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Zecken fühlen sich auch in Städten pudelwohl

Für alle, die sich in der Stadt vor Zecken in Sicherheit gewähnt haben, kommt nun eine schlechte Nachricht: Die Parasiten sind auch in innerstädtischen Grünflächen wie Parks und Gärten vorzufinden. Aber – und das ist die gute Nachricht – gegen Zecken kann man vorsorgen.

Zecken, ade! Für Hobbygärtnerin Elke Schwarzer ist die richtige Vorsorge in ihrem Reihenhausgarten mitten in Nordrhein-Westfalen selbstverständlich.

Die Möglichkeiten, warme Sommertage in der Stadt zu verbringen, sind sehr vielversprechend: Ob Picknicken im Stadtpark, Sonnenbaden im Freibad, lauschige Besuche im Biergarten oder Grillen im eigenen Garten, diese Aktivitäten machen richtig Lust auf den Sommer in der Stadt. Viele wissen jedoch nicht, dass die städtischen Grünflächen nicht nur bei uns Menschen sehr beliebt sind, sondern auch bei Zecken. Daher sollte neben Sonnenmilch auch die Vorsorge gegen Zecken selbstverständlich zu den Freizeitaktivitäten mit dazugehören.

Wissenschaftlich bestätigt: Zecken sind in Städten aktiv

Eine Studie der Universität Hohenheim hat gezeigt, dass Zecken auch in Stadtgebieten aktiv sind. Daher beginnt der Lebensraum der Parasiten bereits direkt vor unserer Haustüre und nicht erst in Wald und Flur. Hierbei spielt es keine Rolle, wie gut der Garten gepflegt ist – vom verwilderten Naturgarten bis hin zum gepflegten Stadtgarten –, Zecken können fast überall aktiv sein. Diese Erfahrung teilt auch die Hobbygärtnerin Elke Schwarzer. Sie besitzt einen Reihenhausgarten mitten in Nordrhein-Westfalen und trifft dort regelmäßig auf den ein oder anderen Blutsauger: „Mittlerweile habe ich bereits eine zweistellige Anzahl von Zecken von meinem Körper ziehen müssen. Alle aus meinem Garten“, schildert Elke Schwarzer.

Auf die Frage, wie die Zecken Grünflächen in der Stadt erobern konnten, haben die Hohenheimer Wissenschaftler eine Antwort: Die Spinnentiere werden durch Vögel, Haus- und Wildtiere eingeschleppt und können dann eine stabile Population bilden. Da Zecken gefährliche Krankheitserreger wie Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME-)Viren übertragen können, besteht dementsprechend das Risiko einer FSME-Infektion auch in heimischen Gärten, städtischen Parks und auf Spielplätzen.

Was ist FSME?

FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen kommt es bei rund 50 Prozent der Betroffenen zu einer Entzündung der Hirnhaut, bei ca. 40 Prozent zusätzlich zur Entzündung des Gehirns. Einige tragen schwere gesundheitliche Folgen mit dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche davon. In Deutschland gibt es sogenannte FSME-Risikogebiete wie beispielsweise große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Regionen in Südhessen und Thüringen, in denen die Gefahr der Übertragung von FSME-Viren besonders hoch ist. Folglich ist in diesen Gebieten die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenstichs durch eine mit FSME-Viren infizierte Zecke verstärkt, und daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine FSME-Impfung.

Auch in der Stadt ist Zeckenvorsorge wichtig

Beim Aufenthalt in städtischen Grünflächen ist es wichtig, möglichst körperbedeckende Kleidung und geschlossenes Schuhwerk zu tragen. Auch sollten die Socken über die Hose gestülpt oder Gummistiefel angezogen werden, um es den Zecken schwerer zu machen, an den Beinen hoch zu krabbeln. Wer zusätzlich verbeugen möchte, kann Kleidung und Hautteile mit speziellen insektenabweisenden Mitteln, sogenannten Repellents, einsprühen. Dass sich die Zecke auf den Körper setzt oder gar sticht, bleibt in der Regel unbemerkt, da die Zecke mit dem Speichel Betäubungsmittel abgibt. Daher ist es wichtig, den Körper nach dem Aufenthalt in der freien Natur nach Zecken abzusuchen. Zudem kann auch ein Impfschutz vorbeugen, nach dem Zeckenstich an FSME zu erkranken. Für Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder dorthin gerne Städtetrips machen, sollte eine FSME-Impfung selbstverständlich sein.

Was mache ich, wenn eine Zecke zugestochen hat?

Wird eine saugende Zecke entdeckt, sollte schnell reagiert werden. Bis es zu einer Infektion mit Borreliose-Bakterien kommt, vergehen im Schnitt 12 bis 24 Stunden. Die Übertragung von FSME-Viren beginnt dagegen direkt nach dem Zeckenstich, da sich das Virus in den Speicheldrüsen der Zecke befindet. Zur Zeckenentfernung eignen sich Hilfsmittel wie die Zeckenkarte, -pinzette oder die Fingernägel.

Auch wenn Zecken in Städten aktiv sind, kann der Sommer dort ausgiebig genossen werden, denn mit der richtigen Vorsorge kann man sich wappnen.

Mehr zum Thema Zecken und Zeckenvorsorge erfahren Sie unter www.zecken.de