Sorry, you need to enable JavaScript to visit this website.

FSME-Risikogebiete in Deutschland

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist ein vorwiegend süddeutsches Phänomen. Bedingt durch Klimaveränderungen und zunehmend milde Winter breitet sich das FSME-Risiko allerdings auch Richtung Norddeutschland und in die Höhenlagen aus. So entstehen zunehmend weitere FSME-Risikogebiete, umgangssprachlich einfach FSME-Gebiete.

Wo sind in Deutschland Risikogebiete für FSME?

Die überwiegende Mehrheit der FSME-Fälle verteilt sich auf die bekannten FSME-Risikogebiete, dazu zählen große Teile Bayerns und Baden-Württembergs sowie einzelne Regionen im Süden Hessens, in Sachsen und in Thüringen. Einzelne FSME-Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Seit Februar 2019 gibt es mit dem Landkreis Emsland in Niedersachsen das erste Risikogebiet in Norddeutschland.

Bestimmung des FSME-Risikogebiets

Ein Risikogebiet definiert sich durch eine bestimmte Anzahl an FSME-Erkrankungen in einem Landkreis in einer Fünfjahresperiode. Dabei muss der Infizierte auch in diesem Landkreis von einer Zecke gestochen worden sein. Zudem wird das Infektionsrisiko in umliegenden Kreisen berücksichtigt, da die Bevölkerung mobil ist. Auch können die sogenannten „Naturherde“, in denen die Infektionen besonders häufig auftreten, grenzüberschreitend sein.

Weiterhin werden für eine bessere Risikoabschätzung die Zecken selbst auf FSME-Viren getestet. Dies geschieht in Speziallabors wie dem Referenzlabor für durch Zecken übertragene Erkrankungen in Jena. FSME-Viren können durch molekularbiologische Methoden (z. B. Polymerase-Kettenreaktion, PCR) direkt in Zecken nachgewiesen werden.

Zusätzlich kann das Blut der typischen Wirtstiere, wie etwa Füchsen oder Mäusen, auf FSME-Viren untersucht werden. Je mehr Zecken mit FSME-Viren in einem Gebiet gefunden werden und je mehr Tiere das FSME-Virus haben, desto wahrscheinlicher ist hier auch für Menschen die Gefahr, sich anzustecken.

Verbreitung der FSME Google-Maps-Karte

Mit Hilfe der zecken.de-„FSME-Google-Maps-Karte“ können Sie einfach und schnell überprüfen, ob Sie sich in einem FSME-Gebiet befinden. Die Deklarierung der Risikogebiete erfolgt durch das Robert Koch-Institut (RKI), die zentrale Überwachungs- und Forschungseinrichtung bei Infektionskrankheiten der Bundesrepublik Deutschland.

Aktuelle FSME-Verbreitung im Google-Maps-Design mit Suchfunktion und Zoom: Überprüfen Sie hier, ob Sie in einem FSME-Risikogebiet leben, arbeiten oder Urlaub machen.

Legende

rotFSME-Risikogebiete

gelb Landkreise mit vereinzelt aufgetretenen FSME-Erkrankungen, die jedoch nicht der Definition für ein FSME-Risikogebiet nach Robert Koch-Institut entsprechen. (Insgesamt 196 Fälle im Zeitraum 2002–2018)

Quelle: Robert Koch-Institut (RKI), Epi. Bull. 07/2019
Stand: Januar 2019
Risikogebiete außerhalb von Deutschland sind nicht berücksichtigt.

Unterschied FSME-Gebiete zum Lebensraum der Zecke

Vorsicht, oftmals werden FSME-Risikogebiete mit Zeckengebieten gleichgesetzt, das stimmt allerdings nicht. Denn Zecken kann es in Deutschland überall geben. Ihr Lebensraum erstreckt sich dabei vor allem auf hohes Gras, Büsche und Unterholz, in dem Zecken auf potenzielle Opfer warten. Es gibt also keine offiziellen Risikogebiete für Zecken oder etwa Zeckenkarten für Deutschland. Auch eine Aussage dazu, wo gefährliche Zecken leben, kann man anhand einer Verbreitungskarte nicht geben. Denn Zecken sind an sich nicht gefährlich. Ein Zeckenstich ist nicht viel schlimmer als ein Mückenstich, da Zecken aber Krankheitserreger übertragen können, sollte man Vorsorgemaßnahmen gegen Zeckenstiche wählen.

Stattdessen gibt es die Karten mit den FSME-Risikogebieten. Denn FSME ist nicht ursächlich behandelbar und es sind auch keine Medikamente bekannt, die gegen das Virus helfen. Die Therapie einer FSME beschränkt sich auf die Linderung der grippeähnlichen Symptome, wie z. B. Schmerzen und Fieber. Auch das frühe Entfernen von Zecken bietet keine Garantie, dass keine Krankheitserreger übertragen wurden: Da FSME-Viren in den Speicheldrüsen der Zecke sitzen, werden sie sofort übertragen, wenn die Zecke zusticht. Eine umfassende Vorsorge kann neben der richtigen Kleidung, dem Einsprühen mit Repellents und dem gründlichen Absuchen der Haut nach Zecken eine FSME-Impfung bieten. Durch die FSME-Karte kann man erfahren, wo das Risiko einer Übertragung von FSME-Viren besonders hoch ist. Gleichzeitig ist die Karte auch wichtig für die Bestimmung, ob Krankenkassen die Kosten für die FSME-Impfung übernehmen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Bewohnern von FSME-Risikogebieten und Personen, die in ein solches reisen und dort zeckenexponiert sind, eine FSME-Impfung. Für die Bewohner und Besucher von Risikogebieten innerhalb Deutschlands werden die Kosten für die FSME-Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die meisten deutschen Krankenkassen bezahlen die FSME-Impfung auch bei Reisen in Risikogebiete außerhalb Deutschlands als sogenannte Reiseimpfung.