Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht neue Karte der FSME- Risikogebiete Deutschlands

Unterschätzte Gefahr durch Zecken

Berlin, 08. Mai 2017. Wie das Robert Koch-Institut in seinem neuen Epidemiologischen Bulletin bekanntgab, werden in Deutschland auch weiterhin 146 Kreise als FSME- (Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Risikogebiete eingestuft. Vor allem Bayern, Baden- Württemberg, Südhessen sowie das südöstliche Thüringen sind hierbei betroffen. Zudem gibt es weitere Risikogebiete in Mittelhessen (LK Marburg-Biedenkopf), Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld) im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis) und in Sachsen (Vogtlandkreis). Forscher haben zudem im März erstmals nachgewiesen, dass nicht nur der gemeine Holzbock, sondern auch die Auwaldzecke das FSME-Virus beim Stechen übertragen kann.

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Das RKI hebt in seiner Analyse auch die Impfquoten innerhalb der Risikogebiete hervor: „Die Impfquoten in den Risikogebieten sind weiterhin stagnierend oder sogar rückläufig und daher nach wie vor unzureichend hoch, um eine starke Zunahme der FSME-Fallzahlen, wie z. B. in den Jahren 2011, 2013 und 2016 beobachtet, zu verhindern. In diesen Jahren war das Zusammenspiel von ökologisch-klimatischen Faktoren wahrscheinlich besonders günstig für die Ausbreitung von Zecken, des Virus innerhalb seiner Naturherde und/oder die humane Exposition. Es sollte insbesondere in Kreisen mit besonders hoher FSME-Krankheitslast verstärkt über den Nutzen einer FSME-Impfung aufgeklärt werden, um höhere Impfquoten zu erreichen. Dadurch könnte ein Großteil der Erkrankungen in Deutschland verhindert werden.“1

Zecken werden aktiv, sobald es an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen 7 Grad Celsius warm oder wärmer ist. In Deutschland reicht die Zeckensaison deshalb in der Regel von Februar bis Oktober. Der Beginn oder das Ende der Saison können sich bei entsprechenden Temperaturen aber auch verschieben. Der Impfschutz sollte daher bestenfalls das gesamte Jahr über bestehen. Mit dem Aufbau des Impfschutzes kann jederzeit begonnen werden. Für einen mehrjährigen Impfschutz werden drei Impfungen in einem fest gelegten Zeitraum über mehrere Monate benötigt. Danach erfolgt eine regelmäßige Auffrischung. Steht die Zeckensaison unmittelbar bevor, kann auch kurzfristig ein Impfschutz für die aktuelle Saison aufgebaut werden. In diesem Frühjahr machten Zeckenforscher publik, dass eine weitere Zeckenart das FSME-Virus übertragen kann: die Auwaldzecke. Bisher war nur nachgewiesen, dass der gemeine Holzbock Träger und Überträger des FSME-Virus in Deutschland ist.

FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen kommt es bei rund 50 Prozent der Betroffenen zu einer Entzündung der Hirnhaut, bei ca. 40 Prozent zusätzlich zur Entzündung des Gehirns. Einige tragen schwere gesundheitliche Folgen mit dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche davon. Wer beim Thema FSME auf Nummer sicher gehen möchte, sollte vorbeugen. Neben der richtigen Kleidung, die möglichst viel vom Körper bedeckt, festen Schuhen, schützenden Repellents und dem Absuchen der Haut nach dem Spaziergang, gehört auch eine FSME-Impfung zu möglichen Vorbeugungsmethoden. Vor allem in den FSME-Risikogebieten sollten die aufgezählten Vorsorgemaßnahmen eine Selbstverständlichkeit sein.

1 Epidemiologisches Bulletin Nr. 17/2017, Robert Koch Institut

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