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Zecken freuen sich über Klimawandel

Der Klimawandel bringt neue Tierarten nach Deutschland. Überträger von Infektionskrankheiten wie die Asiatische Tigermücke und der Japanischer Buschmoskito fühlen sich bei uns immer wohler. Aber auch heimische Tiere, die Krankheiten übertragen, freuen sich über den Klimawandel: Die Zecke.

Wie „Focus Online“ berichtet, ist der globale Warenhandel der Hauptgrund für die Ausbreitung exotischer Moskitos in Europa. Heimische Tiere, etwa die Zecke, freuen sich hingegen über den Klimawandel. Zecken halten normalerweise Winterruhe, doch durch die veränderten Temperaturen kann sich ihre Aktivitätsphase verlängern. So traten im milden Winter 2014 erste FSME-Fälle bereits im Januar auf.1

Zecke freuen sich über den Klimawandel. Sie halten in den kalten Monaten normalerweise Winterruhe, doch durch die veränderten Temperaturen kann sich ihre Aktivitätsphase verlängern. (Foto: Pfizer)

Zecken lieben Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit. In Deutschland werden sie im Frühjahr bei Temperaturen ab 7 Grad aktiv. Daher können Zecken auch außerhalb der üblichen Saison - von März bis Oktober - aktiv sein und stechen auch in einem besonders milden Winter. Bei kalter (< 7 Grad), trockener Luft ziehen sich Zecken unter der Laubdecke zurück. Dort halten sie zwischen November und Februar Winterruhe. Doch steigen die Temperaturen über mehrere Tage hinweg auf über 7 Grad, kommen die Zecken aus ihren Winterquartieren.2

Auch ihre Verwandte, die Auwaldzecke, die ursprünglich eher aus Südeuropa stammt, hat sich laut dem Focus-Bericht seit den 70er-Jahren infolge der steigenden Temperaturen verstärkt in Deutschland ausgebreitet, da die Zecke warme Regionen bevorzugt. Die Auwaldzecke überträgt Hundemalaria und das Q-Fieber. Sie kommt in Deutschland vor allem in Süden und in Gegenden östlich von Berlin vor.1

Da Zecken bei Temperaturen über 7 Grad aktiv werden - unabhängig von der Jahreszeit - ist beim Aufenthalt in der Natur Vorsicht geboten.2 Die aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie empfehlen, bei einem Aufenthalt in der Natur geschlossene Kleidung zu tragen. Zecken halten sich zudem vor allem im Unterholz auf. Dieses gilt es zu meiden. Kurzfristig können Zecken-Abwehrmittel die lästigen Blutsauger vom Leibe halten, einen Schutz vor FSME bieten diese aber nicht.3  Wer einer Infektion mit FSME vorbeugen will, sollte sich impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung Personen, die in FSME-Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind. Entweder, weil sie dort leben oder sich kurzfristig aufhalten, zum Beispiel im Urlaub. Außerdem empfiehlt die STIKO die Impfung bei Aufenthalten in Risikogebieten außerhalb Deutschlands.4

 

Literaturverzeichnis

1) Focus online: Wie Klimawandel und Globalisierung unsere Gesundheit gefährden. 01.04.2015.

2) Süss, Jochen (2007): Zecken – Was man über FSME und Borreliose wissen muss. Kreuzlingen/München: Heinrich Hugendubel Verlag.

3) Leitlinie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), S1, Stand: September 2012, AWMF-Registernummer: 030/035.

4) Epidemiologisches Bulletin: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, 25. August 2014 / Nr. 34.