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Impfen ist die beste Vorsorge!

Zecken: Sie saugen Blut und können gefährliche Krankheitserreger, darunter das Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME-)Virus, übertragen. Eine FSME ist nicht mit Medikamenten heilbar, kann schwere gesundheitliche Folgen haben und sogar lebensgefährlich sein. Wer beim Thema FSME auf Nummer sicher gehen möchte, sollte vorbeugen und sich impfen lassen.

Wer beim Thema FSME auf Nummer sicher gehen möchte, sollte vorbeugen und sich impfen lassen.

FSME: Erste Symptome sind einer Sommergrippe sehr ähnlich

Die FSME wird durch das FSME-Virus verursacht, das durch Zecken auf den Menschen übertragen werden kann. In Deutschland gilt die am häufigsten vorkommende Zeckenart, der Gemeine Holzbock, als Hauptüberträger. Der typische Verlauf einer FSME-Erkrankung lässt sich in zwei Stadien unterteilen: Das erste Stadium beginnt meist mit grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerzen und Fieber. Bei rund zehn Prozent der Betroffenen kommt es zu einer zweiten Erkrankungsphase, wobei meist eine Hirnhautentzündung im Vordergrund steht. Vermehrt sich das Virus in Gehirn und Rückenmark, kann es zu schweren Verläufen mit bleibenden neurologischen Ausfällen kommen. Folgen können dauerhafte Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen sein.1 „Aufgrund der möglichen gravierenden Langzeitschäden sind Zeckenvorsorgemaßnahmen unerlässlich“, betont Reisemediziner Prof. Dr. med. Tomas Jelinek. Er ergänzt: „Unabhängig davon, welche Symptome nach einem Zeckenstich auftreten, sollte auf jeden Fall der Hausarzt konsultiert werden.“

Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?    

Egal ob Camper, Radfahrer, Jogger oder Spaziergänger, wer sich in der Natur aufhält, in sogenannten FSME-Risikogebieten wohnt, arbeitet oder dorthin reist, dem empfiehlt das RKI die FSME-Impfung.2 Prof. Dr. med. Tomas Jelinek ergänzt: „Eine FSME-Erkrankung ist keine Lappalie. Jeder, der sich gerne im Grünen aufhält, sollte sich impfen lassen. Ich empfehle insbesondere Kindern ab einem Alter von einem Jahr eine Impfung, da sie viel Zeit draußen verbringen und deshalb bei ihnen die Gefahr, von einer Zecke gestochen zu werden, besonders groß ist.“1

Ablauf einer FSME-Impfung    

Für einen mehrjährigen Impfschutz sind drei Impfungen nötig. Die ersten beiden erfolgen im Abstand von ein bis drei Monaten, die dritte – je nach FSME-Impfstoff – nach 5 oder 9 bis 12 Monaten. Nach dieser Grundimmunisierung sollte der Impfschutz in regelmäßigen Abständen von 3 bzw. 5 Jahren aufgefrischt werden.3 Damit der Impfschutz bereits zum Anfang der Zeckensaison im Frühjahr besteht, beginnt man idealerweise bereits in den Wintermonaten mit den ersten beiden Impfungen.4 Wer kurzfristig einen Impfschutz benötigt, kann aber von einer Schnellimmunisierung profitieren. Zum Beispiel, wenn man eine Reise in ein FSME-Risikogebiet in Deutschland oder ins Ausland plant. Auch hier gilt: Für einen langanhaltenden Schutz sollte das komplette Impfschema eingehalten werden.

Der Hausarzt oder die Hausärztin kann rund um die FSME-Impfung beraten. Dank Impfreminder der ZeckTag App verpasst man künftig keinen Termin zur Auffrischung, denn: Mit Hilfe der App kann eine Erinnerung an die FSME-Impfung in den Smartphone-Kalender importiert werden.

Urlaubsplanung: an die FSME-Impfung als Reiseimpfung denken

Ob beim Wandern, Radfahren oder Campen – ein bevorstehender Urlaub im Grünen ist eine gute Gelegenheit, den FSME-Impfschutz zu überprüfen und bei Bedarf auffrischen zu lassen. In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Teilen Südhessens, Sachsens und Thüringens. Einzelne FSME-Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Seit Februar 2019 gibt es mit dem Landkreis Emsland in Niedersachsen das erste Risikogebiet in Norddeutschland.2

Doch auch im Ausland kommt das FSME-Virus vor. Dabei sind drei verschiedene Virenstämme vertreten: der europäische, der sibirische und der fernöstliche Virus-Typ. „Die Unterschiede zwischen den Virus-Typen sind allerdings so gering, dass die FSME-Impfung einen ausreichenden Schutz vor diesen Stämmen bietet“, betont Jelinek.5

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Nicht für jeden Versicherten ist die FSME-Impfung, die fälschlicherweise auch als Zeckenimpfung oder Zeckenschutzimpfung bekannt ist, eine Kassenleistung. Allerdings haben Bewohner eines FSME-Risikogebiets und Reisende, die Urlaub in einem solchen machen, eine gute Chance auf die Übernahme der Impfkosten. Das Centrum für Reisemedizin verweist auf eine Liste mit Krankenkassen, die Reiseschutzimpfungen erstatten.

 

Quellen:
1 Leitlinie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), S1, von September 2012, AWMF-Registernummer: 030/035.

2 Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin vom 14. Februar 2019 / Nr. 7.
3 Robert Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung, https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html (letzter Zugriff: 26.06.2019)
4 Fachinformation FSME-IMMUN Erwachsene (Stand: September 2018).
5 FSME auf Reisen; Pädiatrie 2018; 30/2; doi: https://www.springermedizin.de/fsme-auf-reisen/15604552