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Thüringen ist ideal für Naturliebhaber – aber FSME-Gebiet

Dass der Süden Deutschlands zum FSME-Gebiet gehört, ist weithin bekannt. Doch auch Teile Thüringens zählen dazu

Die wenigsten wissen, dass auch Teile Thüringens zum FSME-Gebiet zählen. Wer hier wandert oder radelt, sollte sich gegen Zecken schützen. Die Gefahr, nach einem Zeckenstich in einem FSME-Gebiet mit dem Virus infiziert zu werden, liegt neuen Erkenntnissen zufolge bei 1 zu 150. Neben dem Tragen geschlossener Kleidung, dem Einsprühen mit Repellents oder aber dem gründlichen Absuchen der Haut kann auch eine Impfung helfen, den Schutz vor FSME zu erhöhen.

Thüringen ist bekannt für seine schöne Natur und seine ausgedehnten Waldflächen. Weniger verbreitet ist jedoch, dass auch Teile Thüringens zum FSME-Gebiet (hier gemeint FSME-Risikogebiet) zählen. Das bedeutet, dass hier ein erhöhtes Risiko besteht, sich durch einen Zeckenstich mit dem Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus zu infizieren. Der Erfurter René Karl ist leidenschaftlicher Einradfahrer. Fast täglich ist er in Wald und Wiesen – und damit im FSME-Gebiet – unterwegs. Doch vor Zeckenstichen hat er keine Angst. Das FSME-Gebiet sieht er vor allem als eins: seine ganz persönliche Einrad-Spielwiese.

René Karl ist fast das ganze Jahr draußen aktiv – die Zecken sind es auch

Eigentlich ist René Karl fast das ganze Jahr draußen unterwegs. Am liebsten fährt er im Wald. Nicht nur, weil er gern in der Natur ist. Sondern, weil dort die anspruchsvollen Strecken zu finden sind. Und weil ihn die Atmosphäre so beeindruckt: „Stell dir vor, du bist hochkonzentriert und dann dringt der Waldgeruch in dein Bewusstsein, Nebel steigt zwischen den Bäumen auf, Sonnenstrahlen setzen Lichteffekte. Das ist einfach wunderschön.“ Doch wer sich viel in der Natur bewegt, hat ein höheres Risiko, im Unterholz, an Büschen oder in hohem Gras eine Zecke abzustreifen und von ihr gestochen zu werden. Entgegen der landläufigen Meinung sind auch Zecken fast ganzjährig auf der Suche nach Nahrung, sprich frischem Blut. „Zecken werden bei Temperaturen ab sieben Grad Celsius aktiv. Die ‚Zeckenhauptsaison‘ beginnt in Deutschland normalerweise im Frühjahr und endet im Spätherbst. In milden Wintern beginnt die Zeckensaison aber bereits im Januar und kann bis Dezember andauern“, erklärt Zeckenexperte Prof. (a. D.) Dr. Jochen Süss.

Ein Fahrradhelm schützt nicht vor Zeckenstichen

René Karl ist seine Balance nicht nur beim Einradfahren wichtig – auch wenn es um seine gesundheitliche Sicherheit geht, sorgt er vor. Bei seinen ausgedehnten Einradtouren in den Thüringer Wäldern trägt er Schutzkleidung und natürlich einen Fahrradhelm. Im FSME-Gebiet hilft der allerdings wenig gegen das Infektionsrisiko. Zecken können beim Stechen das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus übertragen, das unerkannt zu einer Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems mit schweren Spätfolgen führen kann. Um den kleinen Spinnentieren beim Einradfahren im Unterholz so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten, zieht René Karl auf Touren lange und möglichst helle Kleidung an, sprüht sich mit Repellents ein und sucht sich auch nach jedem Ausflug auf Zecken ab. Um zusätzlich gegen FSME vorzusorgen, hat er sich auch impfen lassen.

Unterwegs in Europa

René Karls Lieblingsdisziplin im Einradfahren ist das MUNI, das Mountain-Unicycling: auf einem Rad den Berg hinabdüsen. Deshalb ist er auch in anderen Gegenden Deutschlands und Europas unterwegs, um an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen – bevorzugt da, wo es Berge gibt. Doch in ganz Europa gibt es Regionen mit einem erhöhten FSME-Risiko. Denn nicht nur Teile Thüringens zählen zum FSME-Gebiet. Sondern auch Landstriche in Österreich, der Schweiz und den Balkanstaaten. Doch dank seiner intensiven Vorsorge bringt eine Zecke René Karl mit Sicherheit nicht aus dem Gleichgewicht.