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FSME-Risikogebiete in Deutschland

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die mit Medikamenten nicht heilbar ist. Zecken können das FSME-Virus in ganz Deutschland übertragen. In den sogenannten FSME-Risikogebieten besteht ein höheres Risiko, durch einen Zeckenstich mit dem FSME-Virus angesteckt zu werden. Aber auch außerhalb der Risikogebiete werden Fälle von FSME registriert: So wurden zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2018 insgesamt 13 FSME-Fälle gemeldet.1 Im Jahr 2019 gab es 21 FSME-Fälle außerhalb der ausgewiesenen Risikogebiete.2

Wo liegen die FSME-Risikogebiete in Deutschland?

Zu den sogenannten FSME-Risikogebieten zählen große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teile Hessens, Thüringens und Sachsens. Auch der Stadtkreis Dresden wurde als FSME-Risikogebiet ausgewiesen. Einzelne FSME-Risikogebiete befinden sich zudem im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Seit Februar 2019 gibt es mit dem Landkreis Emsland in Niedersachsen das erste Risikogebiet in Norddeutschland.

Bestimmung des FSME-Risikogebiets

Ein Risikogebiet definiert sich durch eine bestimmte Häufigkeit an FSME-Erkrankungen, die innerhalb einer Fünfjahresperiode in einem Land- oder Stadtkreis oder der Kreisregion (Kreis plus umliegende Kreise) gemeldet wurden. Gezählt werden nur Erkrankungen, die auf einen Zeckenstich im jeweiligen Kreis zurückzuführen sind.

Unabhängig davon können für eine bessere Risikoabschätzung Zecken in wissenschaftlichen Studien  selbst auf FSME-Viren getestet werden. Dies geschieht in Speziallabors wie dem Referenzlabor für durch Zecken übertragene Erkrankungen in Jena oder dem FSME-Referenzlabor in München. FSME-Viren können durch molekularbiologische Methoden (z. B. Polymerase-Kettenreaktion, PCR) direkt in Zecken nachgewiesen werden.

Zusätzlich kann das Blut der typischen Wirtstiere, wie etwa Füchsen oder Mäusen, auf FSME-Viren untersucht werden. Je mehr Zecken mit FSME-Viren in einem Gebiet gefunden werden und je mehr Tiere das FSME-Virus haben, desto wahrscheinlicher ist hier auch für Menschen die Gefahr, sich anzustecken.

Verbreitung der FSME Google-Maps-Karte

Mit Hilfe der zecken.de-„FSME-Google-Maps-Karte“ können Sie einfach und schnell überprüfen, ob Sie sich in einem FSME-Gebiet befinden. Die Deklarierung der Risikogebiete erfolgt durch das Robert Koch-Institut (RKI), die zentrale Überwachungs- und Forschungseinrichtung bei Infektionskrankheiten der Bundesrepublik Deutschland.

Aktuelle FSME-Verbreitung im Google-Maps-Design mit Suchfunktion und Zoom: Überprüfen Sie hier, ob Sie in einem FSME-Risikogebiet leben, arbeiten oder Urlaub machen.

Legende

rotFSME-Risikogebiete

gelb Land-oder Stadtkreise mit vereinzelt aufgetretenen FSME-Erkrankungen, die jedoch nicht der Definition für ein FSME-Risikogebiet nach Robert Koch-Institut entsprechen. (Insgesamt 197 Fälle im Zeitraum 2002–2019)

Quelle: Robert Koch-Institut (RKI), Epi. Bull. 08/2020
Stand: Februar 2020
Risikogebiete außerhalb von Deutschland sind nicht berücksichtigt.

Unterschied FSME-Gebiete zum Lebensraum der Zecke

Vorsicht, oftmals werden FSME-Risikogebiete mit Zeckengebieten gleichgesetzt, das stimmt allerdings nicht. Denn Zecken kann es in Deutschland überall geben. Ihr Lebensraum erstreckt sich dabei vor allem auf hohes Gras, Büsche und Unterholz, in dem Zecken auf potenzielle Opfer warten. Es gibt also keine offiziellen Risikogebiete für Zecken oder etwa Zeckenkarten für Deutschland. Auch eine Aussage dazu, wo gefährliche Zecken leben, kann man anhand einer Verbreitungskarte nicht geben. Denn Zecken sind an sich nicht gefährlich. Ein Zeckenstich ist nicht viel schlimmer als ein Mückenstich, da Zecken aber Krankheitserreger übertragen können, sollte man Vorsorgemaßnahmen gegen Zeckenstiche wählen.

Stattdessen gibt es die Karten mit den FSME-Risikogebieten. Denn FSME ist nicht ursächlich behandelbar und es sind auch keine Medikamente bekannt, die gegen das Virus helfen. Die Therapie einer FSME beschränkt sich auf die Linderung der grippeähnlichen Symptome, wie z. B. Schmerzen und Fieber. Auch das frühe Entfernen von Zecken bietet keine Garantie, dass keine Krankheitserreger übertragen wurden: Da FSME-Viren in den Speicheldrüsen der Zecke sitzen, werden sie sofort übertragen, wenn die Zecke zusticht. Eine umfassende Vorsorge kann neben der richtigen Kleidung, dem Einsprühen mit Repellents und dem gründlichen Absuchen der Haut nach Zecken eine FSME-Impfung bieten. Durch die FSME-Karte kann man erfahren, wo das Risiko einer Übertragung von FSME-Viren besonders hoch ist. Gleichzeitig ist die Karte auch wichtig für die Bestimmung, ob Krankenkassen die Kosten für die FSME-Impfung übernehmen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Bewohnern von FSME-Risikogebieten und Personen, die in ein solches reisen und dort zeckenexponiert sind, eine FSME-Impfung. Für die Bewohner und Besucher von Risikogebieten innerhalb Deutschlands werden die Kosten für die FSME-Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die meisten deutschen Krankenkassen bezahlen die FSME-Impfung auch bei Reisen in Risikogebiete außerhalb Deutschlands als sogenannte Reiseimpfung.

 

Quellen:
1. Robert Koch-Institut: FSME: Risikogebiete in Deutschland (Stand: Februar 2019). Bewertung des örtlichen Erkrankungsrisikos. Epid. Bull 2019; 7: 57-70.
 2. Robert Koch-Institut: FSME: Risikogebiete in Deutschland (Stand: Februar 2020) Bewertung des örtlichen Erkrankungsrisikos. Epid. Bull 2020; 8, 1-19