FSME-Risikogebiete in Deutschland

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems, die mit Medikamenten nicht heilbar ist. Zecken können das FSME-Virus in ganz Deutschland übertragen. In den sogenannten FSME-Risikogebieten besteht ein höheres Risiko, durch einen Zeckenstich mit dem FSME-Virus angesteckt zu werden. Mittlerweile gilt fast die Hälfte aller Stadt- und Landkreise in ganz Deutschland als FSME-Risikogebiet. Wichtig zu wissen: Zecken können das FSME-Virus sogar bundesweit übertragen. Im Jahr 2021 gab es insgesamt 23 FSME-Fälle außerhalb der ausgewiesenen Risikogebiete.1

Wo liegen die FSME-Risikogebiete in Deutschland?

Die überwiegende Mehrheit der FSME-Fälle verteilt sich auf die sogenannten FSME-Risikogebiete, dazu zählen große Teile Bayerns und Baden-Württembergs sowie Teile Hessens, Thüringens und Sachsens. Einzelne FSME-Risikogebiete befinden sich zudem in Sachsen-Anhalt, im Saarland und in Rheinland-Pfalz. In den vergangenen Jahren ist mit dem Landkreis Emsland in Niedersachsen das erste Risikogebiet in Norddeutschland dazugekommen. Auch der Stadtkreis Dresden gilt mittlerweile als FSME-Risikogebiet. Das RKI hat im März 2022 sechs neue FSME-Risikogebiete ausgewiesen: drei Landkreise in Brandenburg (Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße), zwei Stadt- und Landkreise in Sachsen (Stadtkreis Chemnitz, Landkreis Görlitz) und den Stadtkreis Solingen in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt gibt es nun 175 Risikogebiete in Deutschland.1

Bestimmung des FSME-Risikogebiets

Ein Risikogebiet definiert sich durch eine bestimmte Häufigkeit an FSME-Erkrankungen, die innerhalb einer Fünfjahresperiode in einem Land- oder Stadtkreis oder der Kreisregion (Kreis plus umliegende Kreise) gemeldet wurden. Gezählt werden nur Erkrankungen, die auf einen Zeckenstich im jeweiligen Kreis zurückzuführen sind.

Verbreitung der FSME Google-Maps-Karte

Mit Hilfe der zecken.de-„FSME – Google-Maps-Karte“ können Sie einfach und schnell überprüfen, ob Sie sich in einem FSME-Gebiet befinden oder ob Ihr Reiseziel in einem solchen Gebiet liegt. Die Deklarierung der Risikogebiete erfolgt durch das Robert Koch-Institut (RKI), die zentrale Überwachungs- und Forschungseinrichtung bei Infektionskrankheiten der Bundesrepublik Deutschland.

Legende

rotFSME-Risikogebiete

gelb Land-oder Stadtkreise mit vereinzelt aufgetretenen FSME-Erkrankungen, die jedoch nicht der Definition für ein FSME-Risikogebiet nach Robert Koch-Institut entsprechen. (Insgesamt 199 Fälle im Zeitraum 2002–2021)

Quelle: Robert Koch-Institut: FSME: Risikogebiete in Deutschland (Stand: Januar 2022). Epid Bull 2022; 9:3-21.
Risikogebiete außerhalb von Deutschland sind nicht berücksichtigt.

Unterschied FSME-Gebiete zum Lebensraum der Zecke

Vorsicht, oftmals werden FSME-Risikogebiete mit Zeckengebieten gleichgesetzt, das stimmt allerdings nicht. Denn Zecken kann es in ganz Deutschland geben. Ihr Lebensraum erstreckt sich dabei vor allem auf bodennahe Vegetation, zum Beispiel hohes Gras, Büsche und Unterholz. Dort warten Zecken auf potenzielle Opfer. Es gibt also keine offiziellen Risikogebiete für Zecken oder etwa Zeckenkarten für Deutschland. Auch eine Aussage dazu, wo gefährliche Zecken leben, kann man anhand einer Verbreitungskarte nicht geben. Denn Zecken sind an sich nicht gefährlich. Da Zecken aber gefährliche Krankheitserreger übertragen können, sollte man Vorsorgemaßnahmen gegen Zeckenstiche ergreifen.

Denn auch ein schnelles Entfernen von Zecken bietet keine Garantie, dass keine Krankheitserreger übertragen wurden: Da FSME-Viren in den Speicheldrüsen der Zecke sitzen, werden sie sofort übertragen, wenn die Zecke zusticht. Man kann sich aber durch Impfen vor FSME schützen. Zusätzlich sollte man lange Kleidung tragen, sich mit Anti-Zeckenspray einsprühen und nach jedem Aufenthalt im Grünen gründlich nach Zecken absuchen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Bewohnern von FSME-Risikogebieten und Personen, die in ein solches reisen und dort mit Zecken in Kontakt kommen können, sich gegen FSME impfen zu lassen. Für die Bewohner und Besucher von Risikogebieten innerhalb Deutschlands werden die Kosten für den FSME-Impfschutz von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch bei Reisen in europäische Risikogebiete bezahlen die meisten Krankenkassen die Impfkosten.

 

Quellen:
1. Robert Koch-Institut (RKI): FSME: Risikogebiete in Deutschland (Stand: Januar 2022). Epid Bull 2022; 9: 3–21.