Hirnhautentzündung durch ZeckenstichFSME-Impfung

Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gibt es keine ursächliche Behandlung. Es sind keine Medikamente bekannt, die gegen das Virus helfen. Daher beschränkt sich die Therapie auf die Linderung der Symptome, wie z.B. Schmerzen und Fieber. Auch das frühe Entfernen von Zecken bietet keinen Schutz: FSME-Viren sitzen in den Speicheldrüsen der Zecke und werden daher sofort übertragen, wenn die Zecke zusticht. Den einzig zuverlässigen  Schutz bietet eine FSME Impfung.

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Kind erhält Pflaster
Die Gesundheitsbehörden empfehlen allen Personen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder Urlaub machen und sich in der Natur aufhalten, eine Impfung gegen die FSME.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung Personen, die in FSME-Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind. Entweder, weil sie dort leben oder sich kurzfristig aufhalten, zum Beispiel im Urlaub. Zudem sollten sich Personen impfen lassen, die durch FSME beruflich gefährdet sind, etwa Laborpersonal sowie in den Risikogebieten zum Beispiel Forstarbeiter und Landwirtschaftsarbeiter. Außerdem empfiehlt die STIKO die Impfung bei Aufenthalten in Risikogebieten außerhalb Deutschlands.

Personen, die in Risikogebieten wohnen oder Aufenthalte und Reisen in FSME-Gebiete in Deutschland planen, haben bei den gesetzlichen Krankenkassen einen Anspruch auf eine Impfung gegen FSME. Die meisten deutschen Krankenkassen übernehmen zudem auch die Kosten für die Impfung bei Reisen in ausländische FSME-Risikogebiete. Eine Übersicht hierüber gibt das Centrum für Reisemedizin (CRM).

Die FSME Impfung

FSME Impfung: Beratungsgespräch
Gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gibt es keine ursächliche Behandlung. Es sind keine Medikamente bekannt, die gegen das Virus helfen.

Bei einer FSME Impfung werden abgetötete FSME-Viren in den Körper injiziert. Das Immunsystem produziert daraufhin spezielle Abwehrstoffe (Antikörper), die in der Lage sind, bestimmte Oberflächenproteine (v.a. Glycoprotein E) des FSME-Virus zu erkennen und sie an sich zu binden.
Sollten nach einer vollständig durchgeführten FSME Impfung durch einen Zeckenstich erneut FSME-Viren in den Körper gelangen, erkennt das Immunsystem mit Hilfe der Antikörper diese Eindringlinge und zerstört sie. Die FSME-Viren können keinen Schaden im Körper anrichten.
Man spricht in diesem Fall von der aktiven FSME Impfung, da der Körper selbst die Abwehrstoffe produziert, die zur Bekämpfung der Viren notwendig sind.

Wie wird die FSME Impfung durchgeführt?

Die FSME Impfung bekommt man in der Regel beim Haus- oder Kinderarzt. Am besten lässt man sich bereits im Winter impfen, da zu dieser Zeit die Zeckengefahr am geringsten ist und man im darauf folgenden Frühjahr bereits einen guten Schutz besitzt. Grundsätzlich lässt sich aber eine Grundimmunisierung gegen FSME zu jedem beliebigen Zeitpunkt beginnen.

Spritze FSME Impfung
Bei einer FSME-Impfung werden abgetötete FSME-Viren in den Körper injiziert.

Für einen mehrjährigen Impfschutz vor FSME sind drei Impfungen nötig. Die ersten beiden erfolgen im Abstand von 1 bis 3 Monaten, die dritte - je nach Impfstoff - nach 5, oder 9 bis 12 Monaten. Danach ist eine erste Auffrischung nach 3 Jahren, anschließend je nach Alter und Impfstoff alle 3 bis 5 Jahre nötig, um einen sicheren Schutz aufrecht zu erhalten.  Doch auch kurzfristig kann noch ein Impfschutz gegen FSME aufgebaut werden – hier kann der Arzt beraten.

Welche Nebenwirkungen hat die Zeckenimpfung?

FSME Impfung: Beratungsgespräch Mutter und Kind
Moderne FSME-Impfstoffe für Kinder und Erwachsene wurden millionenfach in ganz Europa geimpft und werden von allen Altersgruppen gut vertragen.

Impfstoffe gehören zu den sichersten Arzneimitteln. Sie werden unter höchsten Sicherheits- und Hygienestandards hergestellt und unterliegen einer ständigen Kontrolle. Moderne FSME-Impfstoffe für Kinder und Erwachsene wurden millionenfach in ganz Europa geimpft und werden von allen Altersgruppen gut vertragen. Die FSME-Impfung ist für Erwachsene und Kinder in der Regel gut verträglich.

FSME Impfung bei Kindern

Die FSME Impfung ist für Kinder ab einem Jahr verfügbar. Sie wird nach dem gleichen Schema durchgeführt wie die FSME Impfung für Erwachsene und ist ebenso gut verträglich.

Kind beim Impfen
Eine abgeschlossene Grundimmunisierung bietet laut dem Robert Koch-Institut einen Schutz von 99 Prozent gegen FSME.

Zwar haben Kinder eine gute Chance, bei einer FSME mit einem blauen Auge davonzukommen: Die FSME verläuft bei Kindern in der Regel milder und führt seltener zu bleibenden Schäden. Das Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden, ist bei Kindern jedoch relativ hoch. Eine Studie des Karolinska-Institutes in Stockholm (Link zu Infodienst September 2012) legt daher nahe, dass Kinder sich häufiger mit FSME infizieren als bislang angenommen. Aufgrund der relativ milden und unspezifischen Symptome wird eine FSME bei Kindern aber häufig nicht erkannt. Kinder in Risikogebieten sollten daher unbedingt mit einer FSME Impfung geschützt werden – auch vor einem anstehenden Urlaub, einem Wandertag oder einer Klassenfahrt in ein Risikogebiet.