Kinder auf Klassenfahrten gegen Zecken schützen

Klassenfahrten gehören für Kinder zu den schönsten Erlebnissen der Schulzeit. Sie toben mit ihren Freunden über Wiesen und wandern durch die Natur. Daher sollte die Zeckenabwehr frühzeitig eine Rolle spielen. Denn auch auf Klassenfahrt kann es zu Begegnungen mit den Parasiten kommen.

Klassenfahrten bedeuten für Kinder viel Spaß und Abenteuer in der Natur. Zur Zeckenabwehr gibt es einige Vorsorgemaßnahmen.

Schon bei der Organisation der Klassenfahrt an Zeckenabwehr denken

Spaß, Abwechslung und etwas Kultur – so stellt man sich als Elternteil die Klassenfahrt vor. Bei der Vorbereitung steht daher die Zeckenabwehr für alle Beteiligten weniger im Fokus. Dennoch sollte sie bei der Organisation eine ebenso große Rolle spielen wie Sonnenschutz oder Erste-Hilfe-Kit. Gerade, weil die Klasse viele Ausflüge in die Natur unternimmt, sollten Zecken nicht vergessen werden. Die Klassen erkunden Wiesen und Wälder – Orte, an denen sich gemeinhin auch Zecken zu Hause fühlen. Da Zecken bei ihrem Stich viele verschiedene Krankheitserreger übertragen können, darunter Borreliose-Bakterien und FSME-Viren, ist Vorsorge wichtig. Gut, wenn man die Zeckenabwehr von Anfang an mit einplant. Das gilt natürlich für die Eltern und die Lehrer. Oft gibt es zur Vorbereitung der Klassenfahrt einen Elternabend – hier könnte das Thema mit auf der Tagesordnung stehen. Lehrkräfte können über Einverständniserklärungen absichern, dass sie eine Zecke entfernen dürfen, wenn die Eltern dem zustimmen. Und auch Eltern sollten vor der Klassenfahrt mit ihrem Nachwuchs über Zeckenvorsorge sprechen.

Begegnung mit Blutsaugern nicht ausgeschlossen

Dass Zecken sich von Bäumen fallen lassen, ist ein großer Irrtum. Zecken können zwar gut klettern, aber nur bis zu einer Höhe von maximal 1,5 Meter. Wenn die Kinder in der Natur spielen, kann es also schnell zu einem Kontakt kommen. Kinder streifen gerne abseits der Wege durchs Gras und Unterholz und toben gemeinsam über Wiesen. Für Zecken ist es die ideale Umgebung, um auf einen potenziellen Wirt zu warten und sich abstreifen zu lassen. Anschließend krabbelt der Parasit über den Körper auf der Suche nach einer möglichst gut durchbluteten Stelle, um zuzustechen. Bei Kindern sind das Kopf- und Halsbereich sowie der Schritt und die Kniekehlen.

Maßnahmen zur Zeckenabwehr

Um Zeckenstiche zu vermeiden, gibt es unterschiedliche Vorsorgemaßnahmen. Dazu gehören festes Schuhwerk und lange, helle Kleidung. Auf hellen Stoffen sind die dunklen Zecken gut sichtbar. So können sie abgesammelt werden, bevor sie zustechen. Ebenso ist ein Insekten abweisendes Spray, ein sogenanntes Repellent, ein gutes Mittel zur Zeckenabwehr. Den Körper vor jedem Ausflug damit einzusprühen, kann helfen, die Blutsauger auf Abstand zu halten. Zudem ist es ratsam, dass sich die Kinder im Anschluss nach jedem Aufenthalt in der Natur gründlich nach Zecken absuchen. Gut, wenn die erwachsenen Begleitpersonen die Kinder daran stetig erinnern. Zusätzlich kann auch ein Impfschutz vorbeugen, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken.

Was ist FSME?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Die FSME-Erreger sitzen im Speichel einer virusdurchseuchten Zecke und werden beim Stechen sofort übertragen. Eine Erkrankung an FSME kann lebensgefährlich sein. Sie ist nicht ursächlich behandelbar, die Ärzte können nur die Symptome mit Medikamenten lindern. Es kann zu schweren gesundheitlichen Folgen kommen.

FSME-Risikogebiete

Es gibt eine große Zahl von Schullandheimen, die abseits vom Trubel mitten in der Natur liegen. Für viele Lehrer ein Grund, sie für Klassenfahrten auszuwählen. Sie sind über ganz Deutschland verteilt, sodass einige von ihnen in einem FSME-Risikogebiet liegen. „Zwar lauern Zecken überall in Deutschland, aber in sogenannten FSME-Risikogebieten wie beispielsweise in großen Teilen Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teilen Südhessens und Thüringens ist die Gefahr der Übertragung von FSME besonders hoch“, erläutert Prof. Dr. med. Tomas Jelinek, Medizinischer Direktor des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin (BCRT). FSME-Risikogebiete werden jedes Jahr vom Robert Koch-Institut definiert. Gerade, wenn die Klassenfahrt in ein solches Risikogebiet führt, ist es sinnvoll, mit seinem Kinderarzt über eine FSME-Impfung zu reden. Denn die richtigen Informationen und auch Maßnahmen zur Zeckenabwehr können dazu beitragen, dass Kinder und Lehrer eine unbeschwerte Zeit auf Klassenfahrt verbringen können.

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