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Für spontane Reisen ins Grüne: FSME-Impfschutz durch Schnellimmunisierung

Im Zuge der Corona-Pandemie haben sich die Urlaubspläne der Deutschen maßgeblich geändert. Von nun an steht Heimaturlaub auf dem Programm. Ob beim Zelten im Allgäu, beim Wandern in der Sächsischen Schweiz oder beim Kanufahren im Spreewald – auch die Bundesrepublik hat schöne Urlaubsziele zu bieten. Dabei sollte man auch bei kurzfristigen Reisen wichtige Vorbereitungen nicht außer Acht lassen. Bei allen Ausflügen und Urlauben gilt aber gleichermaßen: Wer Zeit im Grünen verbringt, sollte an Zeckenvorsorge denken. Die Blutsauger können gefährliche Krankheitserreger wie das FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Virus übertragen.

Impfen ist die beste Vorsorge

FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems und kann zu bleibenden Schäden wie Lähmungen und Sprechstörungen führen. „FSME ist mit Medikamenten nicht heilbar, aber durch Impfen kann man einer FSME-Erkrankung vorbeugen“, erklärt Zeckenexperte Prof. Dr. Gerhard Dobler. Für einen vollständigen Impfschutz sind mehrere Impfungen notwendig, die regelmäßig aufgefrischt werden sollten. Die gute Nachricht: Wer spontan einen Ausflug oder Urlaub plant, kann von der Schnellimmunisierung profitieren. Innerhalb weniger Wochen kann so ein Impfschutz für die aktuelle Zeckensaison aufgebaut werden. Kinder können bereits im Alter von einem Jahr gegen FSME geimpft werden.

Reisen in deutsche FSME-Risikogebiete

„Vor allem bei Reisen in sogenannte FSME-Risikogebiete, große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teile Südhessens, Sachsens und Thüringens aber auch das Emsland oder Dresden, sollte die Impfvorsorge selbstverständlich sein“, sagt Prof. Dr. Gerhard Dobler. Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt einen FSME-Impfschutz für Menschen, die in FSME-Risikogebieten mit Zecken in Berührung kommen können. Denn in diesen Gebieten besteht ein erhöhtes Risiko, durch einen Zeckenstich mit dem FSME-Virus angesteckt zu werden. Da die FSME-Impfung zu den Reiseimpfungen zählt, übernehmen die Krankenkassen bei Reisen in deutsche FSME-Risikogebiete die Kosten. Für die Reiseplanung ist außerdem wichtig zu wissen, dass das FSME-Virus auch in vielen anderen europäischen Ländern übertragen werden kann. Hier sollte vor Reisebeginn überprüft werden, ob das nächste Reiseziel oder sogar der Wohnort in einem FSME-Risikogebiet liegt, dann wird ebenfalls empfohlen, gegen FSME geimpft zu werden.

Zecken gibt es in ganz Deutschland

Allerdings können Zecken auch außerhalb der genannten FSME-Risikogebiete das FSME-Virus übertragen. Denn die Blutsauger sind in der gesamten Republik verbreitet. „In den vergangenen zehn Jahren gab es in allen Bundesländern FSME-Fälle. Deshalb sollte man, unabhängig vom Reiseziel, Vorsorgemaßnahmen, darunter auch die FSME-Impfung, treffen“, ergänzt Dobler. Zudem können Zecken weltweit bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen, deshalb sollte man sich gar nicht erst stechen lassen. Um einen Zeckenstich zu vermeiden, können das Tragen richtiger Kleidung, das Einsprühen mit Anti-Insektensprays und das gründliche Absuchen des eigenen Körpers helfen. Und falls die Blutsauger doch einmal zugestochen haben: Mit einer Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte im Reisegepäck können diese ordnungsgemäß entfernt werden. Mit der richtigen Zeckenvorsorge kann die Reise somit beginnen.

Das Auswärtige Amt hat eine Übersicht bereitgestellt, welche weiteren reisemedizinischen Vorbereitungen man treffen sollte. Zudem gibt es neben Reise- und Sicherheitshinweisen aktuelle Informationen zu touristischen Reisen ins Ausland sowie Informationen zum Reisen in Corona-Zeiten.