Ab welchem Alter empfiehlt sich die FSME-Impfung bei Kindern?

Die FSME-Impfung, umgangssprachlich auch Zeckenimpfung, ist nicht für Babys, aber für Kleinkinder ab einem Jahr verfügbar. Sie wird nach dem gleichen Schema durchgeführt wie die FSME-Impfung für Erwachsene. Kinder bewegen sich von Natur aus im Jagdrevier der Zecke und haben deshalb häufiger Zeckenstiche. Zecken können jedoch verschiedene Krankheitserreger übertragen. So können Eltern vorsorgen:

Eine abgeschlossene Grundimmunisierung bietet laut dem Robert Koch-Institut einen hohen Impfschutz gegen FSME.

Zeckenschutz bei (Klein-)Kindern

Zecken sind im heimischen Garten genauso anzutreffen wie in städtischen Parks oder auf großen Wiesenflächen. Das Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden, ist bei Kindern relativ hoch, da sie besonders viel draußen sind und sich mitten im Jagdrevier der Zecke bewegen. Denn diese wartet in hohen Gräsern oder Büschen sowie im Unterholz in einer Höhe von bis zu 1,50 Meter auf einen Wirt. Zum Vergleich: In der Regel erreichen Kinder mit neun oder zehn Jahren 1,50 Meter Körperhöhe. Eine Studie des Karolinska-Institutes in Stockholm legt nahe, dass Kinder sich häufiger mit FSME-Viren infizieren als bislang angenommen:

  • Von 3635 Blutuntersuchungen aus den Jahren 2003–2008 wiesen 27 Prozent Antikörper gegen FSME-Viren auf – rund ein Fünftel der Blutproben stammte von Betroffenen bis 16 Jahre
  • Die meisten Kinder lebten in bekannten FSME-Risikogebieten oder waren dort zu Besuch und konnten sich in 70 Prozent der Fälle an einen Zeckenstich erinnern
  • Unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Unwohlsein, erhöhte Temperatur sowie Kopfweh waren bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen
  • Anzeichen für eine Frühsommer-Meningoenzephalitis wie Nackensteifigkeit und Taubheitsgefühl waren bei Kindern und Erwachsenen vergleichbar häufig
  • Ein Verlauf in zwei Phasen war bei Kindern im Vorschulalter seltener als bei älteren Kindern und Erwachsenen
  • Die Dauer eines Krankenhausaufenthalts war bei Kindern kürzer als bei Erwachsenen
  • Fazit: Da FSME in der Kindheit oft nur vage Symptome verursacht, wird die Diagnose oft klinisch nicht gestellt
  • Die unterschiedliche Schwere der Krankheitsbilder lässt darauf schließen, dass das kindliche Immunsystem unterschiedlich auf die FSME-Erreger reagiert
  • Die FSME-Impfung für Kinder kann dazu beitragen, das Risiko einer FSME-Infektion nach einem Zeckenstich zu verringern

Vorsorgemaßnahmen gegen Zeckenstiche bei Babys, Kleinkindern und Kindern

Zwar haben Kinder eine gute Chance, bei einer FSME mit einem blauen Auge davonzukommen: Die FSME verläuft bei Kindern in der Regel milder und führt seltener zu bleibenden Schäden. Aufgrund der relativ milden und unspezifischen Symptome wird eine FSME bei Kindern aber häufig nicht erkannt. Diese Vorsorgemaßnahmen tragen dazu bei, die Gefahr durch Zeckenstiche bei Babys, Kleinkindern und Kindern zu verringern:

  • möglichst lange, helle, enge Kleidung anziehen, um Zecken den Zugang zur Haut zu erschweren und Zecken besser entdecken zu können
  • Hosensaum in die Socken stecken, auf festes Schuhwerk achten oder Gummistiefel tragen
  • Anti-Zecken-Spray auf freie Haut und Kleidung auftragen – viele Mittel haben eine Wirkdauer von einigen Stunden, die Sprays sollten daher regelmäßig aufgetragen werden
  • Eltern sollten sich angewöhnen, ihren Nachwuchs nach einem Aufenthalt im Freien gründlich nach Zecken abzusuchen. Bei Kindern finden sich Zecken besonders häufig am Kopf, im Nacken oder Haaransatz
  • Vor einem anstehenden Urlaub, einem Wandertag oder einer Klassenfahrt in ein Risikogebiet sollte man sich beim Hausarzt über die FSME-Impfung für Kinder informieren

FSME-Impfung bei Kindern – wie oft?

Der Aufbau der Grundimmunisierung ist bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen. Es bedarf mehrerer Impfungen in einem vorgeschriebenen Abstand. Danach wird regelmäßig aufgefrischt. Die FSME-Impfung ist eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission für Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder dorthin reisen.