Zähe Zecken

Zecken gibt es seit 350 Millionen Jahren. Im Laufe der Evolution haben sie sich kaum verändert. Der Grund: Schon von Anfang an waren die Zecken vor allem mit einer Fähigkeit ausgestattet: Sie sind zäh.


Wie zäh, das zeigt unser Zeckenhärtetest. 

 

 

Zecken in der Waschmaschine

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Was geschieht eigentlich mit Zecken, die nach einem Aufenthalt im Freien an der Kleidung haften und in der Waschmaschine landen?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wurden Zecken aller Entwicklungsstadien  in die Waschmaschine gesteckt - und dort gründlich durchgeschüttelt. Das Ergebnis: Einen Waschgang bei 40 Grad haben fast alle Zecken überlebt. 

Getestet wurden Exemplare aller Entwicklungsstadien - also Larven, Nymphen und adulte Zecken - im ungesogenem Zustand. Um alle getesteten Zecken nach dem Waschgang sicher wieder zu finden, wurden sie in kleine, mit Heißkleber verschlossene Gazesäckchen gesteckt (siehe Abbildung unten). 

 

 

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Anschließend wurden die Zecken zusammen mit ca. 2 kg gemischter Wäsche in drei verschiedenen Waschmaschinen bei 40 Grad mit einem handelsüblichen Waschmittel gewaschen. Es handelte sich um einen normalen Waschgang ohne Vorwäsche, dafür mit einem Schleudergang mit 1000 Umdrehungen. 

Ergebnis des Waschmaschinentests

Die Tabelle unten zeigt die Ergebnisse von drei Waschgängen bei 40 °C. Die Überlebensrate der Zecken wurde 24 Stunden nach dem Test unter dem Mikroskop ermittelt. In Test 1 überlebten alle Nymphen, während bei den Adulten und den Larven eine Mortalität von 7,4 bzw. 16,9 % auftrat. In Test 2 überlebten alle Zecken. In Test 3 trat wiederum bei allen Stadien eine gewisse Mortalität auf, die zwischen 9,1 % (Nymphen) und 69 % (Adulti) lag. Die Mortalität berechnet sich hierbei aus der Summe der toten und moribunden Zecken. Als moribund wurden alle Zecken gewertet, die zwar noch Lebenszeichen zeigten, aber nach dem Text unfähig waren zu laufen.

In den drei Kontrollen lag die Mortalität bei nur 2,2 % (Larven: n=137), 1,2 (Nymphen: n=85) und 0 % (Adulti: n=82).

 

 

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Waschgang bei 60 Grad bzw. Wäschetrockner

Die Tabelle unten zeigt die Ergebnisse von zwei Waschgängen bei 60 °C. In beiden Tests trat eine Mortalität von 100 % auf, unabhängig vom Entwicklungsstadium der Zecken.

Das gleiche Bild ergibt sich beim Test mit dem Wäschetrockner (auf die gleiche Weise druchgeführt wie die Waschmaschinen-Tests): Keine der Testzecken hat im Wäschetrockner bei Temperaturen von 60-70 Grad überlebt.

 

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Zecken in der Wohnung

Eine Wohnung entspricht in keiner Weise dem Lebensraum der Zecke: Es gibt keine schützende Laubstreu, keine Grashalme und die Luftfeuchtigkeit ist viel zu niedrig. 

 

Trotzdem gehen Zecken, die zum Beispiel von einem Haustier in die Wohnung geschleppt wurden, nicht sofort zugrunde - auch wenn sie noch kein Blut gesaugt haben und "hungrig" in die Wohnung gelangen. Der Zeckenhärtetest hat gezeigt, dass selbst ungesogene Zecken  in der Wohnung mehrere Tage überleben können. Ungesogene Nymphen schaffen bei einer Luftfeuchtigkeit von 55 Prozent etwa fünf, erwachsene Zecken sogar 10 Tage!

 

 

Zecken im Aquarium

Zecken lieben Feuchtigkeit. Aber können sie auch längere Zeit unter Wasser überleben?

 

Um das herauszufinden, wurden Zecken aller Entwicklungsstadien in einem Aquarium platziert und dort beobachtet. Dabei stellte sich heraus: Zecken können bis zu drei Wochen unter Wasser überleben. Und damit nicht genug: Einige der Zeckenlarven, die bei dem Versuch beobachtet wurden, haben sich sogar unter Wasser gehäutet und sind zu Nymphen geworden.

Mehtode: Um das Überleben von Zecken unter Wasser über längere Zeit beobachten zu
können, wurden Zecken verschiedener Stadien und verschiedenen Ernährungszustandes in einem Aquarium unter Wasser gehalten. Hierzu wurden die Zecken in Plexiglaskammern gebracht, die konisch aus einer Plexiglasplatte
ausgefräst wurden und auf der Rückseite mit Gaze verschlossen waren. Die Vorderseite der Kammern wurde mit einer Glasplatte verschlossen, um eine Beobachtung der Zecken zu ermöglichen. Die Kammern wurden dann in ein Aquarium gestellt und evtl. vorhandene Luftbläschen mit einer Pipette durch die Gaze abgesaugt (siehe Abbildung unten).

 

 

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Der Versuch wurde zweimal durchgeführt. Im ersten Durchlauf betrug die Wassertemperatur zwischen 20 und 23 °C. Es wurden 19 ungesogene Larven, 9 ungesogene Nymphen, 6 ungesogene Adulti, 45 gesogene Larven und 15
gesogene Nymphen eingesetzt. 15 der gesogenen Larven befanden sich kurz vor ihrer Häutung. 

Nach 7 und 22 Tagen wurden die Zecken mittels Binokular
(Vergrößerung 10 – 40 x) von außerhalb des Aquariums inspiziert, ohne die Zecken
aus dem Wasser zu nehmen. Am 38. Tag wurden die Zecken aus dem Aquarium
genommen, auf ihren Zustand (lebend, tot, moribund) überprüft. Eine zweite Beobachtung des Zustandes der Zecken erfolgte nach weiteren 96 Std.


Im zweiten Versuch wurden 16 gesogene Larven (Alter: 1 Woche nach Saugakt), 8
gesogene Larven (Alter: 5 Wochen nach Saugakt), 5 gesogene Nymphen (Alter: 2
Woche nach Saugakt), 10 gesogene Nymphen (Alter: 7 Wochen nach Saugakt), 12 ungesogene Nymphen und 9 ungesogene Adulti eingesetzt. Die
Wassertemperatur betrug nun zwischen etwa 16 und 18 °C und die Zecken wurden
nach 30 Tagen entnommen und wie im ersten Versuch auf ihren Vitalstatus
untersucht.

 

 

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Überraschende Ergebnisse: Zeckenlarven können sich unter Wasser sogar häuten!

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Ein unversehrtes Zeckenweibchen nach 30 Tagen unter Wasser!

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Merke: Wer Zecken nach dem Entfernen in den Abfluss oder in die Toilette wirft, tötet sie also keineswegs. Laut einer Befragung der Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK) ist diese Beseitigungsmethode allerdings sehr gebräuchlich: Mehr als 25 Prozent der Befragten gaben an, Zecken nach dem Entfernen in Waschbecken oder Toilette runterzuspülen. Was danach mit den Zecken passiert, ist unklar. Sicher ist jedoch: Ertrinken werden sie bestimmt nicht!

 

 

Zecken im Gefrierfach

Ihre enorme Zähigkeit beweisen Zecken auch bei Kälte: 24 Stunden bei Minus 12 Grad im Tiefkühlfach ist für die kleinen Blutsauger überhaupt kein Problem.

In der freien Natur dürfte es noch einfacher sein: In Bodennähe, wo sich die Zecken während eines kalten Winters bevorzugt aufhalten, sind die Temperaturen auch bei Schnee und Eis noch moderat.

 

 

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