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Zeckenexperte Dr. Gerhard Dobler schafft Klarheit rund um gängige Mythen über Zecken

Seit Ende März ticken die Uhren wieder im Rhythmus des Sommers! Die Tage werden länger und machen Lust darauf, Zeit draußen im Grünen zu verbringen. Doch nicht nur wir Menschen freuen uns: Auch Zecken sind wieder eifrig auf der Suche nach frischem Blut. Obwohl wir mittlerweile wissen, dass die Plagegeister gefährliche Krankheitserreger übertragen können, halten sich manche Zeckenmythen hartnäckig. Welche das sind und welche getrost vergessen werden können, darüber spricht der Zeckenexperte Dr. med. Gerhard Dobler.

Wahrheiten und Irrtümer – was Sie über Zecken wissen sollten.

Herr Dr. Dobler, was sind die gängigsten Zeckenmythen und was steckt wirklich dahinter?

„Zum einen gibt es das Gerücht, dass Zecken auf Bäume klettern und sich von oben auf ihre Opfer stürzen. Das ist falsch! Zecken sind maximal in 1,5 Meter Höhe, bevorzugt in Wiesen, Gräsern und Büschen, vorzufinden und werden im Vorübergehen abgestreift. Das zweite Gerücht ist, dass Zecken beißen würden. Auch das stimmt nicht. Ähnlich wie Mücken besitzen Zecken einen Stechapparat, mit dem sie ans Werk gehen. Der Angriff einer Zecke ist also kein Biss, sondern ein Stich.“

Und wenn eine Zecke zugestochen hat, was gibt es bei der Entfernung zu beachten?

„Vor der Entfernung sollte die Zecke nicht mit Öl oder Uhu beträufelt werden, dies kann dazu führen, dass sogar noch mehr Krankheitserreger in die Wunde gelangen. Um eine Zecke richtig zu entfernen, eignen sich Hilfsmittel wie die Zeckenkarte, eine Pinzette oder einfach spitze Fingernägel. Mitunter kann es vorkommen, dass ein kleiner schwarzer Punkt in der Haut stecken bleibt, hierbei handelt es sich um den Stechapparat, der jedoch keinen Schaden verursachen kann. Er wird innerhalb weniger Tage vom Körper abgestoßen.“

Wie kann ich gegen Zeckenstiche vorsorgen?

„Beim Aufenthalt in der freien Natur ist es wichtig, dass möglichst lange, hautbedeckende Kleidung und geschlossenes Schuhwerk getragen werden. Auch sollten die Socken über die Hose gezogen oder Gummistiefel getragen werden, um es den Zecken schwerer zu machen, an den Beinen hochzukrabbeln. Wer zusätzlich vorbeugen möchte, kann Kleidung und Hautteile mit speziellen insektenabweisenden Mitteln, sogenannten Repellents, einsprühen. Dass sich die Zecke auf den Körper setzt oder gar sticht, bleibt in der Regel unbemerkt. Daher ist es wichtig, den Körper nach dem Aufenthalt in der freien Natur nach Zecken abzusuchen. Zudem kann auch ein Impfschutz vorbeugen, sich nach einem Zeckenstich mit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) zu infizieren, hierbei handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems.“

Wann ist der richtige Impfzeitpunkt und wie oft muss ich mich impfen lassen?

„Zecken werden aktiv, sobald es an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen 7 Grad Celsius warm oder wärmer ist. In Deutschland reicht die Zeckensaison deshalb in der Regel von Februar bis Oktober. Der Beginn oder das Ende der Saison können sich bei entsprechenden Temperaturen aber auch verschieben. Der Impfschutz sollte daher bestenfalls das gesamte Jahr über bestehen. Mit dem Aufbau des Impfschutzes kann jederzeit begonnen werden. Für einen mehrjährigen Impfschutz werden drei Impfungen in einem fest gelegten Zeitraum über mehrere Monate benötigt. Danach erfolgt eine regelmäßige Auffrischung. Steht die Zeckensaison unmittelbar bevor, kann auch kurzfristig ein Impfschutz für die aktuelle Saison aufgebaut werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt beraten.“

Hintergrundinformationen zum Zeckenexperten Dr. med. Gerhard Dobler

Privatdozent Dr. med. Gerhard Dobler ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und Leiter der Abteilung für Virologie und Rickettsiologie am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr München. Daneben leitet er das Nationale Konsiliarlabor für FSME und ist damit für die Abklärung aller fraglichen oder ungewöhnlichen Fälle von FSME in Deutschland zuständig. Der erfahrene Mediziner ist daneben Spezialist, wenn es um die Themen „Zecken“ und „durch Zecken übertragene Viren“, hier besonders das FSME-Virus, geht.

Mehr zum Thema Zeckenvorsorge erfahren Sie unter www.zecken.de