Das Robert Koch-Institut veröffentlicht eine neue Karte der FSME-Gebiete 2017

Die neuen FSME-Gebiete sind die alten. Das ist die Zusammenfassung des Epidemiologischen Bulletins des Robert Koch-Instituts, das jedes Jahr die neuen FSME-Gebiete ausweist. Dennoch sind 2016 die FSME-Fallzahlen circa 58 Prozent höher ausgefallen als noch 2015.

Die Karte zeigt die 146 Landkreise in Deutschland, die laut Robert Koch-Institut als FSME-Risikogebiete zählen.

FSME-Gebiete heißen eigentlich FSME-Risikogebiete. In Deutschland sind das 146 Landkreise, in denen das Risiko, von einer mit FSME infizierten Zecke gestochen zu werden, besonders hoch ist. FSME, das ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis, ausgelöst durch ein Virus, das beim Menschen zu einer Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems führen kann. Es wird von Zecken beim Stechen übertragen. 2016 waren davon 348 Menschen von einer FSME betroffen.

Wie entstehen die FSME-Gebiete?

FSME ist meldepflichtig. Wird es von einem Arzt erkannt, muss er das an die Gesundheitsbehörde melden, die es wiederum an die Landesbehörde weiterleitet. Das Robert Koch-Institut sammelt diese Meldedaten, wertet sie aus und definiert FSME-Gebiete. Im Epidemiologischen Bulletin heißt es dazu: „Als FSME-Risikogebiete werden Endemiegebiete der FSME deklariert, in denen für Personen mit Zeckenexposition ein Erkrankungsrisiko besteht, das nach einer Übereinkunft von Experten präventive Maßnahmen begründet.“ Seit 2002 erhebt das Robert Koch-Institut die Meldedaten. Dabei haben sich zwei Dinge gezeigt: Die Erkrankungszahlen schwanken von Jahr zu Jahr. 2016 beispielsweise waren die Fallzahlen um 58 Prozent höher als 2015: Hier „war das Zusammenspiel von ökologisch-klimatischen Faktoren wahrscheinlich besonders günstig für die Ausbreitung von Zecken, des Virus innerhalb seiner Naturherde und/oder die humane Exposition. Es sollte insbesondere in Kreisen mit besonders hoher FSME-Krankheitslast […] verstärkt über den Nutzen einer FSME-Impfung aufgeklärt werden, um höhere Impfquoten zu erreichen. Dadurch könnte ein Großteil der Erkrankungen in Deutschland verhindert werden.“1 Doch das Risiko hängt auch davon ab, wie sich Menschen in ihrer Freizeit verhalten und wie gut sie vorsorgen.

Wie wird das FSME-Virus übertragen?

Zecken lauern auf Wiesen, in hohem Gras und in Büschen auf Beute. Sie wittern Tiere und Menschen an ihrem CO2-Ausstoß und lassen sich von ihnen abstreifen, wenn sie vorbeilaufen. Einmal auf dem Wirtskörper, machen sich die kleinen Blutsauger auf die Suche nach einer Einstichstelle. Mit Vorliebe wählen sie dünne, gut durchblutete Hautstellen wie die Armbeugen und Kniekehlen, den Halsansatz, den Bauch oder den Schritt. Wenn eine mit FSME-Viren infizierte Zecke ihren Wirt sticht, werden die Erreger direkt mit dem Speichel übertragen. Deshalb sollte Vorsorge für jeden Naturliebhaber selbstverständlich sein – und zwar fast das ganze Jahr. Denn Zecken werden aktiv, sobald draußen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen 7 Grad Celsius oder wärmer ist. In manchen Gegenden Deutschlands geht die Zeckensaison daher von Februar bis Oktober.

Wie sieht gute Vorsorge aus?

Gegen Zeckenstiche gibt es ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen. Lange Kleidung bietet weniger Angriffsfläche. Wer die Socken über den Hosensaum zieht, verhindert auch, dass die kleinen Parasiten innen an der Hose entlangkrabbeln. Antizeckensprays verringern für einige Stunden das Stichrisiko, müssen aber regelmäßig aufgetragen werden. Und das gründliche Absuchen nach Zecken sollte nach jedem Aufenthalt im Freien dazugehören. Es gibt auch eine Impfung gegen FSME, die dazu beitragen kann, das Risiko einer FSME-Virusinfektion nach einem Zeckenstich zu reduzieren. Laut Epidemiologischem Bulletin ist eine zu geringe Durchimpfungsrate, auch in den bereits bestehenden FSME-Risikogebieten, mit ein Grund für die hohen Fallzahlen 2016: „Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnte durch eine Steigerung der Impfquoten insbesondere in Risikogebieten mit besonders hoher FSME-Inzidenz verhindert werden.“1 Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung Personen, die in FSME-Gebieten Zecken ausgesetzt sind. Entweder, weil sie dort leben oder sich kurzfristig aufhalten, zum Beispiel im Urlaub.

1Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin Nr. 17, 27. April 2017.   
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/17_17.pdf?__blob=publicationFile

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