Die Zecke

Die Zecke ist ein weltweit verbreiteter Parasit, der sich vom Blut zahlreicher Wirbeltiere ernährt. Der Blutverlust ist für den Wirt – ob Mensch oder Tier – in der Regel nicht das Problem. Dabei benötigen Zecken für jedes Entwicklungsstadium und die Vermehrung je eine Blutmahlzeit. Die Zecke hat vielmehr als Überträger von Krankheitserregern auf Mensch und Tier zweifelhafte Berühmtheit erlangt. Doch wie genau sticht sie und warum sind Zecken gefährlich?

Viele Menschen glauben, dass sich Zecken von Bäumen fallen lassen. Das stimmt nicht. Menschen oder Tiere fangen sich Zecken im Gras ein oder streifen sie von Sträuchern ab.

Spinnentier Zecke

Zecken zählen biologisch zur Klasse der Spinnentiere. Das erkennt man beispielsweise an den acht Beinen erwachsener Zecken. Noch genauer gehört die Zecke zu der Gruppe der Milben. Darüber hinaus ist die Zecke ein hochspezialisiertes Tier, das durch Körperbau und Verhalten hervorragend an seine Umwelt angepasst ist. Als Parasit braucht sie andere Lebewesen, von deren Blut sie sich ernährt – ähnlich wie eine Stechmücke.

Blutsauger Zecke

Doch im Vergleich zu Stechmücken brauchen Zecken viel mehr Blut. Im Extremfall hängen sie bis zu 15 Tage an ihrem Wirt (Tiere und Menschen) und trinken dessen Blut. Dafür suchen sie sich an ihrem Opfer eine geeignete Stelle, etwa beim Menschen die Achselhöhle oder den Genitalbereich, um festen Halt zu haben. Blut lässt die Zecke wachsen. Außerdem benötigen weibliche Zecken eine Blutmahlzeit zur Vermehrung. Die Zecke saugt das Blut ohne Umwege in ihren Darm. Durch das Blutsaugen steigt ihr Eigengewicht um ein Vielfaches. Denn der Darm besteht aus vielen Anhängen und ist so dehnbar, dass eine vollgesaugte Zecke bis zu 200-mal so viel wiegen kann wie eine hungrige.

Wenn die Zecke sich mit Blut vollsaugt, steigt ihr Gewicht. Ist die Zecke vollgesogen, lässt sie sich vom Wirt abfallen.
Das Saugwerkzeug der Zecke

Wie die Zecke sticht

Die Zecke hat einen hochentwickelten Stechapparat. Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen (Cheliceren) reißt sie die Haut des Wirts auf und gräbt mit ihrem „Stachel“ (Hypostom) eine Grube in das Gewebe, das sich an der Stichstelle mit Blut füllt. Nachfließendes Blut saugt die Zecke immer wieder ab.

Wie lange leben Zecken?

Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke sehr lange überleben. Unter Testbedingungen im Labor konnten Zecken, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung auskommen. In freier Natur lebt der hiesige Gemeine Holzbock im Durchschnitt drei bis fünf Jahre. Die Parasiten können also sehr lange ohne Wirt leben. Ansonsten leben männliche Zecken bis nach der Begattung, Weibchen sterben nach der Eiablage.

Entwicklungsstadien der Zecke

Zecken entwickeln sich in drei Stadien vom Ei bis zur ausgewachsenen Zecke. Für jeden Entwicklungsschritt benötigen Sie eine Blutmahlzeit.

  • Zeckenlarve

Die Larven der Zecke sind weiß und bis zu 0,5 Millimeter groß. Sie haben im Gegensatz zu Zecken in den anderen Entwicklungsstadien nur 3 Beinpaare. Das vierte Beinpaar wächst erst nach der Blutmahlzeit

  • Nymphe

Die Nymphen sind etwa 1-2 mm groß. Ihr Körper ist weiß bis durchsichtig gefärbt.

  • Erwachsene Zecke

Die weibliche Zecke benötigt nach dem Durchlaufen aller Zeckenstadien noch eine weitere Blutmahlzeit für die Eiablage.

Warum sind Zecken gefährlich?

Ist die Zecke mit Krankheitserregern infiziert, kann auch in Deutschland ein an und für sich harmloser Zeckenstich für Menschen gefährlich werden. Dabei gelangen die Krankheitserreger aus den Speicheldrüsen oder dem Darm der Zecke über den Stechapparat in den Körper des Blutwirts. Die richtige Vorsorge ist daher wichtig. Es gibt also kein Zeckengift, sondern die Gefahr geht von den Krankheitserregern aus. Diese Krankheitserreger können von verschiedenen, in Deutschland lebenden Zeckenarten übertragen werden. Allerdings ist das Risiko für Menschen für die Übertragung unterschiedlich hoch. Am gefährdetsten sind Menschen in Deutschland durch Zeckenstiche vom Gemeinen Holzbock oder der Auwaldzecke.

Welche Erreger Zecken übertragen

Ist die Zecke mit Krankheitserregern infiziert, kann ein an und für sich harmloser Zeckenstich zur Gefahr für den Menschen werden. Eine umfassende Vorsorge ist daher unbedingt notwendig.

> Krankheit FSME
> Krankheit Borreliose

Zecken so schnell wie möglich entfernen

Wer eine Zecke an sich entdeckt, sollte diese umgehend aus der Haut ziehen. Hilfreiche Tipps zum Entfernen von Zecken gibt es hier. Da Zecken kaum natürliche Feinde haben, ist es wichtig zu vermeiden, dass Zecken überhaupt Zugang zu einer Einstichstelle finden. Dabei helfen verschiedene Vorsorgemaßnahmen. Neben langer Kleidung und festem Schuhwerk zählen auch Antizeckensprays dazu. Außerdem ist es sinnvoll, sich nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich nach Zecken abzusuchen. Eine Impfung gegen FSME kann zusätzlich dazu beitragen, das Risiko einer FSME-Virusinfektion nach einem Zeckenstich zu reduzieren.