Schützen Sie sich!

Ein Zeckenstich ist meist völlig schmerzlos. Doch deswegen ist er noch lange nicht harmlos.

Wer in der Natur unterwegs ist, sollte geschlossene Kleidung tragen und die Socken über die Hosenbeine ziehen.

Zecken übertragen die Viren, die zur gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) führen können, und die Bakterien, die Borreliose verursachen. Gegen beide durch einen Zeckenstich verursachte Krankheiten ist die Medizin nur bedingt gerüstet: Bei der FSME helfen keine Medikamente, wenn die Krankheit erst einmal ausgebrochen ist. Es gibt aber wirksame Impfungen, um einen Ausbruch von vornherein zu verhindern. Bei der Borreliose ist es genau umgekehrt: Die Krankheit kann gut mit Antibiotika behandelt werden. Einen zugelassenen Impfstoff gibt es bislang nicht.
Wer sich schützen möchte, sollte Zeckenstiche daher so gut es geht vermeiden. Wie das geht, zeigen unsere wichtigsten Tipps.

Aller Vorsicht zum Trotz: Ein Zeckenstich lässt sich nicht mit 100-prozentiger Sicherheit vermeiden. Eine FSME-Impfung kann zusätzlich zu den Vorbeugemaßnahmen davor schützen, sich bei einem Zeckenstich mit dem FSME-Virus zu infizieren, denn er wird direkt mit dem Speichel übertragen. Vor allem für Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet leben, ist besondere Vorsicht geboten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Bewohnern sowie Reisenden in Risikogebiete, die FSME-Impfung. Bei der Borreliose hat man dagegen noch eine kleine Schonzeit, wenn die Zecke schon zugestochen hat: Der Erreger braucht meist 12 Stunden oder länger, um in den menschlichen Organismus übertragen zu werden. Wird eine Zecke schnell wieder entfernt, sollte daher ein guter Schutz bestehen.

7 praktische Tipps zum Schutz vor Zecken

Einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht. Der beste Schutz ist, nicht gestochen zu werden. Das Risiko lässt sich mit ein paar einfachen Tipps deutlich verringern.
Den Aufenthalt in hohem Gras oder Unterholz vermeiden, da die Zecken hauptsächlich dort sitzen.
Geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen tragen. So gelangen Zecken nicht so schnell an die Haut.
Auf heller Kleidung sind Zecken besser und schneller zu erkennen.
Die Socken sollten über die Hosenbeine gezogen werden, damit die Zecke nicht so leicht unter die Kleidung krabbeln kann.
Insektenabweisende Mittel verwenden. Diese helfen jedoch immer nur eine kurze Zeitspanne (1-3 Stunden) und müssen immer wieder aufgetragen werden.
Nach jedem Spaziergang den Körper nach Zecken absuchen. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollte besonders an den Armen, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Intimbereich gründlich auf Zecken geachtet werden.
Neben der richtigen Kleidung, dem Einsprühen mit Repellents und dem gründlichen Absuchen der Haut nach Zecken kann eine Impfung davor schützen, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken. Die Impfung ist für alle empfehlenswert, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder dorthin reisen und dort möglicherweise Zecken ausgesetzt sind.

Zeckenschutz für Kinder

Kinder haben eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, von Zecken gestochen zu werden, sind nach dem Stich aber nicht stärker gefährdet, an FSME oder Borreliose zu erkranken.

Ein kleiner Trost: Eine FSME verläuft bei Kindern meist milder als bei Erwachsenen. Während bei den Erwachsenen rund zwei Drittel der betroffenen FSME-Patienten im Krankenhaus behandelt werden müssen, muss bei den Kindern nur jedes zweite ins Krankenhaus. Ein spezieller Kinderimpfstoff kann gegen FSME schützen und ist gut verträglich. Er ist für Kinder ab einem Jahr erhältlich.