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Was ist FSME?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene Viruserkrankung. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems, die mit Medikamenten nicht heilbar ist. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen kommt es bei rund zehn Prozent der Betroffenen zu einer zweiten Erkrankungsphase, wobei meist eine Hirnhautentzündung im Vordergrund steht. Vermehrt sich das Virus in Gehirn und Rückenmark, kann es zu schweren Verläufen mit bleibenden neurologischen Ausfällen kommen. Folgen können dauerhafte Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen sein. Vereinzelt verläuft FSME tödlich. Wie wichtig Vorsorge ist, zeigen die immer wieder sprunghaft ansteigenden FSME-Erkrankungsfälle. Im Jahr 2020 erreichten sie mit 704 Fällen ein Rekordhoch. Auch für das Jahr 2021 werden von Experten hohe Fallzahlen prognostiziert. Im Jahr 2019 wurden bundesweit noch 445 FSME-Erkrankungen gemeldet.

Bis zu 5 Prozent der Zecken können in Risikogebieten mit dem Virus infiziert sein.

FSME – diese Wege der Übertragung sind bekannt

Das FSME-Virus wird in erster Linie von Zecken auf den Menschen übertragen. Es sind jedoch auch Fälle bekannt, bei denen der Genuss von Rohmilch von FSME-Viren-infizierten Kühen oder Ziegen die Krankheit ausgelöst hat.

Die Gefahr, nach einem Zeckenstich in den Risikogebieten an FSME zu erkranken, liegt Schätzungen zufolge bei bis zu 1 zu 150. Hintergrund dieser Berechnung: Es wird angenommen, dass rund 2 Prozent der Zecken in Risikogebieten mit dem Virus infiziert sind.

Zecken können das FSME-Virus in ganz Deutschland übertragen. In den sogenannten FSME-Risikogebieten ist das Risiko, sich durch einen Zeckenstich mit FSME zu infizieren, erhöht. Das Robert Koch-Institut erklärt einen Stadt- oder Landkreis zum Risikogebiet, wenn dort innerhalb von fünf Jahren eine bestimmte Anzahl FSME-Erkrankungen pro Einwohner gemeldet wurden.

Die Zahl dieser Gebiete steigt stetig an: Waren 1998 noch 63 Kreise im gesamten Bundesgebiet als FSME-Risikogebiete ausgewiesen, stieg die Zahl im Jahr 2020 auf 169 Stadt- und Landkreise.

Zu den sogenannten FSME-Risikogebieten zählen große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teile Hessens, Sachsens und Thüringens. Mit dem niedersächsischen Emsland und dem Stadtkreis Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt gibt es mittlerweile auch zwei Risikogebiete in Norddeutschland. Einzelne FSME-Risikogebiete befinden sich zudem im Saarland und in Rheinland-Pfalz.

Wie kann man sich mit FSME-Viren anstecken?

Die FSME-Viren befinden sich im Speichel der Zecke und können beim Stich sofort übertragen werden. Daher schützt auch das schnelle Entfernen einer bereits saugenden Zecke nicht vor FSME. Es gilt aber: Je länger die Zecke saugt, umso höher ist das Risiko, sich mit weiteren Erregern zu infizieren, zum Beispiel mit Borreliose-Bakterien.

Woran erkennt man FSME?

Wann nach einem Zeckenstich erste Symptome von FSME auftauchen können, ist unterschiedlich. Die Inkubationszeit von FSME kann mehrere Wochen betragen. Da viele Betroffene die Verbindung zu einem Zeckenstich, der mehrere Wochen her ist, nicht ziehen, ist die Diagnose auch für Ärzte schwer. Hinzu kommt, dass erste Symptome von FSME meist als grippeähnlich beschrieben werden und von den Betroffenen zunächst als Sommergrippe eingestuft werden. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen kommt es dann bei rund 10 Prozent der Betroffenen zu einer zweiten Erkrankungsphase, wobei meist eine Hirnhautentzündung (Meningitis) im Vordergrund steht. Vermehrt sich das Virus in Gehirn und Rückenmark, kann es zu schweren Verläufen mit bleibenden neurologischen Ausfällen kommen. Folgen können dauerhafte Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen sein.

Symptome und Krankheitsverlauf der FSME

Wie verläuft eine FSME-Erkrankung?

1. Phase: Im ersten Stadium entwickelt der Patient Symptome wie hohes Fieber und Gliederschmerzen. Deshalb wird FSME in diesem Stadium oft mit einer Grippe verwechselt und nicht diagnostiziert. Bei einem Großteil der Betroffenen ist die Infektion nach Abklingen dieser Symptome ausgestanden.

2. Phase: Bei rund 50 Prozent der Patienten der zweiten Phase kommt es jedoch zu einem schwereren Krankheitsverlauf mit einer Entzündung der Hirnhäute (Meningitis). Bei ca. 40 Prozent der Betroffenen kommt es zusätzlich zur Entzündung des Gehirns. Mögliche Spätfolgen: Lähmungen, Sprachstörungen und dauerhafte Schmerzen. Vereinzelt verläuft FSME tödlich.

Zecken können FSME-Viren übertragen. Die Krankheit ist nicht mit Medikamenten heilbar. Vorsorge ist daher besonders wichtig.

Medizinische FSME-Behandlung

Die FSME kann nicht mit Medikamenten geheilt werden. Daher beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome. Es werden vor allem fiebersenkende und schmerzstillende Mittel eingesetzt. Letzten Endes muss der Körper aber selbst mit dem Virus fertigwerden. Deshalb ist es besonders wichtig, die Erkrankung zu verhindern. Durch Impfen kann man sich vor FSME schützen. Nach einer aus mehreren Impfungen bestehenden Grundimmunisierung muss der Impfschutz alle 3 bis 5 Jahre aufgefrischt werden, abhängig vom Alter des Patienten und des verwendeten Impfstoffs.

Um Zeckenstiche zu vermeiden, sollte man lange Kleidung und festes Schuhwerk tragen und Anti-Zeckensprays mit einem Wirkstoff gegen Zecken benutzen. Nach jedem Aufenthalt im Grünen sollte man seinen Körper gründlich nach Zecken absuchen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Bewohnern von Risikogebieten und Personen, die in ein solches reisen und dort mit Zecken in Kontakt kommen, sich gegen FSME impfen zu lassen.