Schützen Sie sich!

Kopfschmerzen, hohes Fieber, bleibende Spätschäden – das können die schlimmen Folgen eines Zeckenstiches sein. Dabei ist der Zeckenstich selbst meist völlig schmerzlos und der Übeltäter winzig klein. Doch deswegen ist ein Zeckenstich noch lange nicht harmlos.

Wer in der Natur unterwegs ist, sollte geschlossene Kleidung tragen und die Socken über die Hosenbeine ziehen.

Zecken übertragen die Viren, die zur gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) führen können, und die Bakterien, die Borreliose verursachen. Gegen beide durch einen Zeckenstich verursachte Krankheiten ist die Medizin nur bedingt gerüstet: Bei der FSME helfen keine Medikamente, wenn die Krankheit erst einmal ausgebrochen ist. Es gibt aber einen wirksamen Impfschutz, um einen Ausbruch von vornherein zu verhindern. Bei der Borreliose ist es genau umgekehrt: Die Krankheit kann gut mit Antibiotika behandelt werden. Einen zugelassenen Impfstoff gibt es in Deutschland bislang nicht.
Wer sich schützen möchte, sollte Zeckenstiche daher so gut es geht vermeiden. Wie das geht, zeigen unsere wichtigsten Tipps.

  • Halten Sie sich möglichst nicht im hohen Gras oder im Unterholz auf. In der Laubstreu im Wald fühlen sich Zecken besonders wohl, da die Temperaturen auch im Winter moderat sind und die Luftfeuchtigkeit hoch. Abseits der befestigten Wege besteht im Wald daher immer erhöhte Zeckengefahr. Auch die langen Grashalme auf nicht gemähten Wiesen, am Wegesrand oder am Flussufer werden von Zecken gern genutzt, um nach potenziellen Wirten Ausschau zu halten.
  • Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen und ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine. Zecken klettern nicht höher als 1,50 Meter und klammern sich daher mit Vorliebe an den Hosenbeinen fest. Auch Gummistiefel sind ein guter Schutz.
  • Kommen Sie den Zecken zuvor: mit heller Kleidung! Zecken lassen sich auf heller Kleidung besser erkennen. Rechtzeitig bemerkt, können Sie die Zecke sogar noch entfernen, bevor sie zusticht.
  • Verwenden Sie insektenabweisende Mittel, sogenannte Repellentien. Diese halten Ihnen nicht nur lästige Stechmücken, sondern auch Zecken für eine Weile vom Leib. Stiftung Warentest hat die häufigsten Mittel für Sie getestet.
  • Suchen Sie Ihren ganzen Körper nach Zecken ab, nachdem Sie sich in der Natur aufgehalten haben. Zecken sind winzig klein und krabbeln auf dem Körper und der Kleidung herum, um eine geeignete Einstichstelle für das Blutsaugen zu finden. Sie bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollten Sie sich in den Kniekehlen, im Bauch- und Brustbereich sowie im Schritt gründlich nach Zecken absuchen. Bei Kindern sind außerdem Kopf, Haaransatz und Nacken häufig betroffen.

Aller Vorsicht zum Trotz: Ein Zeckenstich lässt sich nicht mit 100-prozentiger Sicherheit vermeiden. Neben den oben aufgeführten Maßnahmen gehört auch eine Schutzimpfung zu möglichen Vorbeugungsmethoden. Sie kann davor schützen, sich bei einem Zeckenstich mit dem FSME-Virus zu infizieren. Vor allem für Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet leben, ist besondere Vorsicht geboten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Bewohnern sowie Reisenden in Risikogebiete, die dort zeckenexponiert sind, die FSME-Impfung.

Bei der Borreliose hat man dagegen noch eine kleine Schonzeit, wenn die Zecke schon zugestochen hat: Der Erreger braucht mindestens 12 Stunden, um in den menschlichen Organismus übertragen zu werden. Wird eine Zecke schnell wieder entfernt, besteht daher ein guter Schutz.

7 praktische Tipps zum Schutz vor Zecken

Einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht. Der beste Schutz ist, nicht gestochen zu werden. Das Risiko lässt sich mit ein paar einfachen Tipps deutlich verringern.
Den Aufenthalt in hohem Gras oder Unterholz vermeiden, da die Zecken hauptsächlich dort sitzen.
Geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen tragen. So gelangen Zecken nicht so schnell an die Haut.
Auf heller Kleidung sind Zecken besser und schneller zu erkennen.
Die Socken sollten über die Hosenbeine gezogen werden, damit die Zecke nicht so leicht unter die Kleidung krabbeln kann.
Insektenabweisende Mittel verwenden. Diese helfen jedoch immer nur eine kurze Zeitspanne (1-3 Stunden) und müssen immer wieder aufgetragen werden.
Nach jedem Spaziergang den Körper nach Zecken absuchen. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollte besonders an den Armen, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Intimbereich gründlich auf Zecken geachtet werden.
Neben der richtigen Kleidung, dem Einsprühen mit Repellents und dem gründlichen Absuchen der Haut nach Zecken kann eine Impfung davor schützen, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken. Die Impfung ist für alle empfehlenswert, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen, dorthin reisen oder sich gerne in der Natur aufhalten.

Zeckenschutz für Kinder

Kinder haben eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, von Zecken gestochen zu werden, sind nach dem Stich aber nicht stärker gefährdet, an FSME oder Borreliose zu erkranken. Gern streifen sie im Sommer durch Wiesen und Wälder; bauen Baumhäuser im Garten. Auch Spielplätze sind nicht unbedingt zeckenfrei, besonders wenn sie naturnah angelegt sind. Da überrascht es nicht, dass laut Robert Koch-Institut relativ viele Kinder Borrelien-Antikörper im Blut haben. Sie wurden also mindestens einmal im Leben von einer infizierten Zecke gestochen – auch wenn die Krankheit nicht immer ausbricht.

Ein kleiner Trost: Eine FSME verläuft bei Kindern meist milder als bei Erwachsenen. Während bei den Erwachsenen rund zwei Drittel der FSME-Patienten im Krankenhaus behandelt werden müssen, muss bei den Kindern nur jedes zweite ins Krankenhaus. Ein spezieller Kinderimpfstoff kann gegen FSME schützen und ist gut verträglich. Er ist für Kinder ab einem Jahr erhältlich.