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Kinderärzte raten: Klebeband gegen krabbelnde Zecken

Wenn sich Kinder viel in der freien Natur aufhalten - im Gras, Gebüsch oder Unterholz spielen - besteht die Gefahr, von einer Zecke gestochen zu werden. Deswegen sollten Eltern ihre Kinder nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich nach den kleinen Spinnentieren absuchen, empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Werden sie fündig, sollte die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden.

Krabbelt eine Zecke noch auf dem Körper, lässt sie sich rasch mit Klebeband einfangen. Hat die Zecke zugestochen, sollte sie schnell entfernt werden. Sind Kinder viel in der Natur unterwegs, empfiehlt sich zudem eine vorbeugende Impfung gegen FSME. (Foto: André Hirtz / Pfizer)

Krabbelt die Zecke noch auf der Haut, hilft Klebeband beim Einfangen, rät der BVKJ.1 Zecken sind nur weniger Millimeter groß und mit bloßem Auge nicht immer zu erkennen. Mit dem Klebeband lassen sich die kleinen Blutsauger schnell einfangen, ohne dass sie wieder davon krabbeln können.

Hat die Zecke sich bereits festgesaugt, sollten Eltern sie mit einer medizinischen Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange so nah wie möglich an der Haut fassen und langsam herausziehen. Laut dem BVKJ setzen sich Zecken bei Kindern häufig am Kopf fest, oft am Haaransatz. Hier sollte besonders gründlich nach Zecken gesucht werden.1

Um einer Infektion mit Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vorzubeugen, sollte die Zecke schnell und komplett entfernt werden. Nach dem Entfernen der Zecke raten die Kinderärzte zur Desinfektion von Einstichstelle, Pinzette und Händen.1

Zudem sollten Eltern sich notieren, wann ihr Kind von einer Zecke gestochen wurde, empfiehlt der Berufsverband. Tritt später an der Stichstelle oder in der Nähe eine rote Färbung auf, oder bekommt das Kind Fieber, Kopfschmerzen und leidet unter grippeähnlichen Symptomen, sollten Eltern einen Kinder- und Jugendarzt aufsuchen und von dem Zeckenstich berichten.1

FSME-Impfung für Kinder: Grundimmunisierung im Herbst beginnen

Gegen Borreliose gibt es bislang keinen Impfschutz, gegen FSME hingegen schon. FSME ist eine Erkrankung, die auch bei Kindern zu gesundheitlichen Schäden wie anhaltenden Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen führen kann.2,3,4,5,6 Eine ursächliche Behandlung gegen FSME gibt es nicht. Mit einem Impfschutz kann einer FSME-Infektion aber vorgebeugt werden.

Ein guter Zeitpunkt, mit einer Grundimmunisierung zu beginnen, ist der Herbst, damit sich der Impfschutz bis zum Frühjahr aufbauen kann. Wird kurzfristig ein Impfschutz benötigt, besteht die Möglichkeit der Schnellimmunisierung innerhalb weniger Wochen. Wenn Familienmitglieder schon gegen FSME geimpft sind, sollte man sich beim Haus- oder Kinderarzt erkundigen, ob eine Auffrischungsimpfung erforderlich ist.

Weitere Informationen: www.kinderaerzte-im-netz.de


Quellen:
1)    Kinder- und Jugendärzte (BVKJ): www.kinderaerzte-im-netz.de
2)    Kaiser R, Vollmer H, Schmidtke K et al. Verlauf und Prognose der FSME. Nervenarzt 1997; 68: 324-330.
3)    Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinien Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Stand: September 2012.
4)    Cizman M, Rakar R, Zakotnik B et al. Severe forms of tick-borne encephalitis in children. Wien Klin Wschr 1999;111: 484–487.
5)    Arnez M, Avsic-Zupanc T. Tick-borne encephalitis in children: an update on epidemiology and diagnosis. Expert Rev Anti Infect Ther 2009; 7: 1251–1260.
6)    Kaiser R. FSME im Kindes- und Jugendalter. Monatsschr Kinderheilkd 2006; 154: 1111–1116.