Zecken-Check auf Deutschlands Spielplätzen

Zecken gibt es in ganz Deutschland. Jetzt untersuchten Experten in einer bundesweiten Erhebung 16 Spielplätze auf Zecken. Das Ergebnis: Auf einem Großteil der untersuchten Plätze in Norddeutschland wurden sie fündig. Spitzenreiter war ein Spielplatz mitten in Hamburg mit 48 Zecken auf 120 m2. In Schleswig-Holstein fingen sie 16 Zecken, und auch in Bremen (13 Zecken) und Niedersachsen (8 Zecken) kamen die Parasiten auf Spielplätzen vor. In den süddeutschen Bundesländern haben die Experten bis auf Rheinland-Pfalz (13 Zecken) wenige Zecken gefangen.

Experten haben bundesweit Spielplätze auf Zecken untersucht.

Zecken kennen keine Postleitzahl

Ein Zeckenstich kann jeden treffen, der sich draußen aufhält, sei es auf der Wiese eines Spielplatzes, im Stadtpark oder im eigenen Garten. An Zeckenvorsorge sollten daher alle denken, wenn sie sich im Grünen aufhalten – ob in der Stadt oder auf dem Land. Denn die Parasiten können gefährliche Krankheitserreger übertragen, zum Beispiel Borrelien (Bakterien, die die Lyme-Borreliose verursachen können) und die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME). Da es gegen Lyme-Borreliose keine Impfung gibt, ist es besser, sich gar nicht erst stechen zu lassen. Um Zeckenstichen vorzubeugen, empfiehlt sich das Tragen langer Kleidung und das Benutzen von Anti-Zeckensprays. Nach jedem Aufenthalt im Grünen sollte man zudem den eigenen Körper und den seiner Kinder gründlich nach den Blutsaugern absuchen.

Immer mehr Risikogebiete

FSME ist eine Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems. Sie verläuft bei Kindern in der Regel milder als bei Erwachsenen, aber auch bei ihnen kann es zu Langzeitschäden kommen. Insgesamt weist das Robert Koch-Institut aktuell 169 Land- und Stadtkreise in Deutschland als sogenannte FSME-Risikogebiete aus. Hier besteht ein höheres Risiko, sich bei einem Zeckenstich mit dem FSME-Virus anzustecken. Die Stadtstaaten Hamburg und Bremen, wo auf den untersuchten Spielplätzen jeweils Zecken gefunden wurden, sind keine FSME-Risikogebiete; auch sind dem Robert Koch-Institut noch keine FSME-Fälle von dort gemeldet worden. In allen anderen Bundesländern gab es bereits FSME-Fälle. Zwar liegen die meisten FSME-Risikogebiete im Süden Deutschlands, aber auch immer mehr Land- und Stadtkreise in nördlichen Bundesländern zählen mittlerweile dazu: das niedersächsische Emsland und Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung allen Menschen, die in einem sogenannten FSME-Risikogebiet wohnen oder dorthin reisen und vor Ort mit Zecken in Berührung kommen können. Zeckenexperte Prof. Dr. Gerhard Dobler erklärt: „Da infektiöse Zecken das FSME-Virus direkt beim Stich übertragen, schützt auch das schnelle Entfernen einer bereits saugenden Zecke nicht vor einer Infektion. Durch Impfen kann man jedoch vorsorgen.“