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Gestatten, Zecke – eine Vorstellung

Die Zecke hat Saison – und das von Februar bis Oktober. Sobald die Temperatur mehrere aufeinanderfolgende Tage über sieben Grad Celsius liegt, sind Zecken aktiv. Der Stich des kleinen braunen Spinnentieres ist zwar in der Regel nicht schmerzhaft, jedoch kann die Zecke beim Blutsaugen gefährliche Krankheiten auf den Menschen übertragen, darunter FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose. FSME ist ein Virus und nicht ursächlich behandelbar. Die Erkrankung kann schwere gesundheitliche Folgen haben und sogar lebensgefährlich sein. Die bakteriell bedingte Borreliose hingegen kann mit Antibiotika therapiert werden.

Der Stechapparat der Zecke selbst hat zahlreiche kleine Widerhaken, die symmetrisch angeordnet sind und mit denen sie sich an ihrem Wirt festhält.

Was genau sollte man noch über Zecken wissen?

Spinnentier Zecke

Die Zecke zählt biologisch zur Klasse der Spinnentiere. Das erkennt man beispielsweise an den acht Beinen erwachsener Zecken. Darüber hinaus ist die Zecke ein hochspezialisiertes Tier, das durch Körperbau und Verhalten hervorragend an seine Umwelt angepasst ist. Als Parasit braucht sie andere Lebewesen, von deren Blut sie sich ernährt – ähnlich wie eine Stechmücke.

Blutsauger Zecke

Im Vergleich zur Stechmücke benötigt die Zecke wesentlich mehr Blut bei ihrer Mahlzeit. Im Extremfall hängt sie bis zu 15 Tage an ihrem Wirt (Tiere oder Menschen) und trinkt sich satt. Dafür sucht sie sich an ihrem Opfer eine geeignete Stelle, beim Menschen z. B. die Achselhöhle oder den Kopf, um festen Halt zu haben. So übersteht sie unbeschadet auch das ein oder andere Kratzen oder Scheuern.

Satt für ein Jahrzehnt

Während bei uns Menschen der Magen spätestens gegen Mittag knurrt, wenn wir morgens nichts gegessen haben, hält die Zecke es weit länger ohne Nahrung aus. Eine einzige Blutmahlzeit macht eine Zecke demnach sehr lange satt: Im Labor konnten Zecken, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung überleben. In freier Natur lebt das kleine Spinnentier nur drei bis fünf Jahre.

Wie die Zecke sticht

Die Zecke hat einen hochentwickelten Stechapparat. Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen reißt sie die Haut des Wirts auf und gräbt mit ihrem „Stachel“ eine Grube in das Gewebe, das sich an der Stichstelle mit Blut füllt. Nachfließendes Blut saugt die Zecke immer wieder ab.

Können Zecken Zecken haben?

Wenn einmal kein Mensch oder Tier in der Nähe sein sollte – werden Zecken dann zu „Kannibalen“? Nein! Zecken saugen kein Blut von Artgenossen. Bei Zecken, die aneinanderhaften, handelt es sich um ein Männchen und ein Weibchen bei der Paarung. Während das Weibchen Blut saugt, klettert das kleinere Männchen auf ihre Unterseite und platziert mit seinen Mundwerkzeugen ein Spermapaket in die Geschlechtsöffnung des Weibchens.

Blut lässt die Zecke wachsen

Die Zecke saugt das Blut ohne Umwege in ihren Darm. Durch das Blutsaugen steigt ihr Eigengewicht um ein Vielfaches. Denn der Darm besteht aus vielen Anhängen und ist so dehnbar, dass eine vollgesaugte Zecke bis zu 200-mal so viel wiegen kann wie sein hungriger, blutleerer Artgenosse.

Wie schützt man sich am besten vor Zecken?

Wer beim Thema Zecken und den durch sie übertragenen Krankheitserregern auf Nummer sicher gehen möchte, sollte vorbeugen. Neben der richtigen Kleidung, die möglichst viel vom Körper bedeckt, festen Schuhen, schützenden Repellents und dem Absuchen der Haut nach dem Spaziergang gehört auch eine FSME-Impfung zu möglichen Vorbeugungsmethoden. Vor allem in den FSME-Risikogebieten wie beispielsweise weiten Teilen Bayerns, Baden-Württembergs, Südhessens und im südöstlichen Thüringen sollten die aufgezählten Vorsorgemaßnahmen eine Selbstverständlichkeit sein. In Deutschland reicht die Zeckensaison von Februar bis Oktober, der Impfschutz sollte aber bestenfalls das gesamte Jahr bestehen. Der ideale Zeitpunkt für den Beginn der Grundimmunisierung liegt im Winter. Möglich ist aber auch eine Schnellimmunisierung innerhalb weniger Wochen. Hierfür sind drei Impfungen erforderlich. Anschließend hält der Impfschutz für mindestens drei Jahre.