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Das Krabbeln geht weiter – die Zeckensaison 2019 ist gestartet

Nach einem sehr kalten Start ins Jahr 2019 steht bei wärmer werdenden Temperaturen wieder das große Krabbeln an. Zecken werden aktiv und machen sich auf die Suche nach potenziellen Opfern zum Blutsaugen. Dabei können sie verschiedene Krankheitserreger wie zum Beispiel die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, übertragen. Der Höchststand an jemals gemeldeten FSME-Erkrankungen im letzten Jahr zeigt, wie wichtig Vorsorgemaßnahmen gegen Zeckenstiche sind.

Im warmen Frühling raus? Na klar. Da nun auch die Zeckensaison beginnt, sollte an Vorsorgemaßnahmen gegen die Parasiten gedacht werden.

Wann beginnt die Zeckensaison?

Das Jahr 2019 ist mit viel Schnee gestartet. Auch zur Freude der Zecken – denn Schnee ist für sie sehr günstig. „Kalte Temperaturen unter –10 Grad setzen Zecken zu“, erklärt Zeckenexperte Prof. (a. D.) Dr. Jochen Süss. „Liegt hingegen Schnee, schützt dieser sie. Dann überleben sie verborgen in der Laubstreu.“ Im Frühjahr geht dann die Zeckensaison los: Steigt die Thermometeranzeige an mehreren Tagen hintereinander auf mehr als 7 Grad Celsius, erwachen Zecken hungrig aus der Winterstarre und machen sich auf die Suche nach Blutmahlzeiten. Alle, die draußen unterwegs sind, sollten an Vorsorgemaßnahmen denken. Diese können Zecken und Zeckenstiche verhindern.

Was macht Zecken so gefährlich?

Zecken können beim Blutsaugen über 50 verschiedene Krankheitserreger auf Menschen übertragen. Das Übertragungsrisiko besteht natürlich ab dem Beginn der Zeckensaison. Zu den übertragbaren Erregern gehören Borrelien und FSME-Viren. Die häufigste durch einen Zeckenstich ausgelöste Krankheit ist die Lyme-Borreliose. Deren Erreger werden nach einer Saugdauer von 12 bis 24 Stunden übertragen. Erkennbar ist eine Erkrankung oft durch die sogenannte Wanderröte – eine kreisförmige, großflächige Rötung rund um die Stichstelle. Wird die Borreliose frühzeitig erkannt, lässt sie sich gut mit Antibiotika behandeln. Eine Impfung als Vorsorgemaßnahme gibt es hingegen nicht.

FSME-Erkrankung kann schwere Folgen haben

Ganz anders sieht es bei der FSME aus. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Anfangs treten in der Regel grippeähnliche Symptome auf. Danach kann es bei einem Teil der Patienten zu Entzündungen der Hirnhaut oder des Gehirns kommen. Die Erkrankung ist zudem nicht ursächlich behandelbar. In Deutschland sind die Erkrankungszahlen gestiegen. Im Jahr 2018 gab es 583 registrierte FSME-Fälle.1 Dies ist der höchste Wert seit Einführung der FSME-Meldepflicht im Jahr 2001. Vorsorgemaßnahmen können das Erkrankungsrisiko nach einem Zeckenstich minimieren.

Vorsorge gegen Zeckenstiche und FSME

Um sich gegen Zecken und – viel wichtiger – Zeckenstiche zu schützen, gibt es verschiedene Maßnahmen. Dazu gehört das Tragen von langer Kleidung, da sie den Parasiten den Zugang zur Haut erschwert. Gleiches gilt auch für festes Schuhwerk. Zudem kann man Repellents verwenden. Die insektenabweisenden Sprays können Zecken eine Zeit lang auf Abstand halten und sollten daher nach einigen Stunden aufgefrischt werden. Außerdem sollte man seinen Körper nach einem Aufenthalt in der Natur nach Zecken absuchen. Die beste Vorsorge gegen FSME ist jedoch die Impfung. Mehr Informationen zur FSME-Impfung gibt es auch beim Hausarzt/bei der Hausärztin.

Zecken sind dort, wo es grün ist

Wer wissen will, wo genau sich Zecken aufhalten, dem sei gesagt: eigentlich überall dort, wo es grün ist. Dabei sitzen die Spinnentiere bevorzugt im hohen Gras, im Unterholz sowie in Büschen. Daher bei jedem Aufenthalt in der Natur an die Vorsorgemaßnahmen denken! Insbesondere Menschen, die in einem der sogenannten FSME-Risikogebiete leben oder dorthin reisen, sollten vorsorgen – während der ganzen Zeckensaison. Seit 2019 gibt es mit dem Emsland das erste FSME-Risikogebiet in Norddeutschland. Die Zeckensaison dauert in der Regel von Februar bis Oktober. Dann ist das Risiko einer FSME-Erkrankung besonders hoch.

1 Robert Koch-Institut: [email protected] 2.0, § 7.1 IfSG – vom 06.02.2019 (bis Ende 3. KW 2019) (letzter Zugriff am 08.02.2019).