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Zeckenvorsorge bei Kindern? Ja, selbstverständlich!

Die warme Jahreszeit ist endlich da: Jung und Alt zieht es jetzt wieder vermehrt nach draußen. So schön das Spielen im Freien auch ist, Eltern sollten im Grünen auf ihren Nachwuchs aufpassen. Neben Stolperfallen und zu viel Sonne ist auch vor Zecken Vorsicht geboten. Die kleinen Spinnentiere können Krankheitserreger übertragen und überall in der Natur lauern – ob auf Wiesen, in Gärten oder auf Fußballplätzen.

Kinder halten sich oft in der Natur auf. Deshalb sollten Eltern bei ihrem Nachwuchs Zeckenstichen und FSME vorbeugen.

Wo treffen Kinder auf Zecken?

Grundsätzlich kommen die Blutsauger in ganz Deutschland vor. Besonders häufig sitzen sie in feuchten Grünflächen im Wald, im Unterholz und im hohen Gras. Auch in städtischen Gebieten, zum Beispiel in Stadtparks, Schrebergärten und sogar auf Fußballplätzen, sind die Spinnentiere zu finden. Kinder können also überall in der Natur auf Zecken treffen. Da bei einem Zeckenstich gefährliche Krankheitserreger übertragen werden können, z. B. Borreliose-Bakterien oder Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME-)Viren, sollten Eltern sich und ihre Kinder vorbeugend schützen.

Was gehört zur Zeckenvorsorge?

Zu den wichtigsten Maßnahmen gegen Zeckenstiche und FSME gehören helle, lange Kleidung und geschlossenes Schuhwerk. Das erschwert den Zecken den Zugang zur Haut und ermöglicht ein schnelles Entdecken der dunklen Spinnentiere, bevor diese zustechen. Auch das Einsprühen mit insektenabweisenden Sprays kann die Parasiten auf Abstand halten. Nach dem Ausflug ins Grüne sollten Eltern ihren Nachwuchs, und natürlich auch sich selbst, nach Zecken absuchen. Durch Impfen kann man sich zusätzlich vor FSME schützen. Kinder können bereits ab dem Alter von einem Jahr gegen FSME geimpft werden.

Wie äußert sich eine FSME-Erkrankung?  

FSME ist nicht mit Medikamenten heilbar und kann zu ernsten Folgeschäden führen.1 Zu Beginn wird die Erkrankung oft als Sommergrippe eingestuft. Kennzeichnend ist aber der oft zweiphasige Verlauf der FSME. Bei einer FSME-Erkrankung im Anfangsstadium sind grippeähnliche Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen typisch. In einer möglichen zweiten Phase kann es zu einer Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems kommen, die zu Langzeitschäden wie Lähmungen und Gleichgewichtsstörungen führen kann. Obwohl bei Kindern häufig nur milde Symptome auftreten, sind auch schwere Krankheitsverläufe bei ihnen möglich.2–4

Wie lassen sich Zecken entfernen?

Da die Parasiten beim Stechen ein Betäubungsmittel abgeben, bleiben sie oftmals unbemerkt. Darum ist ein gründliches Absuchen des eigenen Körpers und dem der Kinder nach dem Aufenthalt im Grünen umso wichtiger. Als Hilfsmittel zur Zeckenentfernung eignen sich sowohl eine Pinzette oder Zeckenzange als auch die sogenannte Zeckenkarte. Wenn beim Entfernen ein Teil der Zecke in der Haut verbleibt, ist das in der Regel kein Problem. Dieser wird vom Körper einfach abgestoßen. Nach der Entfernung sollte die Stichstelle desinfiziert und über mehrere Wochen beobachtet werden. Wenn die Stichstelle gerötet beziehungsweise angeschwollen ist oder grippeähnliche Symptome auftreten, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

 

Quellen:
1 Leitlinie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), S1, von September 2012, AWMF-Registernummer: 030/035.
2 Sundin M et. al. Eur J Pediatr. 2012; 347–52 doi: 10.1007/s00431-011-1542-2

3 Fowler A et. al. J Pediatr. 2013; 555–60 doi: 10.1016/j.jpeds.2013.01.037
4 Schmolck H et. al. J Child Neurol 2005; 500-8; doi: 10.1177/088307380502000606