Beim Herbstbasteln mit Kindern auch an Zecken denken

Am 22. September ist astronomischer Herbstbeginn und endlich gibt es wieder frisches Bastelmaterial: Von bunten Blättern, Bucheckern, Eicheln bis hin zu Kastanien – die Natur bietet vieles, womit Eltern und Kinder gemeinsam kreativ werden können. Aber nicht nur das Basteln macht großen Spaß, sondern auch das Sammeln der Utensilien. Hierbei sollten Eltern bedenken, dass Zecken auch im Herbst noch aktiv sein können, daher ist Vorsorge nach wie vor wichtig.

Kastanien, Blätter und Co. laden zum herbstlichen Bastelspaß ein! Eltern sollten beim Sammeln der Naturmaterialien jedoch auch an die Vorsorge gegen Zecken denken. (Foto: Adobe Stock - ChristArt)

Materialbeschaffung in der Zecken-Hochburg

Um besonders schöne Naturmaterialien zu finden, verschlägt es Groß und Klein bei der Suche häufig abseits der Wege ins Unterholz. Das macht natürlich mehr Spaß und verspricht eine ertragreichere Suche als auf befestigten Wegen, da hier auch Wanderer schöne Kastanien und leuchtende Blätter sammeln. Allerdings tummeln sich genau dort viele Zecken. Die Spinnentiere können bis zu 1,50 Meter hochklettern – eine ideale Höhe, um sich unbemerkt im Vorübergehen abstreifen zulassen.

Wohin stechen Zecken?

Eine Studie hat ergeben, dass Zecken ein Faible für dünne und gut durchblutete Hautregionen haben: Bei Erwachsenen sind der Brustbereich und die Kniekehlen besonders beliebt, während Hände, Unterarme, Ellenbogen und Füße hingegen weniger attraktiv sind. Kinder werden oft im Kopfbereich gestochen. Prinzipiell können Zeckenstiche jedoch an allen Körperstellen vorkommen, darum ist es wichtig, den ganzen Körper nach dem Aufenthalt im Freien umgehend und gründlich nach Zecken abzusuchen.

Wie können fleißige Bastler gegen Zecken vorsorgen?

Eltern sollten darauf achten, dass sie selbst und ihre Kinder möglichst lange Kleidung und geschlossenes Schuhwerk tragen. Am besten sollten auch die Socken über die Hose gestülpt werden, um es den Zecken schwerer zu machen, an den Beinen hochzukrabbeln. Wenn Eltern zusätzlich vorbeugen möchten, können sie Kleidung und Hautteile mit speziellen insektenabweisenden Mitteln, sogenannten Repellents, einsprühen. Dass sich die Zecke auf den Körper setzt oder gar sticht, bleibt in der Regel unbemerkt. Daher ist es wichtig, den Körper nach dem Aufenthalt in der freien Natur nach Zecken abzusuchen. Wird ein Stich entdeckt, sollte die Zecke schnellstmöglich und sehr vorsichtig mit einer Zeckenkarte oder -pinzette entfernt werden. Auch wenn man eine Zecke sofort nach dem Stich entfernt, schützt das nicht gegen eine Übertragung von FSME-Viren. Denn diese befinden sich im Speichel der Zecke und können beim Stechen sofort in die Wunde übergehen. Es gilt aber: Je länger die Zecke saugt, umso höher ist das Risiko, sich mit weiteren Erregern zu infizieren.

Zecken und Krankheiten

„Die Zecke gilt als gefährlichstes Tier Deutschlands, was an den Krankheitserregern liegt, mit denen die Blutsauger infiziert sein können. Neben den Lyme-Borreliose-Bakterien können auch Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME-)Viren übertragen werden“, erklärt der Zeckenexperte Prof. (a. D.) Dr. Jochen Süss. FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen kommt es bei rund 50 Prozent der Betroffenen zu einer Entzündung der Hirnhaut, bei ca. 40 Prozent zusätzlich zur Entzündung des Gehirns. Einige Patienten tragen schwere gesundheitliche Folgen mit dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche davon. Ein Impfschutz kann vorbeugen, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken. Vor allem für Menschen, die in sogenannten FSME-Risikogebieten leben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine FSME-Impfung. In Deutschland zählen beispielsweise große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Regionen in Südhessen und Thüringen als Risikogebiete. Die Gefahr der Übertragung von FSME-Viren ist hier besonders hoch. In diesen Gebieten sollte eine FSME-Impfung für Eltern und Kinder selbstverständlich sein.

Mit Naturmaterialien zu basteln, ist für Eltern eine tolle Möglichkeit, ihre Kinder trotz der nasskalten Herbsttemperaturen für Ausflüge in die Natur zu begeistern. Aus den gesammelten Blättern und Früchten können Eltern und Kinder eine schöne Deko basteln, die drinnen eine tolle Herbststimmung zaubert. Mit der richtigen Zeckenvorsorge ist Groß und Klein im Unterholz gegen die lästigen Spinnentiere gewappnet.