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Entdeckung neuer FSME-Risikogebiete: Füchse könnten entscheidende Hinweise liefern

Zecken können die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME) in ganz Deutschland übertragen. Da FSME schwere Langzeitschäden verursachen und sogar tödlich verlaufen kann, ist die richtige Vorsorge wichtig – zum Beispiel durch Impfen. Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung allen, die in den sogenannten FSME-Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen können. Forscher könnten jetzt ungewöhnliche Hilfe beim Aufspüren neuer Risikogebiete bekommen: den Rotfuchs!

Füchse könnten Forschern neue Erkenntnisse über FSME-Virusaktivität liefern.
(© Soru Epotok - stock.adobe.com)

Steigende Anzahl der FSME-Risikogebiete

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist aktuell 169 Stadt- und Landkreise in Deutschland als sogenannte FSME-Risikogebiete aus – darunter große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teile Hessens, Sachsens und Thüringens. Auch das Emsland in Niedersachen und der Stadtkreis Dresden gelten mittlerweile als FSME-Risikogebiete. Das RKI weist einen Kreis erst dann als Risikogebiet aus, wenn dort innerhalb von fünf Jahren eine bestimmte Anzahl FSME-Erkrankungen pro Einwohner gemeldet wurde. Doch gibt es noch andere Möglichkeiten als das Zählen erkrankter Menschen, um neue Risikogebiete zu entdecken? Forscher haben in einer aktuellen Studie herausgefunden: Ja, und zwar mithilfe des Rotfuchses.

Füchse liefern Hinweise auf potentiell neue FSME-Risikogebiete

Die Forscher untersuchten hierfür die Seroprävalenz von FSME-Antikörpern in Füchsen. Als Seroprävalenz bezeichnet man das Auftreten spezifischer Antikörper im Blutserum, die auf eine bestehende oder durchgemachte Infektion hinweisen. Vereinfacht ausgedrückt: Sie untersuchten, wie viele Füchse in einem bestimmten Gebiet bereits eine FSME-Infektion durchgemacht hatten. Die Erkenntnis: In den vom RKI ausgewiesenen FSME-Risikogebieten korrelierte die Zahl der Füchse, die FSME-Antikörper aufwiesen, mit der Zahl menschlicher FSME-Infektionen. Doch nicht nur das – auch in Nicht-Risikogebieten konnten FSME-Antikörper in Füchsen nachgewiesen werden. Füchse scheinen daher ein guter Indikator für das Vorkommen von FSME-Viren in der Natur zu sein. Durch Blutuntersuchungen von Füchsen könnten Forscher zukünftig also noch unentdeckte Gebiete mit FSME-Virusaktivität aufspüren, noch bevor die Zahl humaner FSME-Fälle in diesen Gebieten ansteigt. Dieses Wissen kann wiederum zum Schutz der sich dort aufhaltenden Menschen beitragen.1

 

Quelle:
1 Haut, M., et al., The Red Fox (Vulpes vulpes) as Sentinel for Tick-Borne Encephalitis Virus in Endemic and Non-Endemic Areas. Microorganisms. 2020 Nov 18;8(11):1817.