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FSME-Fälle klettern auf Rekordhoch – jetzt gegen Zecken vorsorgen!

Die Corona-Pandemie hält an, noch immer gilt: Abstand halten, Maske tragen und Kontakte reduzieren. Zecken jedoch kennen keine Abstandsregeln, obwohl sie Überträger gefährlicher Krankheitserreger wie z. B. des Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME-)Virus sein können. Mit 704 gemeldeten FSME-Fällen wurde im Jahr 2020 ein neuer Höchststand seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2001 erreicht, und auch die Anzahl der FSME-Risikogebiete wurde u. a. um den Stadtkreis Dessau-Roßlau erweitert.1 Wie COVID-19 kann auch FSME schwerwiegende Folgen haben. Wer in diesem Jahr viel Zeit im Freien verbringt, sollte daher an die richtige Zecken- und FSME-Vorsorge, z. B. durch Impfen, denken.

Zecken sind klein, aber oho: Weltweit können die Blutsauger mehr als 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen.

Was ist FSME?

FSME ist eine Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems, ausgelöst durch das FSME-Virus. Die Erkrankung ist nicht mit Medikamenten heilbar, kann bleibende Schäden wie Lähmungen und Sprachstörungen verursachen und in schweren Fällen sogar tödlich verlaufen. Im Gegensatz zum Coronavirus wird das FSME-Virus nicht von Mensch zu Mensch, sondern von Zecken auf den Menschen übertragen. Was viele nicht wissen: Die Blutsauger werden aktiv, sobald die Temperaturen mehrere Tage fünf Grad Celsius übersteigen – unabhängig von der Jahreszeit. Die Spinnentiere krabbeln nicht nur draußen in der Natur, also auf dem Land oder im Wald, sondern auch im Stadtpark und sogar im heimischen Garten. Auch auf Sportplätzen und in Biergärten mit Grünflächen können die Blutsauger lauern. „Das schnelle Entfernen einer Zecke beugt einer Infektion nicht vor, da das FSME-Virus beim Stich einer infizierten Zecke sofort übertragen wird“, erklärt Zeckenexperte Prof. (a. D.) Dr. Jochen Süss.

FSME-Risikogebiete in Deutschland

In den sogenannten FSME-Risikogebieten besteht ein höheres Risiko, durch einen Zeckenstich mit dem FSME-Virus infiziert zu werden. Doch auch außerhalb der Risikogebiete gibt es infizierte Zecken, die das Virus übertragen können. Das Robert Koch-Institut erklärt einen Stadt- oder Landkreis zum Risikogebiet, wenn dort innerhalb von fünf Jahren eine bestimmte Anzahl FSME-Erkrankungen pro Einwohner gemeldet wurden. Zu den 169 Risikogebieten in Deutschland zählen große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teile Hessens, Sachsens und Thüringens. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen. Seit März 2021 gibt es mit dem Stadtkreis Dessau-Roßlau das erste Risikogebiet in Sachsen-Anhalt.1

Impfen ist die beste FSME-Vorsorge

Die Corona-Impfung könnte der breiten Bevölkerung bereits im 2. Halbjahr 2021 zur Verfügung stehen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, im Abstand von zwei Wochen vor und nach einer Corona-Teilimpfung keine anderen Impfungen durchzuführen.2 Das bedeutet: Vorsorgeimpfungen, wie die FSME-Impfung, sollten daher möglichst zeitnah erfolgen. Prof. Dr. Süss betont: „Ich empfehle, den nächsten Arzttermin nicht aufzuschieben, sondern sich jetzt gegen FSME impfen zu lassen.“ Da Zecken neben FSME-Viren weitere Krankheitserreger, darunter z. B. Borrelien, übertragen können, ist es jedoch besser, sich gar nicht erst stechen zu lassen. Um Zeckenstichen vorzubeugen, sollte man möglichst lange Kleidung und festes Schuhwerk tragen und sich nach jedem Aufenthalt im Grünen gründlich nach Zecken absuchen. Zusätzlich kann Anti-Zeckenspray helfen, die Parasiten einige Zeit auf Abstand zu halten.
 

Quellen:
1 Robert Koch-Institut: FSME: Risikogebiete in Deutschland (Stand: Januar 2021). Epid Bull 2021;9:3-20.
2 Vygen-Bonnet S. et al, Beschluss der STIKO zur 1. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung. Epid Bull 2021;2:3-71.