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Das sind die FSME-Risikogebiete 2018

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist auch im Jahr 2018 in Deutschland weit verbreitet. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) ist die Zahl der FSME-Risikogebiete auf 156 gestiegen.1 Diese hohe Anzahl ist insbesondere auf die zahlreichen gemeldeten FSME-Infektionen aus dem Jahr 2017 zurückzuführen. Eine Steigerung der Impfquote könnte einen weiteren Anstieg der FSME-Fälle verhindern.

2018 ist die Zahl der FSME-Risikogebiete auf 156 gestiegen.

Wo liegen die FSME-Risikogebiete im Jahr 2018?

Die neuen FSME-Risikogebiete im Jahr 2018 liegen in Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen und grenzen an bestehende Risikogebiete in Deutschland oder Tschechien. Zudem gibt es einzelne FSME-Risikogebiete in Mittelhessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Außerdem gibt es mittlerweile auch in nicht deklarierten FSME-Risikogebieten gemeldete Fälle von individuellen FSME-Erkrankungen, unter anderen in Bundesländern wie Niedersachsen, NRW, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Laut den Angaben des RKI wird ein Gebiet als FSME-Risikogebiet deklariert, wenn ein bestimmtes Erkrankungsrisiko für Personen mit Zeckenexposition besteht. Zu diesen Personengruppen zählen Einwohner, beruflich Tätige oder Reisende, die durch ihren Aufenthalt in freier Natur Zecken ausgesetzt sind.

Gesundheitliche Folgen einer FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch das FSME-Virus ausgelöst. Die Krankheit verläuft typischerweise in zwei Stadien: Anfangs äußern sich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei einem Großteil der Erkrankten ist die Erkrankung damit überstanden. Das Virus kann bei schwerwiegenden Krankheitsfällen die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen und schwere Langzeitfolgen wie Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen verursachen. Dabei tragen ältere Menschen ab 40 Jahren ein höheres Risiko, schwere Verläufe zu haben.

FSME-Fälle durch Impfquote senken

Die zehn neuen Landkreise sind eine Folge der zahlreichen FSME-Erkrankungen aus dem Jahr 2017. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 485 FSME-Erkrankungen gemeldet, das entspricht gegenüber 2016 einer Zunahme von 39 Prozent. Die Mehrzahl (97 Prozent) der gemeldeten FSME-Erkrankten war gar nicht oder unzureichend geimpft. „Da es gegen die FSME keine ursächliche Behandlung gibt, die Krankheit aber schwere Folgen mit sich tragen kann, sind Vorsorgemaßnahmen gegen Zeckenstiche besonders wichtig“, erklärt Zeckenexperte Prof. (a. D.) Dr. Jochen Süss. Zu den Vorsorgemaßnahmen zählt die FSME-Impfung, umgangssprachlich auch Zeckenschutzimpfung genannt. Diese kann dazu beitragen, das Risiko einer FSME-Virusinfektion nach einem Zeckenstich zu reduzieren. „Empfehlenswert ist eine FSME-Impfung insbesondere für Personen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich aufgrund eines Urlaubs oder beruflich bedingt kurzfristig dort aufhalten“, ergänzt Süss.

Kostenübernahme der FSME-Impfung

Handelt es sich um eine Schutzimpfung für Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder für deren Beruf eine FSME-Impfung empfohlen wird, trägt die Krankenkasse in der Regel die vollen Kosten. Auch bei Urlaubern, die in ein FSME-Risikogebiet reisen, bestehen gute Chancen auf Übernahme der Impfkosten. Das Centrum für Reisemedizin (CRM) hat aufgelistet, wie genau die FSME-Impfung als Kassenleistung geregelt ist.

Ablauf einer FSME-Impfung

Für einen mehrjährigen Impfschutz vor FSME sind drei Impfungen erforderlich. Die ersten beiden erfolgen im Abstand von 1 bis 3 Monaten, die dritte – je nach FSME-Impfstoff – nach 5 oder 9 bis 12 Monaten. Danach ist eine erste FSME-Auffrischung nach 3 Jahren, anschließend je nach Alter und Impfstoff alle 3 bis 5 Jahre nötig, um bestmöglich vorgesorgt zu haben. Urlauber, die erst kurz vor ihrer Abreise an eine Impfung denken, können kurzfristig innerhalb weniger Wochen durch eine Schnellimmunisierung einen Impfschutz aufbauen. Außerdem empfiehlt die STIKO die Impfung bei Aufenthalten in Risikogebieten Europas. Ein FSME-Risiko besteht insbesondere in Nachbarländern wie Tschechien und Österreich sowie in der Schweiz und Polen.

Literaturverzeichnis

1) Epidemiologisches Bulletin: FSME: Risikogebiete in Deutschland, April 2018/ Nr. 17, Robert Koch-Institut.