Was tun nach Zeckenstich?Entfernen von Zecken

Zeckenstich – was tun? Eine Frage, die nahezu auf jeden einmal zukommt. Auf der Suche nach Antworten stößt man mitunter auf die abenteuerlichsten Geheimstipps. Sie reichen vom Abbrennen der Zecke bis zum Betröpfeln mit Öl. Doch solche Verfahren schaden mehr als sie nützen.

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Entfernen von Zecken: die Zeckenzange
Um Zecken zu entfernen, gibt es mehrere Möglichkeiten, unter anderem mit einer Zeckenzange.

Zeckenstich oder Zeckenbiss?

Computeranimation einer saugenden Zecke.
Zeckenbiss oder Zeckenstich?

Die Zecke - beißt oder sticht sie? Die Zecke sticht! Ausgestattet mit scharfkantigen Mundwerkzeugen ritzen Zecken die Haut ihres Opfers auf, um anschließend ihren "Stechrüssel" (Hypostom) im Gewebe des Wirtes zu versenken. Zecken stechen nicht wie z.B. weibliche Stechmücken gezielt Blutgefäße des Menschen an, sondern setzen sich mit Hilfe zweier Methoden an ihrem Opfer fest: zum einen verankern sie sich mit Widerhaken, die sich am Stechapparat befinden, mit ihrem Opfer. Zum anderen produzieren manche Zeckenarten 5-30 Minuten nach dem Stich eine Art Klebstoff, durch den sie sich mit dem Wirt fest verkleben.

Wieso bemerkt man den Zeckenstich nicht?

Damit der Wirt den Stich nicht bemerkt, gibt die Zecke mit dem Speichel ein Betäubungsmittel ab. Daher tut ein Zeckenstich nicht weh, obwohl der Stechapparat der Zecke viel dicker und gröber ist als zum Beispiel der einer Stechmücke.

Zecke krabbelt über Arm
Bei der Zeckenentfernung ist Schnelligkeit gefragt.

Zecken schnell entfernen

Entdeckt man eine saugende Zecke in der Haut, sollte man schnell reagieren. Einen begonnenen Waldspaziergang müssen Sie zwar nicht sofort abbrechen - doch allzu lange sollte mit der Entfernung der Zecke nicht gewartet werden. Denn je länger der Saugvorgang anhält, desto wahrscheinlicher ist eine Übertragung von Krankheitserregern. Deshalb sollten Spaziergänger ein Werkzeug zur Entfernung von Zecken mit sich führen - so ist eine schnelle Entfernung vor Ort möglich. Bis es zu einer Infektion mit Borreliose-Bakterien kommt, vergehen im Schnitt 12-24 Stunden. Die Übertragung von FSME-Viren beginnt dagegen direkt nach dem Zeckenstich, da sich das Virus in den Speicheldrüsen der Zecke befindet.

Hilfreiche Tipps für eine erfolgreiche Zeckenentfernung

Hat eine Zecke zugestochen, sollten folgende Tipps berücksichtigt werden:

  • Auf die Anwendung von Benzin, Nagellackentferner und Alkohol verzichten. Diese Substanzen führen zu keiner schnelleren Entfernung der Zecke – im Gegenteil: sie erhöhen das Risiko der Übertragung von Borrelien.
  • Befindet sich die saugende Zecke an einer schwer erreichbaren Stelle, bitten Sie eine zweite Person um Hilfe bei der Entfernung.
  • Nicht verzweifeln, wenn die Zecke nicht beim ersten Versuch entfernt werden kann. Es kann durchaus passieren, dass man mehrere Versuche benötigt, um eine saugende Zecke erfolgreich zu entfernen.
  • Ein Absuchen des Körpers nach dem ersten Zeckenfund nicht abbrechen. Man kann durchaus von mehreren Zecken befallen sein. Immer den gesamten Körper absuchen - vor allem im Bauch- und Brustbereich, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Schritt.
  • Nach dem Entfernen der Zecke die Stichstelle mit Alkohol oder einer jodhaltigen Salbe desinfizieren.
  • Sollte eine mögliche Rötung an der Einstichstelle nicht zurückgehen oder sich ausbreiten, ist ein Arzt aufzusuchen. Gleiches gilt, wenn die Einstichstelle stark anschwillt, schmerzt, heiß wird und pocht.
  • Sollten Sie sich nicht sicher sein, wie die Zecke richtig entfernt wird, gehen Sie zum  Arzt.

 

 

Die richtige Technik bei der Zeckenentfernung

Wie die Zecke richtig loswerden? Die erfolgreiche Entfernung einer saugenden Zecke hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab (ROBISCH 2010):

  • Der Länge und Ausbildung der Mundwerkzeuge der Zecke
  • Der Anzahl der Widerhaken am „Stechrüssel“ (Hypostom)
  • Der Menge des abgegebenen „Klebstoffes“ (Zement)

Die richtige Technik ist abhängig von der Art des verwendeten Hilfsmittels zur Zeckenentfernung. Wichtig bei allen Hilfsmitteln ist, dass die Zecke möglichst hautnah gegriffen wird. Dies verhindert ein Quetschen der Zecke und somit auch die Freigabe von möglicherweise gefährlichen Körperflüssigkeiten. Die Zecke ebenso nicht in einem kräftigen Ruck entfernen. Die goldene Regel bei der Technik lautet: Die Zecke hautnah, langsam und kontrolliert entfernen.

Was tun, wenn der "Zeckenkopf" stecken bleibt?

Bei einer Zeckenentfernung kann es durchaus vorkommen, dass Reste der Zecke in der Haut zurückbleiben. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um den Kopf der Zecke, sondern um einen Teil des Stechapparates. Dieser kleine Fremdkörper wird meist von selbst nach einiger Zeit abgestoßen. Der vermeintliche „Zeckenkopf“ stellt also kein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar.

Hilfsmittel/ Instrumente zur Entfernung von Zecken

Besonders Menschen, die viel Zeit im Freien verbringen, sollten mit einem Hilfsmittel zur schnellen Entfernung von Zecken ausgestattet sein. Zu den gängigen Instrumenten der Zeckenentfernung zählen:

Entfernen von Zecken: die Zeckenzange
Um Zecken zu entfernen, gibt es mehrere Möglichkeiten, unter anderem mit einer Zeckenzange.

Die Zeckenzange

Anwendung: Die Zecke mit der Zeckenzange möglichst hautnah an den Mundwerkzeugen packen. Anschließend kontrolliert herausziehen. In einer Studie (de BOER 1993) hat sich die Drehbewegung als effektiver erwiesen, da ein Zurückbleiben des Stechapparates in der Haut eher verhindert wird. Die Zeckenzange eignet sich vor allem für die Entfernung von ausgewachsenen (adulten) Zecken und für die Zeckenentfernung bei Haustieren.

Grafik: Zeckenentfernung mit Zeckenzange
Zeckenentfernung mit einer Zeckenzange
Entfernen von Zecken: die Pinzette
Eine Pinzette zur Zeckenentfernung sollte am vorderen Teil gebogen-spitz sein.

Die Pinzette

Anwendung: identisch der Zeckenzange. Wichtig ist die Auswahl eines geeigneten Modells. Eine Pinzette zur Zeckenentfernung sollte am vorderen Teil gebogen-spitz sein.

Grafik: Zeckenentfernung Pinzette
Entfernen von Zecken: die Zeckenkarte
Die Zecke wird in einer V-förmigen Auslassung fixiert und durch eine Bewegung nach vorne und oben entfernt.

Die Zeckenkarte

Anwendung: Die Zecke wird in einer V-förmigen Auslassung fixiert und durch eine Bewegung nach vorne und oben entfernt – die Karte fungiert dabei als Hebel. Einige Zeckenkartenmodelle besitzen unterschiedlich große V-Auslassungen – für unterschiedlich große Zecken.

Grafik: Zecke entfernen mit Zeckenkarte
Entfernen von Zecken: das Zeckenlasso
Das Zeckenlasso: Das Ende mit der Lassoschlaufe möglichst hautnah um die Zecke legen.

Das Zeckenlasso

Anwendung: Das Ende mit der Lassoschlaufe möglichst hautnah um die Zecke legen. Anschließend den Schlaufendurchmesser durch den Stempel am oberen Ende des Geräts verringern und die Zecke entweder durch eine Dreh- oder Ziehbewegung entfernen.

Zeckenentfernung mit einem Zeckenlasso.
Zecke auf Finger
Kein Hilfsmittel zur Hand? Nutzen Sie ihre Finger.

Entfernung mit den Fingern

Anwendung: Die Zecke vorsichtig mit zwei Fingern (am besten Daumen und Zeigefinger) möglichst hautnah greifen. Achtung: Nicht zudrücken!
Danach die Zecke mit leichten Drehbewegungen vorsichtig herausziehen.

Grafik: Zeckenentfernung mit den Fingern

Wie die entfernte Zecke richtig entsorgen?

Nach einer erfolgreichen Zeckenentfernung fragen sich viele Menschen: Wohin mit der entfernten Zecke? Der Frage nach der richtigen Zeckenentsorgung haben sich Zeckenforscher im Auftrag von zecken.de gewidmet. Geprüft wurden folgende Methoden der Zeckentötung: mechanische Tötungsmethoden wie Zerquetschen oder Zerdrücken, Töten durch Hitzeeinwirkung und den Einsatz verschiedener Flüssigkeiten. Das Ziel: Zecken sollten sicher abgetötet werden, ohne dass der Mensch dabei in Kontakt mit den Körperflüssigkeiten der Zecke kommt. Ein solcher Kontakt könnte dazu führen, dass in der Zecke befindliche Krankheitserreger in den menschlichen Organismus gelangen - zum Beispiel durch eine kleine Wunde.

Zecke über Toilette
Zecken sollten nicht in der Toilette heruntergespült werden, denn Zecken überleben eine geraume Zeit in Wasser.

Das Ergebnis:
Am wirkungsvollsten erwies sich im Zeckenhärtetest das Zerdrücken von Zecken mit einem festen Gegenstand, z.B. einem Glas. Dazu sollten die Zecken in einem zusammengefalteten Papier eingeklappt werden. Danach wird ein Wasserglas mit Druck über das Papier gezogen. Die Methode erwies sich im Test sowohl für erwachsene Zecken als auch für Nymphen als geeignet. Ebenfalls erfolgreich war das Töten in 40-prozentigem Alkohol, Chlorreiniger und Sagrotan. Als ungeeignet erwiesen sich das Zertreten mit dem Schuhabsatz oder das Zerquetschen mit dem Fingernagel. Auch vom Herunterspülen der Zecke in der Toilette sollte abgesehen werden. Wie ein Zeckenhärtetest gezeigt hat, überleben Zecken eine geraume Zeit im Wasser.