Den Garten winterfest machen – eine Checkliste

Wässern, düngen, schneiden und ernten – 8 Millionen Deutsche hegen und pflegen ihren heimischen Garten. Auch während der Gartenarbeit im Herbst findet der Daumen keine Ruhe. Denn nach der Erntezeit gilt es, den Garten winterfest zu machen. Wir haben eine Checkliste zusammengestellt, damit Ihr grünes Heim die kalte Jahreszeit übersteht.

Wenn der heimische Erholungsort winterfest gemacht wird, kann es zu Begegnungen mit Zecken kommen.

1. Pflanzen einwintern

Bevor Dauerfrost und Schnee einkehren, sollten die Kübelpflanzen ins sichere Winterquartier gebracht werden – idealerweise dorthin, wo es hell und kühl ist, wie im Treppenhaus, Wintergarten oder Keller. Einige Pflanzenarten dürfen auch direkt im Garten überwintern, darunter Buchsbaum, Bambus und Kirschlorbeer. Bei Terrakottakübeln ist Vorsicht geboten. Hier besteht die Gefahr, dass das gefrorene Wasser die Erde ausdehnt und die Kübel platzen. Um das zu verhindern, sollten Pflanzentöpfe mit Jutestoff oder Luftpolsterfolie bedeckt werden. Exotische Schwimmpflanzen wie Wasserhyazinthen und Lotosblumen überstehen die klirrende Kälte nicht im Freien. Damit auch diese Teichpflanzen überwintern, sollte man sie in einem Eimer voll Wasser an einem hellen, frostfreien Ort ruhen lassen.

2. Rasen schneiden und düngen

Die Temperaturen fallen, und das macht sich auch am Rasen bemerkbar, denn bei einer Bodentemperatur von neun Grad hört Rasen auf zu wachsen. Um den Rasen winterfest zu machen, sollte er gemäht werden – jedoch nicht kürzer als fünf Zentimeter. Wenn das Gras zu kurz geschnitten wird, läuft man Gefahr, dass der Boden und sein Wurzelbereich nicht mehr vor Frost geschützt werden. Bleibt das Gras hingegen zu lang, brechen die Halme ab. Damit sich kurze und kräftige Grashalme entwickeln, empfiehlt es sich, den Rasen im Herbst zu düngen. Der Dünger sollte allerdings stickstoff- und phosphorarm sein, ansonsten werden die Halme weich und dadurch anfällig für Frost und Krankheiten.

3. Rosen für den Winter vorbereiten

Rosen sind der Klassiker im Ziergarten. Mit diesen kleinen Mitteln können Rosen problemlos im Topf überwintern: Der letzte Rosenschnitt erfolgt unmittelbar nach der Blüte, im Spätsommer. Den Blumentopf in Luftpolsterfolie oder Jute einwickeln, damit die Triebe nicht einfrieren. Zudem sollte der Topf auf eine isolierende Unterlage, beispielsweise eine Styroporplatte oder ein Holzbrett, gestellt werden – somit kann keine Kälte von unten an den Wurzelballen gelangen. Anschließend den Kübel möglichst dicht an die Wand schieben, um ihn vor Wind und Regen zu schützen. Auch im Winter sollten Rosen in regelmäßigen Abständen, sobald die Erde trocken ist, gegossen werden.

4. Erdbeeren frostfest machen

Von Erdbeerkonfitüre über Erdbeerkuchen bis hin zum puren Genuss von frischen Erdbeeren – die Königin unter den Beerenfrüchten lässt sich vielfältig einsetzen und ist somit wie geschaffen für einen mehrjährigen Anbau im Beet. Problematisch wird es für Erdbeeren im Winter, sobald der Boden gefriert, denn dann droht den Wurzeln ein erheblicher Frostschaden. Damit Erdbeeren sicher im Beet überwintern, den Boden mit Stroh oder Rindenmulch abdecken. Den Boden vor dem Mulchen mit einer Hacke auflockern. Zusätzlich kann man das Beet mit einem atmungsaktiven Winterschutzvlies schützen. Von Plastikfolien ist abzuraten, da sonst keine Luftzirkulation stattfinden kann. Die Abdeckung sollte erst nach dem Spätfrost entfernt werden, und dieser endet in der Regel nicht vor April.

Sich bei der Gartenarbeit vor Zecken schützen

Ob auf langen Gräsern, im Dickicht oder zwischen vermodertem Laub – Zecken tummeln sich gerne im heimischen Garten. Deshalb sollte man auch bei der Gartenarbeit im Herbst auf die kleinen Blutsauger Acht geben. Zecken sind nicht ganz ungefährlich: Beim Stechen können sie Krankheitserreger wie FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose übertragen. Eine FSME kann zu einer Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems führen. „Ein Zeckenstich geschieht unbemerkt, ist schmerzfrei und ähnelt auf den ersten Blick einem Mückenstich. Die Einstichstelle sollte regelmäßig beobachtet werden, denn Veränderungen wie Schwellungen oder Rötungen können erste Anzeichen von übertragenen Krankheitserregern sein. Bei Unsicherheit sollte sofort ein Arzt konsultiert werden“, erklärt Zeckenexperte Prof. (a. D.) Dr. Jochen Süss. Um Zeckenstichen vorzubeugen, können folgende Vorsorgemaßnahmen getroffen werden: Neben Hacke und Spaten gehört ein zeckenabweisendes Spray, ein sogenanntes Repellent, zum Garten-Equipment dazu. Kleidung sollte möglichst viel vom Körper bedecken, denn weiche, gut durchblutete und dünne Hautstellen sind bei den fiesen Parasiten besonders beliebt. Gegen Insekten und Zeckenstiche helfen ebenfalls Gummistiefel und Handschuhe. Zusätzlich kann eine Impfung vor einer FSME-Erkrankung schützen. Mit der richtigen Zeckenvorsorge lassen sich die Herbstarbeiten im Garten unbeschwert meistern. Und nun darf man gespannt aufs Frühjahr blicken, bis die Pflanzen wieder ihre volle Pracht entfalten.