberg

·         78 Kreise in Bayern

·         9 Kreise in Hessen

·         7 Kreise in Thüringen

·         1 Kreis in Rheinland-Pfalz

 

Grundlage der Einschätzung des RKI sind die gemeldeten FSME-Erkrankungsfälle aus den Jahren 2002 bis 2010. Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist die FSME seit 2001 eine meldepflichtige Erkrankung. Seither wurden knapp 2.500 Fälle der gefährlichen Hirnhautentzündung gemeldet. Das Problem: Gegen FSME existiert keine spezifische Therapie – sie kann also lediglich symptomatisch behandelt werden und ist in vielen Fällen mit bleibenden Beeinträchtigungen wie Lähmungen, Sprach- und Schluckstörungen verbunden. Daher kommt der Impfung als präventiver Maßnahme in den Risikogebieten eine besondere Bedeutung zu.

 

Auch die Anzahl der Land- und Stadtkreise, die zwar nicht die Definition für ein Risikogebiet erfüllen, in denen aber bereits Einzelfälle der Erkrankung aufgetreten sind, steigt weiter: Betroffen waren 2010 erstmals die Landkreise Coesfeld, Mettmann und Steinfurt in Nordrhein-Westfahlen,  Pinneberg und Segeberg in Schleswig-Holstein, Waldeck-Frankenberg in Hessen sowie Bad-Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Die einzigen Bundesländer, in denen bisher keine Fälle von FSME aufgetreten sind, sind die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.

 

Eine aktuelle Übersicht der betroffenen Gebiete in Deutschland und Europa liefert die Seite www.zecken.de – für Deutschland erstmals im Google-Maps-Design mit Navigator und Zoom-Funktion.  

 

Quelle: RKI: Epidemiologisches Bulletin Nr. 17, 02. Mai 2011

 

 

Zecken entfernen – so geht’s richtig

Zecken wittern ihre Chance schnell: Ein Picknick im Grünen, ein Spaziergang mit dem Hund – schon hat sich eines der kleinen Spinnentiere festgesaugt. Mit diesen Tricks und Tipps werden Sie Zecken schnell und sicher wieder los.

  • Bevor die Zecke zusticht: Geschlossene Kleidung und zeckenabweisende Mittel bieten zwar keinen 100-prozentigen Schutz, können Zecken aber eine Weile auf Abstand halten. Wichtig für Bewohner und Urlauber in den vom Robert-Koch-Institut deklarierten Risikogebieten: Eine Impfung schützt vor der gefährlichen Hirnhautentzündung FSME.
  • Nach einem Aufenthalt im Freien den Körper immer gründlich nach Zecken absuchen. Kleiner Tipp: Die Blutsauger lieben weiche und gut durchblutete Stellen wie Achselhöhlen, Kniekehlen oder Leisten.
  • Wichtig: Zecken schnell entfernen! Je schneller eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung von Borreliose-Bakterien.
  • Keine „Hausmittel“ wie Klebstoff, Nagellack oder Öl verwenden. Diese können dazu führen, dass die Zecke in ihrem Todeskampf Erreger in die Wunde abgibt.
  • Zecken entweder mit einer Zeckenzange herausdrehen oder mit einer spitzen Pinzette gerade herausziehen.
  • Beim Herausdrehen mit einer Zeckenzange: Die Richtung, in die gedreht wird, spielt keine Rolle. Eine Zecke ist keine Schraube!
  • Falls der Kopf oder Teile der Saugwerkzeuge in der Haut stecken bleiben: Keine Panik! Normalerweise stößt der Körper „Zeckenreste“ von selbst ab.
  • Entsorgen: Entfernte Zecken zu töten ist gar nicht so einfach, denn die Biester sind zäh. Bewährt hat sich am ehesten das Zerdrücken mit einem festen Gegenstand, zum Beispiel mit einem Glas. Achtung: Beim Zerdrücken nicht die Hände verwenden. Wegen des potentiellen Infektionsrisikos sollte der Kontakt mit den Körperflüssigkeiten der Zecke unbedingt vermieden werden. Auch das Herunterspülen im Abfluss – laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK) von einem Viertel der Deutsche angewandt – eignet sich nur bedingt: Zecken können einen solchen Spülgang durchaus überleben!
  • Die Einstichstelle beobachten: bildet sich eine großflächige kreisförmige Rötung, sollte diese vom Arzt abgeklärt werden. Die sogenannte Wanderröte kann ein Zeichen für eine Borreliose sein.

 

 

Schneller Schutz: Mit zwei Impfungen sicher durch die Zeckensaison

Die Zeckensaison ist in vollem Gange – und trotzdem sind viele Menschen nicht gegen die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME geschützt. Die gute Nachricht für all jene, die es noch nicht zum Impfen geschafft haben: Für einen ausreichenden Schutz ist es noch nicht zu spät.

 

Sicherer Saisonschutz mit zwei Impfungen

Eine aktuelle Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von FSME-Kinderimpfstoffen bestätigt: Bereits zwei Impfungen genügen, um eine sehr hohe Schutzrate von fast 100 Prozent für die anstehende oder laufende Zeckensaison aufzubauen. Ähnliche Schutzraten wurden in vergangenen Studien auch für die Erwachsenenimpfstoffe gegen FSME ermittelt. Eine dritte Impfung nach sechs bis zwölf Monaten schließt die so genannte Grundimmunisierung ab und sorgt für einen langjährigen Schutz. Danach genügt alle drei bis fünf Jahre eine einzige Auffrischimpfung für einen konstant wirksamen Impfschutz.

 

Zwei kleine Piekser schützen für die laufende Zeckensaison

Gute Verträglichkeit

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Impfung ist sehr gut verträglich. Nebenwirkungen beschränken sich in der Regel auf Lokalreaktionen wie leichte Schwellungen, Rötungen oder Juckreiz an der Injektionsstelle.

 

Wichtig ist die Impfung besonders für Personen, die in den vom Robert-Koch-Institut (RKI) deklarierten FSME-Risikogebieten leben, arbeiten oder Urlaub machen. Für Einwohner eines Risikogebietes wird die Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Aber auch Reisende dürfen mittlerweile bei den meisten Kassen mit einer Erstattung der Kosten rechnen.

 

Gerade Spontanurlauber profitieren vom schnellen Impfschutz: Mit nur zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen sind Kurzentschlossene für einen anstehenden Urlaub in einem Risikogebiet gut geschützt. Wo sich die aktuell gefährdeten Gebiete in Deutschland oder Europa befinden, zeigt die Seite www.zecken.de.

 

Quelle: Pöllabauer et al.: IMMUNOGENICITY AND SAFETY OF TWO TICK-BORNE ENCEPHALITIS VACCINES IN CHILDREN. In: Vaccine. 2010 Jun 23;28(29):4680-5

 

 

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