Die häufigsten Irrtümer

Es kursieren viele Mythen über die Zecke – auch was die Krankheiten angeht, die sie auslösen kann. Hier finden Sie eine Zusammenstellung der häufigsten Irrtümer.

Ein Mythos: Die Zecke lässt sich nicht von Bäumen fallen. Sie sitzt auf Grashalmen, an Buschzweigen und im Unterholz. Dort lauert sie auf Warmblüter wie Tiere oder Menschen. Im Vorübergehen lässt sich die Zecke dann von ihnen abstreifen.

Durch das veränderte Freizeitverhalten sind heute auch andere Gruppen gefährdet. 90 Prozent derjenigen, die durch einen Zeckenstich mit FSME infiziert werden, sind Menschen, die ihre Freizeit mit Gartenarbeit, Camping oder Wandern gestalten und sich häufig in der Natur aufhalten.

Der Name der Krankheit täuscht: Die Zecken, die FSME übertragen, sind ab sieben Grad Celsius aktiv. Liegt im Winter über einen längeren Zeitraum die Temperatur an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen darüber, bleiben die Zecken aktiv und können auch in dieser Jahreszeit zustechen und Menschen infizieren. Der Begriff „Frühsommer“ beruht darauf, dass die Krankheit in diesem Zeitraum erstmals beschrieben wurde.

Das ist falsch! Überall in Deutschland gibt es Zecken, die die Krankheit Lyme-Borreliose übertragen können. Zecken, die das FSME-Virus übertragen, sind hauptsächlich in Süddeutschland aktiv. Allerdings beobachtet man in den letzten Jahren eine Ausweitung der FSME-Risikogebiete in Richtung Norden.

Einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht: Im Prinzip halten Gummistiefel und lange Hosen Zecken zwar ab oder zumindest auf; einen sicheren Schutz kann Kleidung allein jedoch nicht gewähren. Zecken können auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle eine ganze Weile herumkrabbeln.

Das stimmt nur bedingt. Ist die Zecke mit dem FSME-Virus verseucht, wird dieser Virus sofort nach dem Stich übertragen. Bei der Borreliose nimmt man an, dass die Übertragung der Bakterien erst nach längerem Saugen der Zecke (12-24 Stunden) erfolgt.

Klebstoff oder Öl sollten Sie auf keinen Fall verwenden! Die Zecke erstickt dadurch und kann im Todeskampf Viren (FSME) und Bakterien (Borreliose) in das Blut abgeben.
Nutzen Sie eine spitze Pinzette oder eine Zeckenkarte und fassen Sie die Zecke hautnah. Bewegen Sie diese ein bisschen hin und her, um die Widerhaken am Stechapparat der Zecke zu lockern. Ziehen Sie sie dann heraus. Ist keine Pinzette oder Zeckenkarte zur Hand, die Zecke vorsichtig zwischen den Fingernägeln packen (nicht quetschen!) und senkrecht aus der Haut ziehen. Die Stichstelle anschließend reinigen und desinfizieren.