Bei Bootcamps auch an Zeckenvorsorge denken

Draußen bei Wind und Wetter zu trainieren und den eigenen Schweinehund zu überwinden, härtet ab. Doch auch gestählte Adonis-Körper sind vor Zecken nicht gefeit – ganz im Gegenteil: Während des Zirkeltrainings auf Grünflächen können die ambitionierten Sportler schnell zur Beute von Zecken werden. Daher sollte Zeckenvorsorge selbstverständlich in den Trainingsplan integriert werden, denn die kleinen Plagegeister können der Gesundheit ganz schön zu schaffen machen: Neben Borreliose-Bakterien können Zecken auch Frühsommer-Meningoenzephalitis- (FSME-)Viren übertragen.

Als erfahrene Bootcamptrainerin weiß Carolin Hapke, dass Zecken auf die verschwitzten Sportler lauern können, daher gehört Zeckenvorsorge für sie selbstverständlich zum Training dazu.

„Original Bootcamp“ ist eine Sportart, bei der sich kleinere Trainingsgruppen regelmäßig in Parks, auf Wiesen oder anderen grünen Flächen – also mitten im Jagdrevier von Zecken – treffen, um gemeinsam Sport zu treiben. „Das Tolle am Bootcamptraining ist, dass ich als Trainerin die Übungen für meine Teilnehmer je nach Fitnessgrad variieren kann. So ist für jeden was dabei und alle können bis an ihre persönlichen Grenzen gehen“, schwärmt die erfahrene Bootcamptrainerin Carolin Hapke. In der Regel gibt es einen Zirkel von sieben Stationen: Jede Übung wird eine Minute lang ausgeführt, dann folgt eine kurze Pause, bevor die Übung wieder aufgenommen wird. Das klingt nach einer schweißtreibenden Angelegenheit, die die Aufmerksamkeit von Zecken auf sich zieht, daher ist beim Bootcamptraining in der Natur Zeckenvorsorge wichtig.

Körperschweiß von Sportlern ist für Zecken verlockend

Der Körpergeruch eines Menschen ist ein Kriterium dafür, ob die betreffende Person für Zecken besonders appetitlich ist oder nicht: Zecken nehmen den Geruch ihrer potenziellen Opfer mit einem speziellen Sensor wahr, dem sogenannten Haller’schen Organ. Dieses wittert einen Duftcocktail von circa acht verschiedenen Gerüchen, unter anderem im Schweiß enthaltene Buttersäure, Ammoniak und Kohlendioxid, das beim Ausatmen entsteht. Da Sportler beim Bootcamptraining ganz schön ins Schwitzen und Schnaufen kommen, sind sie für Zecken also eine willkommene Mahlzeit.

Dank Zeckenvorsorge keine Ausrede

Wer nun meint, Zecken als Rechtfertigung zum Faulenzen nutzen zu können, liegt jedoch falsch, da man mit der richtigen Zeckenvorsorge vorbeugen kann. Das weiß auch Carolin Hapke: „Wer an einem Bootcamp teilnimmt, braucht Durchhaltevermögen. Da auch Zecken sehr geduldig auf ihre Beute warten können, sollte man ihnen keine Angriffsfläche bieten.“

Beim Training ist es wichtig, möglichst körperbedeckende Kleidung und geschlossenes Schuhwerk zu tragen. Wer zusätzlich verbeugen möchte, kann Kleidung und nackte Hautteile mit speziellen insektenabweisenden Mitteln, sogenannten Repellents, einsprühen. Dass sich die Zecke auf den Körper setzt oder gar sticht, bleibt in der Regel unbemerkt, da die Zecke beim Stechen Betäubungsmittel abgibt. Daher ist es wichtig, den Körper nach der Trainingseinheit gründlich nach Zecken abzusuchen. Zudem kann auch ein Impfschutz vorbeugen, nach dem Zeckenstich an FSME zu erkranken. Vor allem für Menschen, die in sogenannten FSME-Risikogebieten leben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine FSME-Impfung. In Deutschland zählen beispielsweise große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Regionen in Südhessen und Thüringen zu Risikogebieten, in denen die Gefahr der Übertragung von FSME-Viren besonders hoch ist. In diesen Gebieten sollte eine FSME-Impfung für alle, die gerne draußen Sport treiben, selbstverständlich sein.

Was ist FSME und welche Symptome können auftreten?

Für Menschen, die an FSME erkrankt sind, ist Sport leider erst mal tabu: FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems und kann schwere gesundheitliche Folgen haben und sogar lebensgefährlich sein. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen kommt es bei rund 50 Prozent der Betroffenen zu einer Entzündung der Hirnhaut, bei circa 40 Prozent zusätzlich zur Entzündung des Gehirns. Einige tragen schwere gesundheitliche Folgen mit dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche davon.

Damit es gar nicht erst so weit kommt und man sich beim Sport lediglich mit dem eigenen Schweinehund rumärgern muss und nicht mit Zecken – oder durch sie übertragene Krankheitserreger –, ist die richtige Zeckenvorsorge beim Bootcamptraining wichtig.

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