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Russlandreise zur WM: Denken Sie an die FSME-Impfung

Beim Stichwort Russland kommt einem so einiges in den Sinn: Wodka, Saunarituale oder Matroschkas, die bekannten Holzpuppen zum Ineinanderstecken. Aber Russland ist auch eines der größten zusammenhängenden FSME-Risikogebiete auf dem eurasischen Kontinent. Und Ausrichter der Fußball-WM im Juni und Juli. Wer vor Ort zuschauen möchte, sollte sich über Zecken in Russland und Impfungen für Russland informieren.

Nicht nur Fußballspieler, auch Zuschauer sollten über Zecken und Zeckenvorsorge informiert sein.

Warum sind Zecken auch in Russland so gefährlich?

Zecken sind nur wenige Millimeter große Milben aus der Familie der Spinnen. Sie zählen zu den ältesten Parasiten der Welt. Dementsprechend gibt es Zecken fast überall auf der Erde – auch in Russland. Sie ernähren sich von Blut, das sie bei verschiedenen Wirten saugen – ob Mann oder Maus, ist ihnen dabei gleichgültig. Beim Stechen können Zecken gefährliche Krankheitserreger übertragen, darunter das FSME-Virus und Borreliose-Bakterien. FSME kann zu einer Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems führen und schwere Langzeitfolgen nach sich ziehen. Deshalb gilt es, Vorsorge gegen Zeckenstiche zu treffen.

Stellen Zecken für WM-Reisende nach Russland eine Gefahr dar?

Laut Risikokarte des Robert Koch-Instituts liegen nur zwei der elf Spielstätten der WM in FSME-Risikogebieten: Kaliningrad und Sankt Petersburg. Doch kommen Zecken in Russland in den gesamten Waldgebieten vor. Während in Sibirien vor allem die Taiga-Zecke Ixodes persulcatus FSME-Viren übertragen kann, ist es daneben in den westlicheren Gebieten auch der Gemeine Holzbock Ixodes ricinus, der auch in Deutschland als Hauptüberträger gilt. Seit dem Frühjahr 2017 steht zudem auch die Auwaldzecke Dermacentor reticulatus als Überträger des FSME-Virus fest. Wen eine FSME-Virusinfektion trifft, ist nicht von der Zeckenart abhängig, sondern davon, ob die Zecke selbst mit FSME-Viren verseucht ist. FSME ist in Russland auch nur eine von mehreren Erkrankungen, die durch Zeckenstiche ausgelöst werden können. „In Russland kommen alle drei bekannten FSME-Virussubtypen vor, was erhebliche Bedeutung für die Schwere des Krankheitsverlaufs hat“, erklärt Prof. Dr. med. Tomas Jelinek, Medizinischer Direktor des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin. „Zudem weist die Taigazecke Zecken in Russland ihre höchste Aktivität besonders im Juni auf. Die Fußball-WM liegt genau in dieser Zeit. In Deutschland geht die Zeckensaison deutlich länger – in der Regel von Februar bis Oktober.“

Wie kann ich mich in Russland vor Zecken schützen?

Sogenannte Repellents, die auf die Haut und die Kleidung aufgetragen werden können und Zecken und Mücken vom Stechen abhalten sollen, haben nur eine begrenzte Wirkdauer und müssen in regelmäßigem Abstand erneut angewendet werden. Daher empfiehlt es sich, zusätzlich möglichst lange Kleidung zu tragen, um Zecken den Zugang zur Haut zu erschweren. Den Hosensaum in die Socken zu stecken, hat den gleichen Effekt. Zudem sollte vor einer Reise zur WM geprüft werden, ob für Russland Impfungen aufgefrischt werden müssen. Es gibt laut Auswärtigem Amt keine Pflichtimpfungen bei der Einreise in die Russische Föderation. Es wird jedoch empfohlen, den eigenen Impfstatus bei Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Mumps, Masern, Röteln, Grippe sowie Pneumokokken zu prüfen. Als Reiseimpfungen werden für Russland Hepatitis A – bei längerem Aufenthalt auch B – sowie Tollwut und FSME empfohlen. Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Menschen, die in FSME-Risikogebiete reisen oder dort leben, eine FSME-Impfung. Denn die kann dazu beitragen, das Risiko einer FSME-Virusinfektion nach einem Zeckenstich zu reduzieren.

Der Deutsche Fußballbund rät übrigens seit Jahren dazu, dass sich Fußballspieler gegen FSME impfen lassen. Denn gerade bei Waldläufen können die Sportler schnell mal eine Zecke abstreifen, die sich dann auf die Suche nach einer geeigneten Stichstelle macht.